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Wo Hoppe fräst, da wächst bald wieder was

Schmalfeld Wo Hoppe fräst, da wächst bald wieder was

Ein Baum ist schnell gefällt. Was aber tun mit dem Stubben? Ausgraben? Viel zu schwer! Ignorieren? Irgendwie doof. Also: Stubbenfräser holen!

Klaus Gerdes hebt die Fräse hier einfach über den Zaun: Hoppe kann sein Werk beginnen.

Quelle: Christian Spreer

Schmalfeld. Wenn man sich mit Franz Hoppe über seine Stubbenfräse unterhält, fällt einem unweigerlich das Torfrock-Lied von „Presslufthammer-Bernhard“ ein. Beide, Bernhard und Franz, eint die innige Verbindung zu ihrem Arbeitsgerät. Im Fall von Franz Hoppe ist dies ein eineinhalb Tonnen schweres „Monstrum“ mit einer unheimlichen Power: Hoppes Stubbenfräse rubbelt die größten und dicksten Reste von gefällten Bäumen weg wie nichts. Wer dabei zusieht, kann Hoppes Begeisterung durchaus nachvollziehen.

„Das Schöne an Erfahrung ist, dass man sie weitergeben kann, ohne sie zu verlieren.“

Franz Hoppe, Stubbenfräser

Schmalfeld, Moorweg 6: Hoppes Einsatzgebiet. Hier soll er einen Baumstumpf von 60 Zentimetern Durchmesser abfräsen. Und zwar so, dass Wolfgang Richter dort wieder etwas anpflanzen kann. Richter hatte die Tanne zu Weihnachten seiner Gemeinde spendiert. Der große Baum hat die Schmalfelder zur Weihnachtszeit mit seinem Lichterglanz erfreut. „Da ist es ja wohl klar, dass wir den Stubben auch wegmachen“, stellt Bürgermeister Klaus Gerdes fest. Dabei gab es ein kleines Problem, das für Männer wie Gerdes und Hoppe letztlich keine echte Herausforderung war: Die Stubbenfräse konnte nicht mit eigenem Antrieb zum Baum gelangen — sie musste über einen Zaun gehoben werden. Also hat Gerdes einen Radlader geholt, Tragegurte wurden festgezurrt — und schon stand die gelbe Fräse auf Richters Rasen. Kommentar von Gerdes: „So was haben wir früher an der Halskette getragen, was Franz?“ Hoppe gluckst in sich hinein.

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Der ausfahrbare Stempel hinten an der Fräse senkt das Vorderteil ab. Folge: Man kann tiefer fräsen.

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Er dreht den Zündschlüssel um, und schon zeigt die Fräse, was in ihr steckt. Ihm bei der Arbeit zuzugucken, das ist so richtig was für große und kleine Jungs. Hoppe fährt seine Maschine, die vorn mit einem respekteinflößenden Schneidrad („Das Beste, was es in der Stubbenfräserei gibt“) ausgestattet ist, an den Baumstumpf heran. 880 Umdrehungen je Minute. Da fliegen die Holzschnitzel nur so. Nach gut zehn Minuten ist vom Stubben nichts mehr zu sehen. Dafür ist ein tiefes Pflanzloch entstanden. Richter ist zufrieden und Hoppe auch. Das war ganze Arbeit. Eigentlich muss man die Frage nicht stellen: „War‘s schwer?“ Hoppe sagt: „Shit.“ Soll heißen: Kleinkram.

Der 67-Jährige ist ein ruhiger Typ, er schnackt nicht viel. In Fahrt kommt er allerdings, wenn es um seine Stubbenfräse geht. An der hängt er. Neu kostet so etwas 35000 Euro. Seine hat er modifiziert nach dem Motto: Man kann alles verbessern. „Ich komme aus der Metallindustrie, da kennt man sich mit Maschinen aus.“ Ein wichtiges Manko, das ihn geärgert hatte, hat er gleich behoben.

Eigentlich fräst seine „Stumo Grinder 4400-4“ der Firma Carlton nämlich nur bis 38 Zentimeter Tiefe. Manche Auftraggeber, vor allem Kommunen, seien damit aber nicht zufrieden. „Die wollen, dass man die Stumpen tiefer abfräst.“ Was nun? Kein Thema für Hoppe: Er hat hinten an seinem Gerät einfach einen ausfahrbaren Stempel angebaut. Jetzt kann er die Fräse hinten hydraulisch anheben, wodurch vorne das Fräsenrad automatisch abgesenkt wird. Ergebnis: „Jetzt kann ich bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern fräsen.“

Früher hatte Hoppe, der in Schmalfeld lebt, ein fahrbares Sägewerk. Das hat er längst verkauft — „hier gibt es nicht genug Wald dafür“. Danach hatte er sich auf Baumpflege spezialisiert, und 1994 ist er beim Stubbenfräsen hängengeblieben. „Das ist für mich Berufung“, kommt es wie ein Geständnis. Mittlerweile scheint er in der Szene eine Instanz zu sein. Er handelt inzwischen auch mit Stubbenfräsen und allerlei Zubehör. Weltweit verkauft er übers Internet (www.hoppebaumdienst.de) extrem spezielle Teile. Und er gibt sein Wissen gern an Kollegen und solche, die sich eine Stubbenfräse zulegen wollen, weiter. Hoppe: „Das Schöne an Erfahrung ist, dass man sie weitergeben kann, ohne sie zu verlieren.“ Er ist 67: Wie lange will er sich noch abrackern? „Ich kann mich einfach nicht trennen“, sagt er. Für ihn ist diese Arbeit Spaß.

Entscheidend für die Qualität seiner Fräse sind die Hartmetallauflagen auf den Zähnen des aus Schweden kommenden Schneidrades, die sich in die Stubben fressen. Da scheint er eine gute Quelle zu haben, denn die einzelnen Zähne verkauft er „bis nach Australien und in die USA“. Die verschleißen so gut wie nicht, meint er. Sogar Stein kann man damit fräsen.

Franz Hoppe ist auch aktiv in einem Stubbenfräserblog: Da berät er neue Kollegen, die auch ins Stubbenfräsengeschäft wollen — Leute wie „Wurzelandy“, „Holzknecht“, „Baumstumpf ade“ oder „Kaimeinkai“.

Franz wird ständig um Infos und Hilfe angegangen. Das macht er gern. Er hat dabei einen Leitspruch: „Um etwas zu verändern, brauchen wir mehr Bessermacher und weniger Besserwisser.“

Christian Spreer

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