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Segeberg Zoff um das Flath-Erbe: Kompromiss deutet sich an
Lokales Segeberg Zoff um das Flath-Erbe: Kompromiss deutet sich an
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20:13 03.01.2018
Viel Gezänk um die Villa und die benachbarte Kunsthalle. Jetzt deutet sich eine Lösung an. Quelle: Foto: Glombik

Jetzt begrüßt der Vorstand des Flath-Förderkreises, dass der vorherige mietzinslose Zustand in der Villa Flath nun dank der Stiftungsaufsicht beendet werde, „indem die Vermietung an den VJKA (Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg) nur mit Mietzinszahlung zugelassen wird“.

Hat der Streit zwischen dem Förderkreis Kulturforum Flath auf der einen Seite und der Stadt sowie Stiftungsvorstand und Flath-Beirat auf der anderen nun ein Ende? Der Zwist um das Flath-Erbe tobt seit Monaten, wird lautstark in Gremien oder über Anwaltsschreiben ausgetragen.

Die LN berichteten von einem anwaltlichen Schreiben des Flath-Fördervereins von Juni 2016, in dem davor gewarnt wurde, den Mietvertrag mit dem Verein für Jugend- und Kulturarbeit kosten-und mietfrei zu gestalten . „Dies würde unter anderem eklatant gegen die Rechte der Otto-Flath-Stiftung zur Nutzung der Räumlichkeiten auf dem Grundstück Bismarckallee 5 verstoßen.“ Wenn dort Räume an Dritte vermietet werden, so könne das nicht mietzinsfrei geschehen. Mietbeträge seien dann „der Stiftung als Nutzungsrechtsinhaberin vollumfänglich auszukehren“, schrieb der Anwalt. Kurz gefasst: Wenn in der Flath-Villa etwas passiere, das nichts mit Otto Flath zu tun habe, müsse die Stiftung davon wenigstens finanziell profitieren. Diese Gelder würden von der Stiftung nämlich dringend benötigt. Eine kostenfreie Vermietung verstoße gegen die Vermögensinteressen der Stiftung. „Wir sind auch der Auffassung, dass ein solches Vorgehen seitens eines Organs der Stiftung den Tatbestand der Untreue erfüllen würde.“

Das war ein Schuss vor den Bug von Flath-Stiftungsvorstand und SPD-Bürgermeister Dieter Schönfeld. Nach diesem Anwaltsschreiben hatte die Stiftungsaufsicht offenbar den Abschluss eines erneuten Mietvertrages im Jahr 2016 mit dem VJKA untersagt. Es gab eine Monate andauernde Hängepartie.

Inzwischen habe es eine ganze Reihe von Gesprächen gegeben. Die Stiftungsaufsicht habe nun ihr Okay gegeben. Die Villa kann an den VJKA weiter vertraglich vermietet werden, um Einnahmen zu erzielen, teilte „der Mann mit den zwei Hüten“, Stiftungsvorstand und Bürgermeister Schönfeld, den LN kürzlich mit. Er kündigte an, Mitte Januar über den neuen Vertrag zu beraten. Für den Förderkreis wär es begrüßenswert, wenn der auch schon 2016 beschlossene Mietzuschuss für den VJKA in Höhe von 25 000 Euro – nach Abzug der Nebenkosten für das Gebäude – der Stiftung gegeben werde. Das Geld könne für Werbung, Archivaufarbeitung, Veranstaltungen verwendet werden. Der Förderkreis habe der Stiftung allein 20 Veranstaltungsvorschläge gemacht, die der Förderkreis organisieren und auch „maßgeblich finanzieren“ würde. Eine Zustimmung der Stiftung dafür sei aber bislang nicht erfolgt. So werde die Umsetzung der vielen Ideen verhindert.

Der Förderkreis fordert aber auch die Stadt in anderen Bereichen zum Handeln auf. So gäbe es „massive Feuchtigkeitsschäden“ an der Kunsthalle und nun auch im Keller der denkmalgeschützten Villa. „Bei Nichthandeln könnten sich diese zu gefürchteten Hausschwamm ausweiten“, warnt Torsten Simonsen, Architekt und Förderkreis-Mitglied.

Aufwärtstrend: Fast 1000 Flath-Besucher im Jahr 2017

Ohne jede Werbung konnten die Besucherzahlen in der Kunsthalle Flath im vergangen Jahr gesteigert werden. Nach Angaben des Fördervereins Kulturforum Flath sind trotz eingeschränkter Öffnungszeiten wesentlich mehr Besucher für die Flath-Figuren erreicht worden. Die Zahlen, die der ehrenamtliche Museumsführer Dieter Blau vorgelegt hat, seien „eindeutig“. In den Jahren von 2011 bis 2015 gab es nur jeweils 500 Besucher, 2016 kamen 782 Besucher und 2017 waren sogar 943 Besucher zu verzeichnen.

Dieser Zuwachs sei trotz „schwieriger Umstände erreicht worden, wie zum Beispiel der eingeschränkten Öffnungszeiten. Die Kunsthalle Flath ist nämlich nur von April bis Oktober und ausschließlich an den Wochenenden jeweils zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet. Würde Werbung für die Flath-Kunsthalle eingesetzt werden, „die dem Förderverein leider nicht gestattet ist, könnte der Zuwachs sicher höher ausfallen“, teilte der Verein mit. wgl

Wolfgang Glombik

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