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Segeberg Winnetou reitet wieder: Abenteuer voller Tempo und Leidenschaft
Lokales Segeberg Winnetou reitet wieder: Abenteuer voller Tempo und Leidenschaft
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15:26 24.06.2013
Nach zehn Jahren wieder in Bad Segeberg: Wayne Carpendale.
Bad Segeberg

Die Rolle des noch jungen Winnetou, der alle Weißen für blutrünstige Wölfe hält, steht dem neuen Darsteller Jan Sosniok gut. Aggressiv, furchtlos, kämpferisch kommt er daher in der aktuellen Inszenierung am Kalkberg „Winnetou I — Blutsbrüder“, die gestern Abend Premiere feierte. Da hat auch Old-Shatterhand (Wayne Carpendale) zunächst einen schweren Stand bei dem jungen Apachen. Dem schmeckt es nämlich gar nicht, dass die „Company“ die Schienen für das „Feuerross“ quer durch die Jagdgründe der Indianer verlegen will. Da hilft auch nicht, dass der junge Vermessungstechniker „Charly“ die Machenschaften von Oberboss Santer (Joshy Peters) beenden will, der obendrein die Jagd auf die Indianer eröffnet. Die Hürden, die es bis zur berühmten Verbrüderung der beiden Männer zu überwinden gilt, sind zahlreich — und vor allem mit viel Action und Drama verbunden.

Der Stoff aus dem „Winnetou I“ gemacht ist, kann eigentlich kaum enttäuschen. 4,1 Millionen Euro hat die Produktion in diesem Jahr gekostet und mit Effekten wurde nicht gespart. Stuntmen, Pueblos und die Hängebrücke gehen in Flammen auf, 15 Explosionen gibt es pro Vorführung und natürlich mächtig viel Geballer, dass sich einige Kinder schon bei der Generalprobe am Freitag die Ohren zuhielten. Gut 12 000 Schuss Munition werden in dieser Saison abgefeuert, hatte Regisseur Norbert Schultze bereits im Vorfeld verraten.

In vielen aufwändig choreografierten Kampfszenen kann der offensichtlich gut trainierte Berliner Sosniok glänzen. „Der hat große Muskeln“, lobte die Zwölfjährige Lenka nach der Generalprobe. Mit einer Gruppe aus Familie und Freunden war sie aus Demmin in Mecklenburg-Vorpommern angereist. Auch zur Premiere waren sie dabei. Das hat Tradition. Und ihr Fazit als echte Fans? „Spannend und lustig wie immer.“

Eine zutreffende Zusammenfassung. Den mörderischen Machenschaften Santers und seiner Komplizen, der Feindschaft zwischen Indianern und den Weißen steht Witzbold Lord Castlepool (Frank Schröder) gegenüber, der mit britischem Akzent, Union Jack auf der Brust und einem rollenden Schloss inklusive Koch, Buttler und Co durch die Prärie reist. Man weiß nicht genau, was er eigentlich im Stück zu suchen hat. Aber er macht die Geschichte um einiges lustiger. Castlepool hat sicher das Zeug, zu einem der Publikumslieblinge zu werden.

Das ist Wayne Carpendale schon. „Schön wieder hier zu sein“, sagt er als Shatterhand bei seinem ersten Auftritt und das Publikum bejubelt die Anspielung auf die Saison 2003. Szenenapplaus bekommt Carpendale schon, wenn er in einem Schwung auf sein Pferd aufsteigt und natürlich beim Kuss mit der schönen Nscho-tschi (Sophie Wepper), Winnetous Schwester. Da hörte das Publikum schon bei der Generalprobe kaum auf zu pfeifen und zu klatschen. Doch die schönste Szene ist und bleibt wohl die Verbrüderung unter den Augen des Häuptlings Intschu-tschuna (Gojko Mitic) im Fackelschein. Das finden auch die Freundinnen Merle und Jaqueline (beide zwölf) aus Bad Segeberg. „Das Stück gehört auf alle Fälle zu den besten der letzten Jahre.“ Mit dieser Meinung stehen sie nicht allein. Nach der Hauptprobe standen Tausende zum Applaus auf, als Winnetou und Old Shatterhand ein letztes Mal durch die Gänge ritten — zum nächsten Abenteuer.

72 Vorstellungen werden bis 1. September jeweils donnerstags bis sonnabends 15 und 20 Uhr, sonntags nur 15 Uhr gezeigt.

Nadine Materne

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