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Wohnen in Segeberg immer teurer

Bad Segeberg Wohnen in Segeberg immer teurer

Hohe Nachfrage aus Hamburg, niedrige Zinsen, Flüchtlinge: Mehrere Faktoren treiben im Kreis die Preise an. Wohnen wird immer teurer

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Reihenhäuser in der Bad Segeberger Südstadt: Auch für sie sind die Preise in den vergangen Jahren deutlich nach oben gegangen.

Quelle: Vogt

Bad Segeberg. Laut einer neuen Studie gehört Hamburg zu den zehn Städten mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Das ist einerseits schön, hat aber den Nachteil, dass das Wohnen dort immer teurer wird – und das macht sich zunehmend im Kreis Segeberg bemerkbar. Die Preise von Miet- und Kaufimmobilien steigen nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hansestadt an. Selbst im Norden von Bad Segeberg bis nach Neumünster kennen die Preise nach Aussage von Experten inzwischen nur noch eine Richtung: nach oben.

In einem aktuellen Angebot werden zum Beispiel für eine Neubau-Dachgeschosswohnung in der Kreisstadt mit drei Zimmer und 120 Quadratmetern mehr als 400000 Euro aufgerufen. Preise, wie man sie bis vor einigen Jahren nur aus der Hamburger City kannte. „Aber auch solche hochpreisigen Objekte finden heutzutage Käufer. Der Markt ist definitiv da“, sagt Heinrich Prühs, Leiter der Immobilienabteilung bei der Sparkasse Südholstein. Gut situierte Rentnerpaare beispielsweise, die sich für ihren Lebensabend von ihrem Haus trennen und über entsprechendes Kapital verfügen, seien durchaus bereit, solche Beträge auf den Tisch zu legen.

Aber auch im unteren Preissegment sehe die Entwicklung gegenwärtig nicht anders aus. „Ein Reihenhaus in der Südstadt beispielsweise war vor fünf Jahren für etwa 80 000 Euro am Markt“, erklärt Prühs.

Heute würden für so eine Immobilie bis zu 110 000 Euro verlangt.„Und auch gezahlt.“

In der Bad Segeberger Innenstadt seien allein im Vergleich von 2016 zu 2015 die Preise für Immobilien noch einmal um vier Prozent geklettert, sagt Makler Frank Rohwedder. Verglichen mit 2007, als laut Rohwedder „die absolute Talsohle bei den Preisen erreicht war“, sogar um 25 Prozent. Eine Preisblase erkennt der Bad Segeberger Makler zwar noch nicht. „Ich habe aber durchaus Respekt vor diesem hohen Niveau“, räumt der Bad Segeberger ein. Dauerhaft könne es nicht so weitergehen, irgendwann müsse „die Luft einfach raus sein“.

Für Segeberg kämen bei Kaufimmobilien derzeit aber zwei Faktoren zusammen, die die hohe Nachfrage begünstigten. Zum einen treibe das niedrige Zinsniveau viele Menschen zum Kauf, zum anderer ließen sich mehr Menschen aus Hamburg im Kreis nieder, wo das Eigenheim für Normalverdiener kaum mehr erschwinglich sei. „Um sich den Wunsch nach dem Eigentum zu erfüllen, wird dann auch eine längere Fahrt zu Arbeit in Kauf genommen“, sagt Rohwedder. In der gesamten Branche seien die Wartelisten lang: Für jede Immobilie, die neu auf den Markt komme, „können wir derzeit über 20 Kunden anrufen, die alle kaufen wollen“. Selbst hoher Sanierungsbedarf schrecke Käufer nicht ab.

Doch auch auf die Mieten nimmt der Preisdruck zu. Wie aus einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor geht, hat sich die Relation zwischen Wohnkosten und Einkommen im Kreis Segeberg binnen fünf Jahren deutlich verschlechtert (siehe Info-Text). In Schleswig-Holstein betrifft das neben Segeberg nur noch die Landeshauptstadt Kiel.

Und das, obwohl die Energiekosten zuletzt eher gesunken sind. Eine Stagnation, gar einen Sinkflug der Mietpreise erkennt Carsten Wendt, Geschäftsführer des Mietervereins Schleswig-Holstein nicht.

„Absehbar dürfte es weiter nach oben gehen“, glaubt Wendt. Gerade im unteren und mittleren Preissegment wird sich die Lage auch durch den Zuzug von Flüchtlingen weiter verschärfen.

Ulrik Schlenz, Vorstandsmitglied bei der Wankendorfer Baugenossenschaft, will eine Verbindung zwischen gestiegenen Mietpreisen und höherem Wohnkostenanteil am Einkommen zwar nicht direkt ziehen. Denn tatsächlich seien die Durchschnittsmieten für Wankendorfer-Immobilien seit 2014 lediglich um sechs Prozent gestiegen, während der Einkommenszuwachs im Bundesschnitt im gleichen Zeitraum bei 11,5 Prozent lag. „Aber ich will nicht ausschließen, dass einzelne Markteilnehmer im Kreis Segeberg die Mieten wegen der hohen Nachfrage durchaus auf das maximal Machbare angehoben haben“, sagt Schlenz.

Einen erhöhten Nachfragedruck aus dem teuren Hamburg bekomme aber auch die Wankendorfer zu spüren. „Inzwischen sogar bis nach Wahlstedt und Trappenkamp.“ Eine angemessene Antwort darauf können aus seiner Sicht nur massive Neubauprogramme sein.

Weniger Raum fürs Geld

97 Quadratmeter Mietwohnraum kann sich ein durchschnittlicher Segeberger Haushalt nach einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln 2016 von 25 Prozent seines Einkommens leisten. Eine Verschlechterung gegenüber 2010, als es noch 99 Quadratmeter waren. Mit Ausnahme von Kiel hat sich dieser Wert in allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein dagegen verbessert. So konnte sich ein Haushalt in Stormarn für ein Viertel des Einkommens 2016 sogar 103 Quadratmeter Wohnraum leisten (2010:

101 Quadratmeter), im Kreis Herzogtum-Lauenburg 105 Quadratmeter (2010: 104).

 Oliver Vogt

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