Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Zu viel Regen: Vier Millionen Liter Wasser abgepumpt
Lokales Segeberg Zu viel Regen: Vier Millionen Liter Wasser abgepumpt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:39 05.01.2018
Alle drei Regenrückhaltebecken waren bis zum Rand vollgelaufen. Mit bis zu acht Pumpen wurde das Versickerungsbecken abgepumpt.
Anzeige
Trappenkamp

Die erste Einsatzalarmierung ging in der Feuerwehr-Einsatzleitstelle gegen Mittag raus. Bauhofmitarbeiter hatten bemerkt, dass nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage alle drei Regenrückhaltebecken in der Trappenkamper Industriestraße „bis zum Rand vollgelaufen waren“, berichtet Trappenkamps Wehrchef Marco Dorwo. So voll, dass die Funktion des Ölabscheiders im ersten Becken nicht mehr gewährleistet war. Wäre zu diesem Zeitpunkt also Öl in die Straßenentwässerung und in das Rückhaltebecken gelangt, wäre das Wasser in der Anlage ungehindert weitergewandert und schließlich über das dritte, das Versickerungsbecken, in den Boden gelangt, erklärt Dorwo die Lage.

Bis zum Rand vollgelaufen sind die Regenrückhaltebecken in Trappenkamp an der Industriestraße. Alle Wehren im Amt Bornhöved waren am Freitag stundenlang im Einsatz, um 4000 Kubikliter Wasser abzupumpen. Andernfalls würde die Straßenentwässerung versagen.

4000 Kubikmeter Wasservolumen galt es gestern abzupumpen. Das sind vier Millionen Liter. Das dauert – auch mit leistungsstarken Pumpen der Feuerwehr. Im Verlauf des Nachmittags wurden zur Verstärkung der –Trappenkamper alle Wehren aus dem Amtsbereich Bornhöved hinzugerufen: Bornhöved, Damsdorf, Gönnebek, Schmalensee, Stocksee, Tarbek und Tensfeld. Zwölf Fahrzeuge waren im Einsatz.

Durch den aufgeweichten Boden am Einsatzort konnten die Fahrzeuge nicht bis an die Becken heranfahren. Das Material – am Ende immerhin acht Tragkraftspritzen – musste mit reiner Muskelkraft geschleppt werden. Eine Pumpe wiegt immerhin um die 160 Kilogramm.

„Pro Minute pumpen wir 4500 bis 5000 Liter Wasser ab“, sagt Trappenkamps Wehrchef Marco Dorwo. Das sind bis zu 300000 Liter in der Stunde. „Das dauert noch ein paar Stunden“, gab Dorwo am Nachmittag als gerade die letzten drei Amtswehren nachgefordert wurden, einen Zwischenstand. „Drei Stunden bestimmt.“ Das abgepumpte Wasser wurde über Schläuche in die umliegenden Wäldchen verteilt.

Eine akute Gefahrenlage für die Umwelt bestand unterdessen nicht. Für den Fall, dass während der Einsatzzeit Öl in die Straßenentwässerung gelangt, hatten die Feuerwehrleute – knapp 30 waren im Einsatz – eine Ölsperre im ersten Becken eingerichtet.

Glücklicherweise regnete es gestern nicht. Zusätzlicher Niederschlag und damit noch mehr Wasser auf den Straßen und in der Kanalisation wären problematisch geworden. „Wenn das Rückhaltebecken voll ist, kann das Wasser nicht mehr abfließen“, erklärt Marco Dorwo. „Dann laufen Keller voll. Das ist dann ein ganzer Rattenschwanz.“

 Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige