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Wir geben Jugend eine Stimme

Bad Segeberg Wir geben Jugend eine Stimme

Die Jugend hat viele Stimmen in Bad Segeberg: 1600 junge Menschen entscheiden bis 23. November, wer sie im Kinder- und Jugendbeirat vertreten wird. In Kürze werden die Unterlagen zu ihnen nach Hause geschickt. Die Kandidaten haben sich jetzt im Rathaus vorgestellt.

Saja, Arthur Stefan Philipp, Dennis, Victor, Johanna, Hellena-Mercedes, Thorge, Julian, Luisa, Josephine und Luca (v.l.) wollen in den Beirat. Zu den Bewerbern zählen außerdem Marieke Aden und Kira Hartwig, die bei dem Rathaus-Termin verhindert waren.

Quelle: Fotos: Irene Burow

Bad Segeberg. 13 Teenager sind in den Wahlkampf gestartet. Denn wer gewählt werden will, muss Werbung für sich machen. Der Projektleiter für die „Jugendgerechte Kommune“, Thomas Minnerop, begleitet die Neuen und schon Erfahrenen mit der Kamera – am Ende soll ein Video entstehen, das es den zwölf- bis 21-jährigen Wahlberechtigten in der Stadt einfacher machen soll, sich zu entscheiden. In den Schulen hängen zudem Plakate, Flyer liegen aus: Denn nur elf Jugendliche dürfen in dem Gremium sitzen. Die Kandidaten haben sich jetzt im Rathaus getroffen, um sich kennenzulernen und sich gemeinsam der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie möchten im Beirat mitmachen. . .

 

LN-Bild

„Die Aufgabe erfordert Arbeit.Dirk Gosch, Leiter des Amtes für Jugend

A„...weil ich mich beteiligen will. Ich bin schon jahrelang dabei und möchte weitermachen“, sagt Dennis Rieke. Er ist 16 Jahre alt, Skateboardfahrer, hat die Schule am Burgfeld besucht und gerade eine Ausbildung als Zimmermann begonnen.

A„...weil ich mich für Politik begeistern kann, seit meine große Schwester sich hier engagiert“, begründet Arthur Stefan Philipp Wagemann (16). Er geht auf das Städtische Gymnasium, fährt Skate- und Longboard und spielt gern Computerspiele.

A„...weil es immer gut ist, mit Politikern zu reden. Ich möchte sie mit unserer Sicht konfrontieren und zu Verbesserungen anregen“, sagt die noch amtierende Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirats, Hellena Mercedes Wagemann. Die 17-Jährige hat schon in zwei Beiräten gesessen und liest in ihrer Freizeit viel. Momentan macht sie ihr Abitur am Berufsbildungszentrum Bad Segeberg (BBZ).

A„...weil es immer Spaß gebracht hat hier“, sagt der ebenso erfahrene Thorge Musfeldt (16). Falls er gewählt wird, ist es der fünfte Beirat, in dem er sitzen wird. Er besucht das BBZ und war bisher unter anderem zuständig für die Kommunikation mit anderen Jugendbeiräten in Schleswig-Holstein, die mit einer gemeinsamen Aktion mehr junge Leute zum Mitmachen gewinnen wollen.

A„...weil ich die Stadt verschönern will“, erklärt Johanna Otto. Die Zwölfjährige besucht die Dahlmannschule und interessiert sich für Eiskunstlauf und Reiten, sie liest und spielt Klarinette.

A„...weil ich mich seit Kurzem für Politik interessiere.“ Josephine Steinke will mithelfen, Bad Segeberg jugendfreundlicher zu gestalten. Die 13-Jährige liest und reitet gern und geht auf die Schule am Burgfeld.

A„...weil ich mehr Treffpunkte für die Jugend schaffen will. Eine Skateranlage wäre zum Beispiel schön“, sagt Luca Santoro (13), der selbst Skateboardfahrer ist und zur Dahlmannschule geht.

A„...weil mich die Meinung der Politiker interessiert und ich gleichzeitig helfen will, dass sie sich eine Meinung über uns Jugendliche bilden können“, lautet die Begründung von Julian Kamps. Der 14-Jährige von der Gemeinschaftsschule Rohlstorf spielt gern Fußball.

A„...weil ich mich schon seit fünf Jahren für Politik interessiere“, meint Victor Kuhrt. Der 15-Jährige geht auf das Städtische Gymnasium, ist begeisterter Leichtathlet und Computerspieler.

A„...weil ich den Jugendlichen helfen will, ihre Meinung zu vertreten“, sagt Saja Al Wakel. „Außerdem bin ich noch nicht so lange in Deutschland und möchte gleichzeitig Deutsch lernen und ein Teil der Gruppe werden“, so die 16-Jährige, die aus dem Irak nach Bad Segeberg gekommen ist. Sie spielt gern Fußball und lernt am BBZ.

A„...weil ich dabei sein will, die Stadt jugendgerechter zu machen“, sagt Luisa Sixt (12). Sie besucht die Schule am Burgfeld. In ihrer Freizeit kocht sie gern, töpfert und spielt Keyboard.

Der Jugendbeirat ist vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden. Er wird alle zwei Jahre neu gewählt, jetzt also zum sechsten Mal. „Ganz neu ist in diesem Jahr die Schülervertretung für Bad Segeberg gewählt worden“, erklärt Thomas Minnerop. Sie vertreten 6000 Jugendliche. „Mit den zwei Jugendgremien sind wir Vorreiter in Schleswig-Holstein, darauf sind wir stolz.“ Und weil sie nicht miteinander konkurrieren sollen, sondern zusammen etwas bewirken, findet nach der Wahl zum Beirat ein Seminar statt, wo sich alle kennenlernen. „Wir wollen den Politikern auf die Finger klopfen, unangenehme Fragen stellen und vielleicht auch nette“, sagt Minnerop.

  Ist der Beirat gewählt, wird ein Vorsitzender bestimmt sowie Vertreter für die Ausschüsse der Stadt, in denen Vorhaben diskutiert werden. Anschließend kommt die Runde einmal im Monat zusammen, um Themen zu besprechen und sich vorzubereiten. Als erstes Ziel hat sich die Gruppe die Erreichbarkeit auf die Fahnen geschrieben, damit jeder weiß, wie er sich mit den jungen Engagierten in Verbindung setzen kann.

  Das Gremium darf mitreden, wenn die Politik Themen bespricht, die die Jugend betrifft, wie den Bau von Spielplätzen oder einer Skaterbahn. „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Jugend angemessen beteiligt wird“, erklärt Dirk Gosch, Leiter des Amtes für Soziales, Schulen, Kultur und Sport. „Es ist keine leichte Aufgabe und erfordert auch Arbeit“, betont Gosch. Der Jugendbeirat organisiert zudem im Jugendzentrum Lesungen, Partys oder Poetry-Slams.

Mehr Infos: http://jugendgerechte-kommune-segeberg.de

So wird gewählt

Bis zum 23. November sind die Stimmzettel per Briefwahl auszufüllen. Die Unterlagen erhalten alle Zwölf- bis 21-Jährigen per Post. Darauf sind alle Kandidaten zu sehen: Es können bis zu elf Kreuze gemacht werden. Wer mehr Kreuze setzt, macht seinen Stimmzettel ungültig.

Stichzeit am 23. November ist 12 Uhr, bis dann müssen die roten Briefumschläge in den Briefkasten am Rathaus geworfen sein oder in die Wahlurne im Rathaus. Die Umschläge gelangen auch auf dem Postweg zur Stadt. Das Porto ist kostenfrei. Am Nachmittag des 23. November werden im Bürgersaal die Stimmen ausgezählt.

1570 Wahlberechtigte gibt es in Bad Segeberg in der Altersgruppe.

Irene Burow

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