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Segeberg XXL-Discounter in Bornhöved: Bürgermeister sitzt an der Kasse
Lokales Segeberg XXL-Discounter in Bornhöved: Bürgermeister sitzt an der Kasse
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22:03 07.12.2017
Die ersten 15 Minuten kassierte Bürgermeister Dietrich Schwarz selbst. Den Warenwert spendet Lidl an den TSV Quellenhaupt. Größter Geldbringer waren Nähmaschinen. Insgesamt zog Schwarz Waren im Wert von 787,61 Euro über den Scanner. Der Betrag wurde auf 800 Euro aufgerundet.
Bornhöved

Die ersten Kassierversuche sind etwas holprig für den Bürgermeister. Waren scannen, Geldbetrag eingeben, Restgeld korrekt rausgeben. Als Hilfe steht Schwarz Verkäuferin Gabi Giesler zur Seite. Sie leitet den Bürgermeister an: „Nun auf Summe drücken.“ 4,38 Euro für ein paar Backwaren und Süßigkeiten, ein Schüler ist Schwarz’ erster Kunde. Den Warenwert, der in den nächsten 15 Minuten über seine Kasse läuft, will Lidl an einen Bornhöveder Verein spenden. Der TSV Quellenhaupt soll der Begünstigte sein. 500 Euro hat sich Schwarz als Ziel gesetzt.

Nach einem halben Jahr Bauzeit konnten es einige Bornhöveder am Donnerstag kaum abwarten, als erste in den neuen Lidl-Markt zu gehen. Pünktlich um 8 Uhr. Es ist einer der größten in Schleswig-Holstein. Und Bürgermeister Dietrich Schwarz saß für einen guten Zweck an der Kasse.

Nach ein paar Minuten füllen sich alle vier Kassen. Bereits Punkt 8 Uhr zur Ladenöffnung hatten die Bornhöveder Schlange gestanden vor dem Neubau mit riesiger Glasfront. Der Parkplatz steht voller Pkw. „Ich habe ja einige Neueröffnungen in letzter Zeit mitgemacht, hier ist mehr los als woanders“, sagt Niklas Ostendorf, Portfolio- Manager bei Lidl und zuständig für die Immobilienentwicklung.

Mit 1480 Quadratmetern ist der Bornhöveder Lidl-Markt der größte im Kreis Segeberg. In ganz Schleswig-Holstein gibt es erst knapp eine Hand voll Standorte mit dem neuen Raumkonzept: breitere Gänge, niedrigere Regale. „Um auch dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen“, sagt Ostendorf.

Die alte Filiale, die dem Neubau weichen musste, hatte lediglich 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Zwar mit dem gleichen Sortiment, „aber alles war viel enger gestellt“. Sodass Kunden die Waren mühsam suchen mussten und das Personal ständig Waren nachlegen musste. „Das störte die Kunden, aber auch die Arbeitsabläufe“, so Ostendorf. In dem harten Verdrängungswettbewerb der Supermärkte gehe es auch darum, mitzuhalten, zukunftsfähig zu bleiben.

Bei dem Neubau sei auch auf Energieeffizienz geachtet worden. „Wir benutzen keine fossilen Brennstoffe“, betont Ostendorf. Die Fußbodenheizung werde über die Abwärme aus der Kühlung betrieben. Und das Gebäude sei nach neustem Standard gedämmt. „So sparen wir richtig Energie.“

Derweil neigt sich die Kassierzeit des Bürgermeisters dem Ende zu und wieder steht eine Nähmaschine auf dem Band – ein echter Geldbringer. „Die dritte“, sagt Schwarz. „Der Sportverein wird es Ihnen danken“, sagt er zur Kundin und zieht weitere Näh-Utensilien über den Scanner, bevor die Kasse getauscht und das eingenommene Geld gezählt wird.

„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit“, meint Schwarz. „Was die Damen hier an der Kasse den ganzen Tag bewegen müssen, ist nicht ohne.“ Er freue sich, dass Lidl mit einem so modernen Markt im Ort bleibe. Freuen kann sich auch der TSV: 787,61 Euro hat Schwarz abkassiert. Und Ostendorf rundet auf: „Da machen wir 800 Euro draus.“

 Von Nadine Materne

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