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Zu teuer und zu langsam: Bürgermeister kritisieren WZV

Bad Segeberg Zu teuer und zu langsam: Bürgermeister kritisieren WZV

In Wakendorf I, Westerrade und Klein Rönnau gab es gravierende Probleme vor allem beim Thema Kanalisation — WZV-Chef sagt: „Das Problem ist erkannt.“.

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Unruhige Zeiten beim WZV: In einigen Gemeinden herrscht Unmut über die Dienstleistungen ihres Zweckverbandes.

Quelle: Fotos: Hiltrop/dreu (2)

Bad Segeberg. Einst war der Wege-Zweckverband (WZV) von 26 Gemeinden gegründet worden, um Verbindungswege zwischen den Gemeinden wirtschaftlicher auszubauen und auch kostengünstiger zu unterhalten. Doch von diesem Zweck sind mittlerweile viele der inzwischen 94 Mitgliedsgemeinden offenbar nicht mehr überzeugt. Der Grund: Der WZV sei zu teuer, zu langsam, die hohe Mitarbeiterfluktuation beschere ständig wechselnde Ansprechpartner, zudem habe der Verband vergessen, dass nicht nur die Breitbandversorgung zu seinen Aufgaben zähle, kritisieren einige Bürgermeister.

Es war genau am 14. Januar 2015, als Gemeindevertreter aus Wakendorf I mit Mitarbeitern des WZV zusammensaßen. „Der WZV wollte unser Kanalnetz übernehmen. Seit einem Jahr warten wir auf ein Angebot.

Diejenigen, mit denen wir gesprochen haben, sind schon gar nicht mehr da“, sagt Kurt Böttger. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde ist sauer auf den WZV. Das fehlende Angebot ist jedoch nur ein Grund. „Für unser Kanalkataster hatte der WZV einen Kostenvoranschlag über 38 000 Euro gemacht. Zahlen sollten wir schließlich 85000 Euro. Wir haben uns geweigert“, so Böttger. Zu dem großen Unterschied sei es gekommen, weil der WZV in seinem Angebot lediglich die Hauptkanäle berücksichtigt habe, nicht aber die Leitungen zu den Hausanschlüssen. Außerdem seien Leitungen begutachtet worden, die schon lange stillgelegt seien.

Auch in Westerrade, erste Gemeinde, die das Kanalkataster in Angriff nahm, gab‘s große Probleme. 2009 hatte die Kanalnetzuntersuchung begonnen, die Filmaufnahmen und die Auswertung lässt der WZV durch andere Firmen ausführen. Falsche Bezeichnungen hatten schließlich dafür gesorgt, dass sich das Kanalkataster über Jahre hinzog. Leidtragender war schließlich Michael Dölger, Vorsitzender des Bau-, Wege-, Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde: „Ich habe zwei Jahresurlaube damit verbracht, das Kanalkataster zu kontrollieren.“

„Meine Unzufriedenheit steigt“, sagt auch Dietrich Herms, Bürgermeister von Klein Rönnau. Nach einem Starkregen habe der Volvo-Händler an der B 432 unter Wasser gestanden. Der Schaden:

500000 Euro. Der WZV habe gespült und grünes Licht gegeben mit der Folge, dass sich das ganze Malheur beim nächsten Regen wiederholte. Eine Firma aus Reinfeld habe lediglich 15 Minuten gebraucht, um den Fehler zu finden. Fast zu einem Eklat sei es wegen der Sanierung der Wilhelm-Kistenmacher-Straße gekommen. Bevor weitere Arbeiten beginnen konnten, musste die Kanalisation unter die Lupe genommen werden. „Das hat eineinhalb Jahre gedauert. Die Ingenieurin wollte dem WZV schon den Auftrag entziehen“, berichtet Dietrich Herms, der den Unmut seiner Kollegen verstehen kann. „Auch mir ist der Service, den der WZV zu bieten hat, zu bescheiden und zu teuer“, so der Bürgermeister.

Das hört WZV-Verbandsvorsteher Jens Kretschmer natürlich gar nicht gerne, aber: „Das Problem ist erkannt. Der WZV befindet sich in einem Umbruch. Wir sind gerade dabei, ihn auf neuen Kurs zu bringen.“ „WZV — unser kommunales Unternehmen“ laute der Arbeitsauftrag, mit dem der Zweckverband wieder mehr auf die Gemeinden zugehen wolle. Die Breitbandversorgung, die überall gut gelaufen sei, solle dabei Maßstab sein. „Wir arbeiten an einer Neuausrichtung, die nicht alle Mitarbeiter mitgehen wollten“, bestätigte Kretschmer den Wechsel von drei Mitarbeitern. Er sieht darin auch eine Chance, neues Personal gezielt für den neuen Kurs des WZV auswählen zu können. Derzeit sei die Leitung für den Bereich „Kommunale Dienste“ ausgeschrieben.

Petra Dreu

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