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Segeberg Bad Segeberg hat jetzt einen „WortOrt“
Lokales Segeberg Bad Segeberg hat jetzt einen „WortOrt“
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14:35 27.10.2018
1,6 Millionen Euro als Fördergelder hatte die Stadt Bad Segeberg für den Umbau des Wickel-Hauses zu einen „WortOrt“ erhalten. Jetzt wurde Einweihung gefeiert. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Nach 15 Monaten Bauzeit mit jeder Menge Staub und Lärm ist das neue Vorzeigeprojekt „WortOrt – Stadtinfo-Haus Bad Segeberg“ mit Liedern von Lütten des Kindergartens St. Marien, des Mischbar-Chores und einem bunten Programm eingeweiht worden. Das ehemalige Wickel-Haus präsentiert sich mit einem modernen und großzügigen Eingangsbereich, hellen, lichtdurchfluteten Räumen, die schon bald mit Leben gefüllt werden sollen.

Mit der Stadtbücherei, der Tourist-Information, dem Stadtarchiv, der Gleichstellungsbeauftragten, zwei Gruppen des Kindergartens St. Marien und Vereinen war das frühere Wickel-Haus, das auch schon mal die Sparkasse beherbergt hat, schon immer eine attraktive Adresse mitten in der Stadt. Die allerdings hatte ein großes Manko: Die Stadt war über lange Jahre nicht gut bei Kasse, der Sanierungsstau erheblich. Dass die Stadt den immerhin 1,75 Millionen Euro teuren Umbau dennoch angehen konnte, war letztlich Stadtplanerin Ute Heldt Leal und Bauamtsleiterin Antje Langethal zu verdanken, die von einem Förderprogramm des Umweltministeriums erfahren hatten, aus dem kommunale Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen gefördert werden. Die Mitarbeiterinnen der Stadt schalteten schnell und zogen so eine 90 Prozent-Förderung des Projektes an Land.

Wie schnell alles gehen musste, schilderte Architekt Tobias Mißfeldt: „Es war 2015, als wir erfahren haben, dass Bad Segeberg ganz schnell viele gute Ideen für dieses Haus braucht. Schnell hieß: in vier Wochen. Was wir wussten, war, dass es einen Veranstaltungsraum geben sollte und dass einiges besser werden sollte. Was das für ein Projekt werden sollte, wussten wir da noch gar nicht.“ Er und sein Kollege Hauke Kraß seien mit einer völlig anderen Art von Freiheit konfrontiert worden. Doch schnell sei klar geworden, dass die Beseitigung des Sanierungsstaus Mittel zum Zweck sein würde. Für sie habe der Innenhof, der schon bald mit Bänken ausgestattet zum Verweilen einladen soll, im Fokus gestanden. Passend dazu zitierte Mißfeld ein arabisches Sprichwort: „Ein Buch ist ein Garten, den ich in der Tasche trage.“

Die Lübecker Nachrichten haben sich während der Eröffnungsfeier im neuen „WortOrt“ umgeschaut.

Bürgermeister Dieter Schönfeld lobte die schnelle Reaktion seiner Mitarbeiterinnen und die Terminplanung des Lübecker Architekturbüros. „Mit diesem Projekt haben sie eine Referenz abgegeben.“ Aus allen Projekten sei der „WortOrt“ das einzige gewesen, das termingerecht fertig geworden sei. Angesichts der Fördersumme von 90 Prozent geriet Schönfeld im Hinblick auf den bevorstehenden Neubau am Feuerwehrhaus kurzzeitig ins Schwärmen: „Was waren das doch für traumhafte Zeiten.“

Mächtig beeindruckt zeigte sich zudem Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein: „Die Stadt hat genau das Richtige mit dem Geld gemacht. Hier wird der Stadtbücherei eine neue Perspektive eröffnet, für die wir als Büchereizentrale dankbar sind.“ Mit dem Einzug der Fernseher in die bundesdeutschen Wohnzimmer sei den Büchern schon in den 50-er Jahren der Untergang prophezeit worden. Dabei seien die Medien der Stadtbücherei so lebendig wie eh und je. 35 000 Titel könnten sogar online ausgeliehen werden. Trotzdem zähle die Stadtbücherei im Jahr immer noch 100 000 Besucher. „Das ist ein Frequenzbringer und ein Pfund, mit dem die Stadt wuchern kann.“

Nach den Umbauarbeiten kann Archivar Dr. Georg Asmussen dem Kellerdasein entfliehen. Seine Räume sind ebenfalls freundlich geworden. Vor allem haben sie dank großer Fenster jede Menge Tageslicht. „WortOrt“ in vielen Sprachen dieser Welt steht am Eingang zur Tourist-Information geschrieben, die noch nicht ganz fertiggestellt ist. Erst wenn sie wieder an ihren angestammten Platz zurückkehrt, können zudem alle neuen Räume der Bücherei genutzt werden, die dann teilweise mit voll ausgestatteten Online-Arbeitsplätzen ausgestattet werden sollen.

Petra Dreu

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