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Segeberg Zittern im Levo-Park geht weiter
Lokales Segeberg Zittern im Levo-Park geht weiter
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22:00 09.12.2015
Quelle: Glombik

Die Firmen und die Ärztekammer auf dem Gelände des Levo-Parks müssen weiter mit der Ungewissheit leben, ob sie im kommenden Jahr eine Nutzungsgenehmigung vom Kreis Segeberg bekommen. Landrat Jan Peter Schröder: „Wir sind noch bei der Prüfung und haben intern darüber noch keine Vereinbarung getroffen.“ Eine Entscheidung werde in wenigen Tagen fallen. Wie berichtet, war man insbesondere bei der Ärztekammer (90 Mitarbeiter) und dem Unternehmen PNT (Pflegenotfallteam) verunsichert. Die Ärztekammer „muss“ im Levo-Park am 21. Dezember ein für sie hergerichtetes Bürogebäude beziehen, weil ihr Stammsitz in der Bismarckallee saniert wird. Insgesamt sollen 400 Arbeitsplätze vom ehemaligen Kasernengelände abhängen.

Eng wäre es gewesen, wenn der Zweckverband Mittelzentrum eine Änderung des Flächennutzungsplanes auf dem Levo-Park nur abgelehnt, aber keine Alternative geboten hätte. Wie gestern berichtet, hatten Grüne und BBS am Vorabend der Verbandsversammlung unter Federführung des städtischen Bauausschussvorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) einen Änderungsantrag vorbereitet, wonach das Gebiet als Gewerbefläche ohne Einzelhandel festgesetzt wird. Die Verwaltung soll dazu Gespräche mit den Eigentümern führen. Dieser Antrag fand eine Mehrheit. Der Zweckverband steht damit nicht mit ganz leeren Händen da. „Immerhin gibt es jetzt dadurch eine Perspektive“, sagte Landrat Schröder gestern. „Damit ist die Tür nicht zu.“ Aber die Firmen im Levo-Park bangen weiter.

Auch am Tag nach der Abstimmungs-Niederlage für sein Levo-Park-Konzept mit Einzelhandel, Wohnen und Gewerbe ärgerte sich Ulf Wachholtz über das Ergebnis. Hamburg habe kürzlich per Bürgerentscheid eine Riesenchance für die ganze Region vertan. „Und im Kleinen hat Bad Segeberg hier seine eigene Olympia-Entscheidung gehabt.“ Und sie vergeigt. Es sei ein Fehler gewesen, gleichzeitig über Flächennutzungsplan und Bebauungsplan zu reden, resümiert Wachholtz, der nach eigener Aussage mit einer siebenstelligen Summe in den Levo-Park investiert habe. So sei „Stimmung gemacht worden“, die Politiker hätten das offensichtlich nicht auseinanderhalten können. Er wisse noch nicht, wie er jetzt mit dem Beschluss umgehen solle. Eine verfahrene Lage. Für Wachholtz ist es ein Vabanquespiel. Er hat mit Ärztekammer und den Firmen Mietverträge abgeschlossen, ohne zu wissen, ob der Kreis bei den Nutzungsgenehmigungen mitspielt — oder besser mitspielen kann. Denn auch der muss sich an Baugesetze und Verordnungen halten.

Auch wenn die Entscheidung des Mittelzentrums, im Levo-Park keinen Einzelhandel zuzulassen, Ausnahmen nicht ausschließt, müsste er Unternehmen — das Wohlwollen der Politik vorausgesetzt — „zwei Jahre auf die Wartebank schieben, damit sie nach Bad Segeberg dürfen“. Etwa so lange würde eine Änderung von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan dauern, befürchtet Wachholtz. Das mache heutzutage keine Firma mehr mit. Es sei „grob fahrlässig“, so mit seinen Vorstellungen umzugehen. Wachholtz: „Es ist bei mir schlicht Existenzdruck, wenn ich kein Verständnis dafür aufbringe, dass sich einige gewählte Vertreter nicht ausreichend mit den Thema auseinandergesetzt haben.“

Wolfgang Glombik

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