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Segeberg „Zaster-Laster“ der Sparkasse auf Tour
Lokales Segeberg „Zaster-Laster“ der Sparkasse auf Tour
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14:33 12.11.2017
Kundin Margot Kruse aus Hasenmoor erledigt in der mobilen Filiale ihre Geldgeschäfte. Quelle: Fotos: Fuchs

Geld abheben war in Hartenholm seit dreieinhalb Jahren nicht mehr möglich. Nun machte für drei Stunden in der kleinen Gemeinde im Norden des Kreises eine Sparkasse auf vier Rädern Halt. Direkt vor der Bäckerei Michely in der Dorfstraße hielt ein knallroter Transporter, der im Wageninnern mit einem Geldautomaten bestückt ist. Über eine dreistufige, kleine Treppe mit Geländer gelangte man hinein und konnte dort Bargeld abheben. Die Sparkasse will mit dieser mobilen Filiale wieder Kunden im ländlichen Bereich erreichen, wo sie zuvor Geschäftsstellen geschlossen hat. Außer nach Hartenholm, wo die Filiale bereits 2014 dichtgemacht wurde, kommt der Sparkassenbus jetzt auch einmal pro Woche nach Henstedt-Rhen, Bornhöved und Geschendorf, wo jeweils seit knapp zwei Monaten die Sparkasse keinen eigenen Standort mehr hat.

Nachdem die Sparkasse Südholstein ihr Filialnetz weiter ausgedünnt hat, setzt sie nun in einigen Gemeinden eine mobile Filiale ein. In Bornhöved und Geschendorf hält der knallrote „Geldtransporter“ künftig immer dienstags.

Die ehemals größte Sparkasse des Landes hat in den vergangenen Jahren ihr Filialnetz deutlich ausgedünnt. Aus Kostengründen sind außer den vier genannten Orten 2017 auch im Norden Bad Segebergs und am Herold-Center in Norderstedt die Filialen weggefallen. Jetzt gibt es noch zwölf Geschäftsstellen im Kreis Segeberg. 2004 waren es noch 26. Viele Kunden müssen jetzt weite Wege in Kauf nehmen, um an Bargeld heranzukommen. Darum komme die Sparkasse jetzt mit ihrer mobilen Filiale in jene Orte, wo der nächste Geldautomat mindestens zehn Kilometer entfernt sei, erklärt Sparkassensprecherin Imke Gernand.

Kundenberaterin Anne-Kathrin Vollendorf, die jetzt in Kaltenkirchen arbeitet, war bis zur Schließung in Hartenholm angestellt. Darum begrüßten viele der Kunden gestern die Bankkaufrau freundlich an der fahrenden Geschäftsstelle. Das Echo der Kundschaft war recht geteilt. „Das ist eine Notlösung“, sagte Margot Kruse aus Hasenmoor. „Aber immerhin eine Lösung“, so die langjährige Sparkassenkundin, die sonst nach Kaltenkirchen fahren müsste. „Das ist der Lauf der Dinge“, zeigt die Rentnerin Verständnis dafür, dass nicht mehr jeder Service bis ins flache Land geliefert werden könne. Sie habe aus der Zeitung von der mobilen Filiale erfahren. Etwa zwei Dutzend Kunden nahmen die mobile Sparkassenfiliale am ersten Einsatztag in Anspruch, berichtet Kundenberater Wolfgang Bauer. Die Service-Möglichkeiten seien noch etwas eingeschränkt. So können die Sparkassenkunden am Automaten Bargeld abheben, ihr Prepaid-Handy aufladen und ihren Kontostand abfragen. Auch ist es möglich, einen Überweisungsträger auszufüllen und diesen wie einen Verrechnungsscheck dann in einen Briefkasten zu stecken, der dann in der Geschäftsstelle bearbeitet wird. Ein Kontoauszugsdrucker sowie eine Sitzgelegenheit fehlen aber noch. Zudem können Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen den Automaten nicht über die kleine Treppe erreichen.

Das soll sich voraussichtlich im April ändern, wenn ein neuer großer Kleinlaster als mobile Sparkassenfiliale die vier Dörfer im Kreis Segeberg ansteuert, kündigt Marketingleiter Oliver Eggerstedt an. Dann würde der größere Sparkassenbus über eine Rampe für Rollstuhlfahrer, eine Sitzecke, Kontoauszugsdrucker und einen zweiten Geldautomaten verfügen, der direkt von außen zu bedienen sei.

Einmal pro Woche fährt der rote Bus vor

Der rote Sparkassenbus mit seinem Geldautomaten hält einmal wöchentlich in vier Gemeinden des Kreises Segeberg: Dienstags kommt er von 9 bis 12 Uhr nach Bornhöved, wo er auf dem Gemeinde-Parkplatz stehen wird, sowie von 13 bis 16 Uhr nach Geschendorf vor die ehemalige Gaststätte Lindenhof. Am Donnerstag ist die mobile Filiale der Sparkasse von 9 bis 12 Uhr vor der Bäckerei Michely in der Dorfstraße in Hartenholm sowie von 13 bis 16 Uhr auf dem Wochenmarkt in Henstedt-Rhen zu erreichen.

 Burkhard Fuchs

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