Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Zu Stoßzeiten wird der Holunderweg zur Rennstrecke
Lokales Segeberg Zu Stoßzeiten wird der Holunderweg zur Rennstrecke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:50 13.10.2016
Vorsicht Raser! Morgens ist viel Verkehr mit Berufsschülern im Holunderweg. Jetzt soll ein Anlauf für Tempo 30 unternommen werden. Quelle: Glombik
Anzeige
Bad Segeberg

Wie mehrfach berichtet, ist auf Landesebene eine Erleichterung für Einrichtungen von Tempo-30-Zonen in Vorbereitung. Das gibt Anlass zur Hoffnung. Entfallen soll in jedem Fall der bisherige, hohe bürokratische Aufwand für die Einrichtung derartiger Temporeduzierungen. Bislang stellte sich hier die Kreisverkehrsbehörde quer. Sie scheut nach den Erfahrungen der Stadt in der Regel Tempo 30 wie der Teufel das Weihwasser.

Zur Galerie
Anlieger am Holunderweg und Umgebung fordern eine Tempo-30-Zone – Zahlreiche Gefahrenpunkte – Stadt verweist auf schlechte Erfahrungen mit der Kreisverkehrsbehörde.

Eigentlich bietet der Holunderweg über den Tag das Bild einer normalen, ruhigen Wohnstraße, wo alle glücklich und zufrieden wohnen. Doch sobald morgens das nahe Berufsbildungszentrum (BBZ) seine Arbeit aufnimmt und später bei Schulschluss brummt es gewaltig in der Straße. Wenn dort noch ein großes Wohngebiet entsteht, sei mit noch mehr Verkehr zu rechnen, befürchten viele Anwohner. „Es ist so ’was von gefährlich dort, wenn die Berufsschüler mit Zeitdruck im Nacken zum Parkplatz rasen“, berichtete eine Anwohnerin.

„Wir mussten zeitweise zehn Minuten stehen und warten bis wir auf die Straße fahren konnten“, sagte eine andere Anliegerin. Auch seien die Sichtverhältnisse vom Holunderweg in den Nelkenweg hinein sehr schlecht. „Man kann die Autos, die entgegenkommen, gar nicht sehen. Ich warte nur noch darauf, dass es dort irgendwann mal knallt.“ Auch die Bewohner des Neubaugebiets Graf-Gerhard-Straße sind besorgt. Wenn Kinder aus ihrer Spielstraße heraus über den Nelkenweg zum gegenüber liegenden Spielplatz laufen, müssen sie sich vor querenden Landmaschinen vom Hof Meins in Acht nehmen. Die dürfen auf der schmalen Straße ohne Bürgersteig 50 Stundenkilometer fahren. Hier müsse etwas passieren, aber es gebe ja keinen Ansprechpartner für die Bürger, beschwerte sich ein Anlieger.

Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) sah hier ebenso ein Problem. Vor wenigen Jahren habe die Stadt schon nach Anlieger-Bitten einen Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung gestellt. Doch ihr Antrag sei vom Kreis abgelehnt worden. Nicht zum ersten Mal.

Die städtische Bauamtsleiterin Antje Langethal stellte klar, dass die zuständige Genehmigungsbehörde für verkehrseinschränkende Maßnahmen nun einmal die Kreisverkehrsbehörde sei. Langethal: „Wir wissen, dass im Holunderweg teilweise sehr schnell gefahren wird.“ Vielleicht könne auch das BBZ bei den jungen Menschen Aufklärung leisten. Schönfeld empfahl den Einwohnern, sich selbst an die Kreisbehörde mit ihren Anliegen zu wenden. Die Stadtvertreter seien in dieser Sache machtlos.

Auch wenn die Stadt nun nochmals die Einrichtung einer umfassenden Tempo-30-Zone in dem Bereich Holunderweg/Nelkenweg prüfen und beantragen möchte – Robin Arne Otten vom Bauamt sagt: „Auch wenn wir von Seiten der Stadt so etwas festlegen, wir müssen damit rechnen, dass uns der Kreis hier überstimmt.“

 Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Vorfälle liegen mehr als zehn Jahre zurück, aber die Vergangenheit holte den Angeklagten Petr K. (alle abgekürzten Namen geändert) jetzt ein: Das Norderstedter Schöffengericht verurteilte den 41-jährigen Norderstedter zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes.

12.10.2016

400 Standesbeamte tagten am Mittwoch in Bad Segeberg. Erforderlich ist in ihrem Job besonders Fingerspitzengefühl und detektivische Kleinarbeit. Und: "Heute ist die standesamtliche Hochzeit ein Event", sagt Carola Hofbauer-Raup, Vorsitzende des Landesverbandes der Standesbeamten in Schleswig-Holstein (LVSH).

12.10.2016

Der Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes (SPD) hat als Praktikant schon in viele Betriebe hineingeschnuppert, Montag und Dienstag schaute er in Arbeitsklamotten hinter die Kulissen der Containerstadt der Landesunterkunft für Asylbewerber im Levo-Park.

12.10.2016
Anzeige