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Segeberg Seecamping-Platz mausert sich
Lokales Segeberg Seecamping-Platz mausert sich
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14:40 13.10.2018
Die neuen Pächter haben extra einen kleinen Bagger angeschafft. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Brigitte Schmidt und Uwe Maletzki blicken schon jetzt auf ein bewegtes Jahr zurück. Bewegt haben sie vor allem viel Gestrüpp und Erdmasse. Die neuen Pächter machen den Zeltplatz Seecamping am Kastanienweg wieder voll nutzbar. „Ein paar Mal waren wir ausgebucht. Aber hier war so vieles zugewuchert, dass man von Auslastung eigentlich nicht sprechen kann“, sagt Uwe Maletzki und blickt auf eine gerade Ebene, wo gerade Grassamen gesät wurden. „In diesem Jahr haben wir wirklich viel geschafft“, sagt Brigitte Schmidt.

Wie viele Fuhren Muttererde jetzt schon liegen – Maletzki hat aufgehört, die zu zählen. Der Campingplatz vergrößert sich. Gewissermaßen. Nur etwa ein Drittel der 22000 Quadratmeter war bei der Übernahme so hergerichtet, dass dort genug Platz für Wohnmobile oder Zelte war. Der Rest war der Natur überlassen. Die neuen Pächter haben aber auch viel Schrott, alte Autos und Müll gefunden.

Umbau Schritt für Schritt

120 Stellplätze gibt es auf dem Platz, zwischen 150 bis 200 Quadratmeter groß. Die Pächter verfolgen für den Umbau einen Fünf-Jahres-Plan; die Hälfte ist geschafft.

„Jetzt holen wir uns den Wald zurück“, schmunzelt Maletzki. Wie beide erzählen, wollten sich einige Gäste, die viele Jahre zu dem Platz kamen, ein anderes Camperdomizil suchen. Kein Wunder: Die Sanitäranlagen waren im Charme der 80er oder früher, Wasserleitungen waren alt, Flächen verwahrlost. Und überhaupt fehlte es an Ecken und Enden an dem, was der Gast heute erwartet. „Wir achten auf Sauberkeit und gewisse Regeln“, sagt die 56-Jährige.

Der 65 Jahre alte Platz wird jetzt an die heutigen Anforderungen angepasst

Schmuddelecken sollen verschwinden

Einige wurden überzeugt, zu bleiben. Andere waren weniger einverstanden. Die Pächter haben Verträge gekündigt, wollten Schmuddelecken auflösen. Doch einfach war das nicht. „Wir haben es nicht leicht gehabt in den vergangenen 2,5 Jahren“, sagt sie. Noch immer warten sie darauf, dass alte Wohnmobile abgeholt werden. Denn einfach entsorgen dürfen die beiden sie nicht.

Anfang 2016 haben sie den Platz übernommen. Eigentlich hatten sie von Nordrhein-Westfalen aus nur einen Dauerstellplatz gesucht und bekamen dabei mit, dass der Campingplatz geschlossen werden soll. Weil sie sich beruflich verändern wollten, griffen sie zu. In der Saison arbeiten sie von 6 Uhr bis Mitternacht. Anreisen, Abreisen, Brötchenservice, Absacker-Liebhaber bleiben nach Festspieltagen oft lang.

In jeder freien Minute wird gebaut. Der Gastraum und die Küche wurden saniert, eine neue Heizung mit Solarunterstützung eingebaut, ein überdachter Gemeinschaftsbereich geschaffen, Fliesen herausgeklopft, Elektro- und Wasserleitungen neugelegt. Ihr ganzer Stolz ist die neue Damendusche. Große bunte Fliesen, stufenloser Fußboden und Überkopfbrause – jeder Winkel wird genutzt. „Im Herbst sind die Herren dran“, versichert Maletzki, der viel von dem Handwerklichen selbst macht. „Das alles ist zwingend notwendig.“

Noch rentiert sich der Camping-Betrieb nicht. Jeder Euro wandert in die Neugestaltung. „Aber es wird immer besser“, sagt der 59-Jährige. „Wir wussten, dass wir viel Geld reinstecken müssen und bereuen nicht, den Schritt gegangen zu sein.“ Bis zum Kalkberg und zur Stadtmitte sind es nur zehn Minuten, am Großen Segeberger See ist eine Badestelle. „Das sind doch traumhafte Plätze hier“, schwärmt Maletzki. Inzwischen haben sich Gäste Plätze vormerken lassen, einige sind noch zu ergattern. „Die Arbeit ist zwar wie bei einem großen Haus. Ein riesengroßes Haus“, sagt Brigitte Schmidt. Aber die Gäste seien ebenso wie eine große Familie. Man baue Beziehungen auf. „Es sind herzliche Verhältnisse. Und viele wären nicht mehr gekommen, wenn es hier keine Veränderung gegeben hätte.“

Am 1. Oktober 1953 war der Platz einst von Eitel und Brigitte Müller eröffnet worden. Sie haben das Areal an die Stadt verkauft, danach hat es mehrere Betreiber gegeben. In diesem Jahr ist der Platz 65 Jahre alt geworden. Das wird gefeiert: Wer jetzt noch campen will, spart 65 Prozent der Kosten. Nachkommen der Familie Müller haben einige Aufnahmen aus der Anfangszeit zur Verfügung gestellt. Und kommen auch heute noch zum Campen vorbei.

Irene Burow

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