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Segeberg Zeit spenden — und der Tafel helfen
Lokales Segeberg Zeit spenden — und der Tafel helfen
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03:15 23.12.2012
Tafel-Vorsitzender Hans-Joachim Wild kann jede helfende Hand gebrauchen und wirbt: „Es tut gut, wenn man einer sinnvollen Arbeit nachgeht.“
Bad Segeberg

Jeden Donnerstag ist Wolfgang Ludewig am Abend für die Segeberger Tafel unterwegs und holt Restwaren von Bad Segeberger Bäckern ab. Der 76-Jährige ist seit 13 Jahren dabei und würde sich langsam, aber sicher über eine Ablösung freuen. Er ist damit nicht der einzige. Fahrer, Sortierer, Essensausgeber: Der Verein sucht dringend nach neuen Helfern für alle Bereiche. Im Gegenzug gibt die Arbeit ein gutes Gefühl.

„Unser Altersdurchschnitt liegt eher bei über 65 als darunter“, sagt Vorsitzender Hans-Joachim Wild. Die Ältesten haben schon die 80 erreicht. „Und sie arbeiten immer noch sehr fleißig“, betont Wild.

Aber zunehmendes Alter erhöhe auch das Ausfallrisiko. Auch zur Entlastung aller seien neue Helfer immer gern gesehen, egal ob Mann, Frau, jung oder alt. „Wir hatten auch schon Schüler, die hier geholfen haben“, sagt Wild. Allerdings, realistisch gesehen, sind es Altersteilzeitler und Rentner, die am ehesten zur Zielgruppe gehörten. Denn: „Die meisten Arbeiten fallen vormittags an“, so Wild.

Und es fällt viel an: Nahezu täglich sind insgesamt 100 Aktive im Dienste der Tafel unterwegs. Ein Fahrerteam aus knapp 30 Leuten fährt dienstags und donnerstags feste Touren durch Bad Segeberg, Wahlstedt und das Umland. Sondertouren an anderen Tagen gehen teilweise bis nach Hamburg oder Dithmarschen. Gerade für den Fahrdienst ist zeitliche Flexibilität notwendig. Und Kraft: „Manchmal sind die Autos bis zur Decke gefüllt, das Beladen machen der Fahrer und sein Beifahrer“, so Wild. Die Arbeit hält aber auch fit.

Wenn Ware angeliefert wird, müssen Helfer vor Ort sein im Tafelhaus an der Efeustraße in Bad Segeberg. Besonders dienstags und donnerstags seien immer zehn Leute am Sortieren, Ein- und Umräumen, skizziert Wild den Arbeitsaufwand. Am Freitag, dem Ausgabetag, sind es nochmal so viele. Man wechselt sich ab, die einen helfen mehr, andere können weniger Zeit erübrigen. Es gilt, die viele Arbeit auf zahlreiche Schultern zu verteilen. „Mitmachen kann jeder“, ermutigt Wild. Einzige Bedingung: „Die Helfer müssen Mitglied der Tafel sein.“ Das bedeutet einen Jahresbeitrag von mindestens 18 Euro.

Und sie dürfen selbst nicht auf die Hilfe der Tafel angewiesen sein.

„Die Stimmung bei uns ist immer sehr nett“, wirbt die Ehrenamtliche Jutta Großklaus. Die 72-Jährige ist schon zehn Jahre dabei. Fahrer Klaus Humbke (67) sagt: „Ich helfe auch aus Eigennutz. So habe ich was zu tun.“ Ähnliche Motive neben der guten Sache hat auch Vorsitzender Wild: „Man strukturiert seinen Tag, hat etwas zu tun“, sagt er. „Man hat das Gefühl, gebraucht zu werden. Das gilt natürlich auch für mich. Wenn man etwas Sinnvolles tut, das baut einfach auf.“ Besonders für Menschen, deren Partner beim Renteneintritt noch berufstätig sind, könne ein Ehrenamt interessant sein.

Wer in die Arbeit der Segeberger Tafel hineinschnuppern möchte, den lädt Wild ein, dienstags oder donnerstags ab 10.30 Uhr ‘mal beim Tafelhaus, Efeustraße 1, in Bad Segeberg vorbeizugucken. „Es ist immer jemand da, der weiterhelfen kann“, sagt Wild. Interessierte können sich auch telefonisch beim Vorsitzenden melden unter der Nummer 045 51/96 83 56.

Wer keine Zeit hat, selbst mitzuhelfen, aber passives Mitglied der Segeberger Tafel werden möchte, kann den Antrag dazu online ausfüllen: www.segeberger-tafel.de

Nadine Materne

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