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„Wir ernten Regenwasser“

Trappenkamp „Wir ernten Regenwasser“

Deutsch-Indisches Klassenzimmer: Wassermanagement in Trappenkamp und Hyderabad war das Thema beim Besuch der indischen Gäste.

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Iven, Michael, Suhail und Sultan (v.l.) beschäftigen sich mit der Nachhaltigkeit der Wassernutzung in Hyderabad und Trappenkamp.

Trappenkamp. „Grundwasser ist dreckig“ — solche Aussagen der indischen Gäste sorgten für einige Verwirrung im Trappenkamper Teil des „Deutsch-Indischen Klassenzimmers“, einer interkulturellen Partnerschaft zwischen der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp und der Nasr Boy School in Hyderabad/Indien. Dabei geht es nicht nur um Kulturaustausch, sondern interkulturelles Forschen und Lernen. Das Thema im ersten Jahr: „Rain water harvest“ — die Regenwasserernte. Nach drei Videokonferenzen waren die zehn indischen Schüler zwei Wochen lang in Trappenkamp zu Besuch. Am Mittwoch präsentierten sie erste spannende Ergebnisse.

Die Nutzungsarten in Indien und Deutschland sind ziemlich ähnlich. Kochen, trinken, Geschirr spülen, waschen. „Wir haben Wasser-Tagebücher geführt“, berichtet Iven Binder. „Der Unterschied ist aber die Art des Wassers.“ Während in Deutschland für alles Grundwasser genutzt wird — auch zum Trinken —, ist dies in Indien nicht vorstellbar. Das Grundwasser ist versetzt mit Salzen, aber auch Giftstoffen wegen des niedrigen Grundwasserspiegels, erklärt der 13-jährige Suhail. Es werde zum Waschen genutzt, aber nicht zum Kochen und Trinken. Dafür werde Regenwasser verwendet, berichtet Akshad Gir. Es wird in Reservoirs gesammelt und über Firmen in großen Flaschen verkauft.

Im Gegensatz dazu ist das Grundwasser in Deutschland so gut, dass es aus dem Boden in Flaschen abgefüllt und verkauft wird. Das konnten sich die indischen Schüler beim Besuch der Firma Hansa Heemann ansehen. Außerdem haben sie das Wasserwerk und Klärwerk in Bornhöved besucht.

Bei ihrem geowissenschaftlichen Projekt vergleichen die Schüler auch die klimatischen Unterschiede beider Orte. Regen und Trockenheit seien nicht ausgeglichen in Indien, erzählt Akshad. Es regnet entweder sehr viel oder gar nicht. Seit drei Jahren habe es in Hyderabad fast gar nicht geregnet. Auch sei es viel wärmer im Winter. Minimaltemperatur: zehn Grad. Darauf freut sich Schülerin Josefine Lüthje bereits, denn im Januar treten die Trappenkamper den Gegenbesuch an. Eine andere Kultur kennenzulernen, wird sicher spannend werden. Außerdem ist Hyderabad eine Millionenstadt und viel dichter bevölkert. Was auch Auswirkungen hat auf die Wasserwirtschaft hat, die nicht nachhaltig sei, erklärt Suhail. Wegen Überpopulation, Waldrodung, wenig Regen und verstärktem Brunnenbau sei der Grundwasserspiegel zu niedrig, die Wasserbalance sehr unausgeglichen. Bei dem anstehenden Besuch in Hyderabad werden sich die deutschen Schüler dann dort Wasser- und Abwassersystem ansehen. Der Vergleich wird auf Postern dargestellt. Damit ist das Deutsch-Indische Klassenzimmer aber nicht beendet, vielmehr gibt es bereits ein neues Thema fürs nächste Jahr: Landwirtschaft. Auch dann wird Wasser wieder eine Rolle spielen.

Hoher Verbrauch in Schleswig-Holstein

122 Liter Frischwasser hat jeder Deutsche nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2013 verbraucht. In diesem Pro-Kopf-Wert ist allerdings nur der direkte Verbrauch fürs Kochen, Waschen, Duschen, Putzen und ähnlichen Dingen enthalten.
Der indirekte Frischwasserverbrauch, der beispielsweise bei der Produktion von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen erforderlich ist, ist in diesem Wert nicht berücksichtigt.
130 Liter pro Kopf haben laut der Statistik des Bundesamtes die Schleswig-Holsteiner im Jahr 2013 verbraucht. Damit lag der Norden im bundesweiten Vergleich an drittletzter Stelle. In Sachsen lag der errechnete Durchschnittswert bei gut 86 Litern.

Nadine Materne

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