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Segeberg Wirtschaftstag: „Interkommunal ist sexy“
Lokales Segeberg Wirtschaftstag: „Interkommunal ist sexy“
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20:18 29.09.2016
Die Gestaltung der Zukunft sei eine gemeinsame Aufgabe, sagt Maike Moser, Chefin der WKS. Quelle: Fotos: Hfr

Zusammenarbeit statt Klein-klein: „Zukunftsregion Segeberg gemeinsam gestalten“ – das Motto des 4. Segeberger Wirtschaftstages am Mittwoch in Trappenkamp war Programm. Schon zu Beginn waren die knapp 150 Gäste aufgefordert, ein Puzzle des Kreises zusammenzusetzen. Eine Erkenntnis: „Selbst die vier Nordgate-Gemeinden machen nur ein Siebtel der Fläche des Kreises aus“, verdeutlichte Maike Moser, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung des Kreises als Veranstalter des Wirtschaftstages. Es zeigte aber auch, wie heterogen der Kreis ist. Und trotzdem, so die Nachricht des Abends: Zusammenarbeit lohnt sich – etwa im Tourismus oder bei der Entwicklung von Gewerbeflächen.

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Die Gestaltung der Zukunft sei eine gemeinsame Aufgabe, sagt Maike Moser, Chefin der WKS.

„Die anderen schlafen nicht. Und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“Uwe Mantik, Cima Lübeck

Gewerbeflächen, darum bemühe man sich in Trappenkamp seit Längerem, erklärte Dirk Bösebeck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft wirtschaftlich interessierter Kreise (Arge) in Trappenkamp, als Vertreter der Gastgebergemeinde. Ein Appell an die zahlreich anwesenden Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Denn das letzte Stück Gewerbegrund sei inzwischen längst verkauft.

„Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“, war darauf die Antwort von Uwe Mantik von „Cima“ in Lübeck, Kompetenzzentrum für Regionalentwicklung. Interkommunale Gewerbegebiete seien der Klassiker in der Kooperation von Gemeinden. Dabei sei es aber nicht zwingend notwendig, dass auch alle beteiligten Gemeinden Land in ein Projekt einbringen. Möglich sei auch eine monetäre Beteiligung bei der Entwicklung – und entsprechend auch an den Rückflüssen, skizzierte Mantik in seinem Kurzreferat. Die Vorteile: Begrenzung von Flächen können aufgehoben, Kosten geteilt und die Vermarktung gemeinsam gestaltet werden, die Zusammenarbeit erbringe zusätzliche Einnahmen für die Partner, ruinöse Konkurrenz werde aufgehoben. „Das ist kein Hexenwerk“, sagte Mantik und ermutigte zur interkommunalen Zusammenarbeit, denn sie werde auch von der Förderkulisse gern belohnt: „Interkommunal ist sexy.“ Zudem gab Mantik zu bedenken: „Die anderen schlafen nicht.“

Zusammenarbeiten soll der Kreis auch beim Thema Tourismus. Die WKS hat damit begonnen, ein Tourismuskonzept zu erarbeiten, das die Ziele bis zum Jahr 2030 definieren soll. Einen ersten Workshop gab es dazu bereits, der jedoch wenig Spektakuläres ergeben hat: Natürlich sollen die Attraktivität, Marke und Wertschöpfung gesteigert werden, wie Philip Wagner vom NIT (Nordeuropäisches Institut für Tourismus- und Bäderforschung) in Kiel kurz vortrug.

Interessanter waren die Zahlen des bestehenden Tourismus, die das Potenzial des Kreises aufblitzen lassen: Die 72 Unterkünfte im Kreis mit mehr als zehn Betten – insgesamt 4800 – zählen schon jetzt im Jahr 740000 Übernachtungen. Multipliziert mit den durchschnittlichen, täglichen Ausgaben setze die Tourismusbranche in Segeberg mindestens 61 Millionen Euro um. „Und das ist erst die Spitze des Eisbergs“, so Wagner. Denn private Vermittler und Tagestouren seien in der Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Der Tourismus in Segeberg sei es also wert, weiterentwickelt zu werden. Es gebe viele Akteure und Angebote. Das Ziel müsse sein, diese zu verknüpfen und zu koordinieren. Es gibt also einiges zu tun für Segebergs Entscheider und Gestalter.

Der Segeberger Wirtschaftstag 2017 findet in Wahlstedt statt.

Nadine Materne

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