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Segeberg Wohnprojekt mit Hindernissen
Lokales Segeberg Wohnprojekt mit Hindernissen
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10:15 26.05.2016
Die Mitglieder der Bau- und Wohngenossenschaft Garbek ließen sich von Eckhard Meier und Almuth Wardin (von rechts) die geänderten Pläne für das Wohnprojekt zeigen. Quelle: Petra Dreu

Auch im Alter in dem Dorf wohnen zu bleiben, das über Jahrzehnte ihr Lebensmittelpunkt war: Für die Rentner aus Garbek und Umgebung ist der Traum von einem Senioren-Wohnprojekt noch nicht ausgeträumt. Jetzt hoffen sie, ihr Ziel ohne Fördermittel realisieren zu können. Eine andere Bank ist bereits gefunden worden, und sogar die Vermietung der Genossenschaftswohnungen an junge Leute ist jetzt vorstellbar.

Finanzierungsprobleme: In Wensin werden einige Genossenschafter der geplanten Seniorenwohnanlage allmählich ungeduldig.

Ein Wohnprojekt mit seniorengerechten Wohnungen, Pflegestation, Tagespflege und Senioren-WG mit Gemeinschaftsräumen, Platz für den Friseur und andere Dienstleister sollte auf dem Grundstück der früherer Kapelle entstehen. Als die Volksbank Eutin ihr Interesse angemeldet hatte, wurde umgeplant, um Platz für das Geldinstitut zu schaffen, das sich dann aber ganz aus Garbek zurückgezogen hat.

„Nach dem Schritt wollte die Genossenschaft nicht mehr, dass die Volksbank die restliche Finanzierung übernimmt“, erläuterte am Dienstag Almuth Wardin, Projektleiterin im Architekturbüro Meier und Moss, den Mitgliedern der eigens für das Wohnprojekt gegründeten Bau- und Wohngenossenschaft Garbek.

Dass die Genossenschaft sich von der Volksbank getrennt hat, hatte weitreichende Folgen. „Die Investitionsbank hat gedacht, dass die Volksbank selbst nicht mehr von dem Projekt überzeugt sei und hat die Förderbedingungen heraufgesetzt. Die hätten wir unmöglich realisieren können“, so Wardin. Sie und die Genossenschaft schlugen den einzigen Weg ein, der noch gehbar war: Sie verzichteten auf die Förderung und suchten sich mit der GLS-Gemeinschaftsbank einen anderen Kreditgeber.

Geplant ist jetzt, das Wohnprojekt in zweieinhalb Bauabschnitten zu realisieren. Im Bauabschnitt I sollen 14 Wohnungen, Räume für den ambulanten Pflegedienst, aber ohne Eingangshalle entstehen.

Fünf weitere Wohnungen, eine Küche und ein Hausmeisterraum sollen im Bauabschnitt I A folgen. Vier weitere Wohnungen, sechs Kleinst-Wohnungen für die Wohngemeinschaft, weitere Gemeinschaftsräume und die Tagespflege sollen anschließend gebaut werden. Bei 14 Wohnungen beläuft sich die Kaltmiete auf 9,50 Euro pro Quadratmeter, bei 19 Wohnungen könnte der Preis auf 8,90 fallen.

Einen eindringlichen Appell richtete Joachim Bolda an die Mitgenossen: „Ich weiß, ihr habt nicht mehr viel Geduld. Bitte haltet noch einmal die Füße still.“ Noch bleiben alle 14 Mieter dabei, aber für Käthe Gohrke (80) ist klar: „Wenn es in diesem Sommer nicht losgeht, scheide ich aus.“ Sobald das Okay der GLS-Bank vorliegt, soll der Bau beginnen.

 pd

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