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Segeberg Wittenborn: Projekt Markttreff ist gestoppt
Lokales Segeberg Wittenborn: Projekt Markttreff ist gestoppt
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20:31 29.09.2016

Mehr Einwohner als Gemeindevertreter, so viel Bürgerinteresse ist selten bei einer Gemeindevertretersitzung in Wittenborn. Das Thema „Markttreff“ hatte die knapp 20 Wittenborner in den Landgasthof gelockt. Doch Bürgermeister Thorsten Lange musste die Zuhörer enttäuschen: Aufgrund von internem Zahlenmaterial wurde der Punkt in den nichtöffentlichen Teil verlegt.

„Wir sind stark gestartet, haben dann leider auch stark nachlassen müssen.“ Holger Fürst, Vorsitzender Finanzausschuss

Die Investoren Carsten und Stefan Lange hatten den Dorfgasthof mit angrenzenden Gebäuden 2015 gekauft, um dort einen Dorfmittelpunkt mit Nahversorger, altengerechten Wohnungen und Gastronomie zu schaffen. Unter finanzieller Beteiligung der Gemeinde sollte ein Markttreff in den Räumen der Gaststätte eingerichtet und ein Gasthof in der Remise betrieben werden. Doch das gemeinsame Projekt wurde nun gestoppt. Finanzausschussvorsitzender Holger Fürst gab eine kurze Zusammenfassung über die Gründe. Gemeinde und Investor hätten keinen gemeinsamen Nenner mehr gehabt, so Fürst. Habe man anfangs mit Kosten von einer Million Euro gerechnet – man hatte sich 750 000 Euro EU-Fördergelder erhofft –, seien die Kosten während der laufenden Planung unter anderem wegen der Gebäudesanierungen in die Höhe gestiegen. „Zu viel für unsere Gemeinde“, sagte Fürst gegenüber den LN. Die Vertreter hätten langfristig gedacht und nicht ihre Nachfolger in 20 Jahren noch mit monatlichen Zahlungen belasten wollen. „Außerdem hätten viele rechtliche Schwierigkeiten auf uns zukommen können“, so Fürst. Es sei nicht klar gewesen, ob ein Förderantrag von Investor und Gemeinde durchgegangen wäre. Denn die Gemeinde wäre für den Umbau von Gaststätte und Remise finanziell verantwortlich gewesen, die Bauarbeiten hätte eine Firma des Investors ausgeführt. „Wir sind stark gestartet, haben dann leider auch stark nachlassen müssen“, so der Ausschussvorsitzende.

Er hatte aber einen kleinen Lichtblick für die Zuhörer. Die Idee Markttreff sei noch nicht abgeschrieben. Die Gemeindevertreter arbeiten gerade an einem Konzept, einen Markttreff in der Remise eventuell mit einem Heimatmuseum einzurichten. Denn der Investor habe signalisiert, dass eine Verpachtung der Remise an die Gemeinde möglich sei. Doch nun sind erst einmal Experten gefragt, die Aussagen über mögliche Kosten für einen Umbau der Remise machen können.

Weiter gediehen ist dagegen die Auftragsvergabe eines Dorfentwicklungskonzeptes. Drei Anbieter hatten sich beworben, die Preise variierten von 16 500 bis 59000 Euro. Da Fördergelder beantragt wurden, haben sich die Gemeindevertreter für den preisgünstigsten Bewerber entschieden. Wie sieht die Zukunft von Wittenborn aus? Was hat die Gemeinde, was benötigt sie? Mitarbeiter des Kieler Ingenieurbüros B2K werden sich gemeinsam mit Einwohnern darüber Gedanken machen. Projekte ab 100000 Euro sind förderfähig, gemeindliche Bauvorhaben können bis zu 75 Prozent bezuschusst werden, private zwischen 35 und 50 Prozent. Auch die Kosten für das Entwicklungskonzept sind förderfähig. Der Zuwendungsbescheid über 12 350 Euro ist bereits eingetroffen.

sd

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