Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Wohlfühlen über den Dächern der Stadt
Lokales Segeberg Wohlfühlen über den Dächern der Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:31 21.10.2013
Ursula und Karl-Heinz Engelmann haben im Juni eine Dreizimmerwohnung im Marienhof bezogen und fühlen sich sehr wohl. Fotos (2): Kronlage

Wohnen mit Service und Pflege ist das Motto des Marienhofes. Ursula und Karl-Heinz Engelmann (83 und 84 Jahre alt) wissen, dass sie nicht hinaus müssen aus ihrer Wohnung, wenn sie einmal pflegebedürftig sein sollten. Das Paar hat im Juni seine 90-Quadratmeter große Wohnung (drei Zimmer) im dritten Geschoss bezogen und blickt von seiner großen Dachterrasse nach Südwesten in Richtung Kirch- und Kurhausstraße. „Wir fühlen uns hier wohl“, sagen sie. Eigentlich hatten die beiden ihr Haus in Neumünster noch nicht verlassen wollen, doch dann hörten sie über ihre Tochter vom Marienhof mit seinen Seniorenwohnungen. „Wir haben uns dann dafür beworben. Denn uns war wichtig den Ort zu bestimmen, solange wir noch in der Lage sind, selbst entscheiden zu können“, bemerkte Karl-Heinz Engelmann.

Ein Aspekt, der für viele Senioren wichtig ist, dazu die Barrierefreiheit. Denn viele Rentner müssen ihre Wohnungen verlassen, weil sie nicht altersgerecht sind. Die Nachfrage nach solchen Wohnungen in Bad Segeberg dürfte zurzeit weitgehend gedeckt sein, denn neben dem Marienhof gibt es zwei weitere Häuser mit Wohnungen für Ältere: der Gebäudekomplex am Gasberg mit 61 Wohnungen und das Wohnprojekt Am Eichberg/An der Trave; Haus A mit 39 Wohnungen ist bereits bezogen, Haus B mit Gemeinschaftshaus und 35 Wohnungen wird Ende dieses Jahres übergeben und ist laut Auskunft der EWP-Bau GmbH fast komplett verkauft. Es sind Wohnanlagen für Senioren, die noch nicht in ein Heim ziehen wollen, weil sie weitgehend fit und gesund sind. Sie wollen unabhängig und selbstbestimmt in ihrer Wohnung leben.

Noch ist die Nachfrage nach solchen Wohnungen in dieser Gegend überschaubar. Doch sollen in den nächsten Jahren im Kreis Segeberg rund 7000 Wohnungen fehlen. Das geht aus der Studie „Wohnen plus 65“ des Regionaldaten-Instituts Pestel hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover geben darin erstmals auf der Grundlage der neuen Zensus-Zahlen eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung.

Demnach werden in 2035 im Kreis Segeberg rund 76 170 Menschen älter als 65 Jahre sein — 43 Prozent mehr als heute. „Damit wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen“, sagte Pestel-Studienleiter Matthias Günther. Die Prognose für den Kreis Segeberg gehe von rund 11 440 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus.

Ziel müsse sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen, auch dann wenn sie ambulant gepflegt werden müssen. Zumal Heimpflegeplätze, so Studienleiter Günther, sehr viel teurer seien als der Bau altengerechter Wohnungen. Die Studie zum Seniorenwohnen hat das Verbändebündnis „Wohnen 65plus“ in Auftrag gegeben, dazu gehören der Sozialverband Deutschland, der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure sowie andere Fachverbände.

Zu jenen Baugesellschaften, die im Kreis Wohnungen errichten und vermieten — zum Beispiel in der Südstadt — gehört die Wankendorfer (Kiel). Sie investiert auch in den Abbau von technischen Barrieren in Wohnanlagen, zum Beispiel bei Zuwegungen und bei Unterstellmöglichkeiten. „Wir haben in Wahlstedt ein Haus mit acht Geschossen vollkommen barrierefrei umgerüstet; alle 32 Wohnungen lassen sich dort mit dem Rollstuhl erreichen“, sagte Vorstandsvorsitzender Helmut Knüpp auf Nachfrage. Auch versuche die Wankendorfer individuelle Lösungen umzusetzen.

„Ganz wichtig sind kleine bezahlbare Wohnungen“, betonte Seniorenbeiratsvorsitzende Karin Am Wege. Damit meint sie Zwei-Zimmer-Wohnungen für Paare, Ein-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende. Kein Problem für Senioren, die eine gute Rente bekämen. Doch die Miete würde sich verteuern durch die Buchung von Serviceleistungen. Sie empfiehlt Wohnungsbaugesellschaften, nicht für die ältere Generation allein zu planen. „In den Häusern sollten Senioren und andere Altersgruppen leben. Es muss ein guter Mix sein“, fordert sie. Soziale Bindungen, die Kontakte zum Nachbarn, eine gute Gemeinschaft — das macht das Dasein von Älteren und Alten lebenswert und abwechslungsreich. „Bisher haben wir hier im Heim noch keinen kennengelernt“, stellen Ursula und Karl-Heinz Engelmann fest.

Doch das wollen sie jetzt, wo der Umzugsstress vorbei ist, nachholen.

Schneller Zuwachs älterer Menschen
Mit der Wohnungssituation von Senioren in Bad Segeberg hat sich die Gewos — Beratung, Planung, Forschung, in ihrer „Bedarfsabschätzung für Betreutes Wohnen in Bad Segeberg“ 2011 befasst. In ihrer Studie stellte sie unter anderem die Bevölkerungsprognose für die Städte Bad Segeberg, Wahlstedt und die Ämter Boostedt-Rickling, Bornhöved, Trave-Land und Leezen bis 2025. Danach lebten in diesem Einzugsbereich 2010 rund 15 300 Personen mit einem Alter von mindestens 65 Jahren. Dies entspricht etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Bis zum Jahr 2025 würden es 19 500 Personen sein, das wäre ein Zuwachs von 26 Prozent. Der Studie zufolge würden 96 Prozent der über 65-Jährigen in Ein- und Zweipersonenhaushalten leben, im Jahr 2025 würden es dann 98 Prozent sein.

Die durchschnittliche Haushaltsgröße der berücksichtigten Altersgruppe betrage 1,5.

Die Anzahl der Haushalte mit über 65-Jährigen im Einzugsgebiet beträgt derzeit zirka 10 430, im Jahr 2025 werde es rund 12 970 Haushalte geben.

Ursula Kronlage

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gewinnspiele im Segeberger Einrichtungshaus.

21.10.2013

Polizei bald mit neuem

Trainingszentrum

Segeberg — Die Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten für Schleswig-Holsteins Polizei werden sich bald verbessern.

21.10.2013

Die Interessengemeinschaft „Wir für Segeberg“ (WfS) veranstaltet mit Möbel Kraft am 3. November, 12 bis 17 Uhr, den letzten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr.

21.10.2013
Anzeige