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Wohnprojekt am Nelkenweg kommt auf den Prüfstand

Bad Segeberg Wohnprojekt am Nelkenweg kommt auf den Prüfstand

Wird das Gebäude mit 120 Wohnungen in der Südstadt zu groß? Architekt und Stadtverwaltung müssen sich vor der Bauleitplanung jetzt neu beraten.

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Der Hamburger Architekt Martin Reichardt plant für das neue Baugebiet am Nelkenweg auf einer rund 13000 Quadratmeter großen Fläche ein völlig neues Konzept für ein Quartier mit Mehrfamilienhäusern.

Bad Segeberg. Das wird kein Selbstgänger: Die Investoren, die IMR Consulting, ein Familienunternehmen von Manfred Ranthum, rennen mit dem geplanten neuen Baugebiet am Nelkenweg nicht gerade offene Türen ein. Die LN berichteten schon im Vorwege ausführlich über das für Segeberger Verhältnisse wohl einmalige Vorhaben. Auf einer rund 13 000 Quadratmeter großen Fläche soll ein Quartier mit Mehrfamilienhäusern entstehen. An die 120 „hochwertige“ Wohnungen sind geplant, die 120 Stellplätze dazu sollen in einer Tiefgarage verschwinden. Zusätzlich sollen untertage auch 30 öffentliche Parkplätze für die Nachbarschaft entstehen, warb der Architekt. Doch der zusätzliche „Park-Bonbon“ war im städtischen Bauausschuss kein Thema. Aufmerksam verfolgten Anlieger hingegen die Pläne für einen mächtigen Baukomplex, der nahe ihrer Reihen- und Einzelhäuser entstehen soll. Die Politiker empfahlen mehrheitlich keinen Aufstellungsbeschluss für das Bauleitverfahren.

 

LN-Bild

„Hier wird bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt.“Dieter Schönfeld (SPD), Bürgermeister

Es gebe noch Beratungsbedarf zwischen Verwaltung und Investoren.

„Verdichtung“ war das Schlagwort: Passt so ein großer langer Riegel mit Eigentumswohnungen, dreigeschossig, mit Staffelgeschoss in das Umfeld? Im Ausschuss wurden Zweifel laut. Durch die Hanglage des Grundstückes sei eine große Tiefgarage möglich, Autos würden verschwinden, die Gebäude eine Höhe von 12, 50 Meter haben, erklärte der Hamburger Architekt Martin Reichardt. Das füge sich in das Umfeld mit den Mehrfamilienhäusern der Wankendorfer Baugenossenschaft ein.

Doch Ausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) erinnerte an einen noch gültigen Beschluss der Stadtvertretung aus 2010. Damals hatten die Politiker nach einem Ortstermin mit den Nachbarn des jetzt noch brachliegenden Grundstücks beschlossen, im Norden des Geländes nur Einzel- und Doppelhäuser mit einer Höhe von 9,5 Meter zu erlauben. Im südlichen Bereich sollte Bebauung bis zu einer Firsthöhe von zwölf Metern festgesetzt werden. Dieser Beschluss dürfe nicht per neuem Bebauungsplan weggewischt werden, warnte er.

Gleichzeitig hatte er bei den vom Architekten vorgelegten Plänen Fehler gefunden. So waren beim benachbarten Berufsschulzentrum drei Geschosse eingetragen worden. Das habe aber nur zwei. Auch die Reihenhäuser im Nordosten wuchsen auf den Plänen der Architekten zu dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern. Da hätte sich ihr neues Vorhaben plantechnisch prima eingefügt. Waren das Fehler beim Zeichnen der Pläne oder handelte es sich um Trickserei der Investoren gegenüber den Politikern? Es wurde in der Ausschusssitzung nicht weiter vertieft. Auch von den Planern gab es kein Wort.

Hanggrundstücke haben ihre Tücken: Tödt führte aus, dass nach Fertigstellung der Tiefgarage von der Topographie im Gelände klar sei, dass im nördlichen Bereich 13 Meter und im südlichen sich gar 17 Meter Hauswand – von der Rasenfläche ausgesehen – türmen würde. Tödt: „Das sind alles Höhen, die der damaligen Beschlusslage nicht entsprechen.“ Von der Dach-Platte der Tiefgarage mögen das zwölf Meter Höhe sein, „aber vom Rasen aus kommt da eine Wand von 17 Metern auf uns zu“. Das würde ein Riesengebäude werden.

Die Anlieger beobachteten die neuen Pläne auch deshalb argwöhnisch, weil es vor sechs Jahren schon einen Bebauungsplan gegeben hat, der eher ihren Erwartungen entsprach. Damals wurden auf der Fläche von den damaligen Eigentümern Einfamilienhäuser und ähnliches geplant. Die Pläne zerschlugen sich, der Bebauungsplan wurde von der Stadt deshalb auch nicht weiterverfolgt, er blieb rechtsunwirksam.

Jörg Röhling (SPD) regte im Ausschuss an, wenigstens die geplanten Gebäude im Norden des Geländes nicht dreigeschossig sondern nur zweigeschossig zu bauen. Bauamtsleiterin Antje Langethal verwies darauf, dass sich Details doch auch im Bauleitverfahren mit der Nachbarschaft klären ließen. Deshalb sollte man den Aufstellungsbeschluss beschließen. Und Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) warb, dass hier doch „auch bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Nicht jeder kann sich ein Haus leisten“. Alles Werben half nichts: Architekt und Stadtverwaltung müssen sich vor dem Eintritt in die Bauleitplanung zusammensetzen und neu beraten. Das wollten sieben von zehn Ausschussmitgliedern.

Wolfgang Glombik

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