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Segeberg Letzte Arbeiten am Wahlstedter Marktplatz
Lokales Segeberg Letzte Arbeiten am Wahlstedter Marktplatz
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16:11 26.09.2018
Der sanierte Marktplatz von Wahlstedt wird wieder freigegeben für den Wochenmarkt. Gärtner Jörg Schein vom Bauhof der Stadt hübscht die Freiflächen unter den Bäumen mit Pflanzen auf. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

Es hat länger gedauert als geplant, und ganz fertig ist er immer noch nicht. Zudem wird Wahlstedts neuer Marktplatz mindestens 50 000 Euro teurer als erwartet. Immerhin aber ist er nun „bezugsfertig“. Die Beschilderung, ein paar Pfähle, Stangen und Steine kommen demnächst. Und der Handlauf für den barrierefreien Zugang zur Ladenzeile braucht auch noch mindestens vier Wochen. Aber der Wochenmarkt kehrt von seinem Ausweich-Quartier am anderen Ende der Fußgängerzone auf den angestammten Platz zurück.

Wochenmarkt-Beschicker zurück auf saniertem Marktplatz - Rückblick

Gärtner Jörg Schein vom städtischen Bauhof sorgte dieser Tage mit Unterstützung rechtzeitig dafür, dass alles schön schier ist, blühende Stauden unter den Bäumen das einladende Bild abrunden. Doch die Freude bei den Beschickern des Wochenmarkts ist mehr als getrübt: Mit dem neuen Markt könnte auch die Organisation neu geregelt werden. Die Deutsche Marktgilde ist da im Gespräch. Dabei handelt es sich um ein Dienstleistungsunternehmen, das nach eigenen Angaben etwa 3000 Wochenmärkte in 13 Bundesländern veranstaltet. Die Stadtverwaltung hat sogar schon einen Vertragsentwurf vorliegen, datiert auf den 1. September 2018. Auf der Homepage der Gilde wird Wahlstedts Wochenmarkt als erstes und einziges Mitglied in Schleswig-Holstein bereits auf einer virtuellen Karte beworben.

"Das wird nichts, da findet sich keiner, der mitmacht", ist Imbissbetreiber Klaus Gohla sicher. Quelle: Heike Hiltrop

Imbissbetreiber Klaus Gohla lacht gequält: „Das wird nichts. Da wird sich keiner finden, der mitmacht“, sagt der Beschicker. „Davon hätten nur Stadt und Gilde was, und für uns bedeutet es ein Vielfaches der Kosten.“ Da werde zum einen nicht nach laufendem Meter abgerechnet, sondern nach Quadratmetern - sogar für Auto und Aufstellschilder. Die Gilde verlange von den Beschickern sogar, dass sie Urlaub einreichten, „und am Markt mitverdienen wollen sie auch noch.“ Die Gilde wolle die Chance nutzen, in Schleswig-Holstein Fuß zu fassen, sagt der 64-Jährige.

Ingo Niels, der seit Jahren mit seinem Wagen Fleisch- und Wurstwaren anbietet, sieht das ähnlich: „Die Stadt soll das weitermachen.“ „Die Marktgilde treibt nur die Preise hoch“, ergänzt Obst- und Gemüsehändlerin Silke Fehrs. Deutlicher wird Stefan Wegener, Präsident des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute: „Wer sich die Händlerverträge ansieht, erkennt, dass das an Prostitution grenzt. Die selbstständigen Marktbeschicker werden zu Subunternehmern der Gilde.“ Er sei informiert worden, nachdem die Gilde auf dem Wochenmarkt Verträge zur Unterzeichnung verteilt habe und die Situation als abgemachte Sache dargestellt habe.

Auf der Homepage der Deutschen Marktgilde ist der Wochenmarkt Wahlstedt schon eingetragen. Ein Vertrag mit ihr ist jedoch bisher nicht unterschrieben worden. Quelle: Heike Hiltrop

„Der Vertrag ist noch lange nicht unterzeichnet“, betont unterdessen Wolfgang Lippke (FDP). Als Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung betont er, dass der Fokus darauf liege, gemeinsam zu versuchen, jemanden an Bord zu holen, der den Wochenmarkt aus sich heraus attraktiver mache. Der Interessenverband der Marktkaufleute hat nun eine Kooperation angeboten, allerdings, so Wegener, habe die Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass ohne eine Änderung die Gebühren kommendes Jahr deutlich angehoben werden würden. „Es gibt noch viel zu klären, darum wird es nach der Gewerbeschau Gewa einen Runden Tisch geben“, kündigt Lippe an. Stefan Wegener ergänzt: „Für den Fall, dass wir nicht zusammenkommen sollten, haben Edeka Kost und Rewe schon Interesse gezeigt, dem Wochenmarkt Flächen zur Verfügung zu stellen.“

Heike Hiltrop

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