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Segeberg Zugepflastert mit Plakaten: Werbung spaltet Klein Rönnau
Lokales Segeberg Zugepflastert mit Plakaten: Werbung spaltet Klein Rönnau
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21:22 17.08.2013
Ein ganzer Werbepark mit Schautafeln für Häuser und Mitarbeiterinnen ist am Plöner Eck nicht zu übersehen. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Wer auf dem Weg von Bad Segeberg nach Groß Rönnau oder in Richtung Ostsee ist, kann ihnen nicht ausweichen: Mit Bannern, Schildern an Hauswänden und Giebeln, einem Wandelpark und einbetonierten Plakataufstellern wirbt das Finanzhaus von Rainer Cordts in Klein Rönnau für sich. Und dieser massive Werbeauftritt kommt bei etlichen Einwohnern der Gemeinde gar nicht gut an. Sie halten die Vielzahl von Werbeschildern für hässlich und völlig übertrieben, andere aber können gut damit leben.

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„Verkehrsteilnehmer können die Vielzahl der Schilder nicht wahrnehmen.“ „Dietrich Herms, Bürgermeister

Von mehreren Seiten wurde bereits Bürgermeister Dietrich Herms auf die Werbung angesprochen. Der ist natürlich froh, ein erfolgreiches Unternehmen in der Gemeinde zu haben, andererseits muss er Beschwerden der Einwohner nachgehen. „Es ist alles im gesetzlichen Rahmen. Ein Quadratmeter Fläche wird nicht überschritten, außerdem steht alles auf Privatgelände“, erklärt der Bürgermeister.

Glücklich ist er über die Werbevielzahl jedoch nicht: „Ich finde es etwas übertrieben, zumal die Masse der Schilder von Verkehrsteilnehmern gar nicht mehr wahrgenommen werden kann.“

Der Meinung schließt sich Bruno Christiansen an. „Mir ist das ein bisschen zu üppig. Der kleine Park und die ganzen Hinweisschilder — ich finde, alles ist viel zu nah beieinander“, sagte der Kunsthandwerker. „Ich finde, das ist alles viel zu viel. Aber andererseits sind dort auch viele Arbeitsplätze entstanden. Ich werde mich hüten, etwas dagegen zu sagen“, erklärte eine Einwohnerin, die namentlich nicht genannt werden wollte.

Wehrführer Volker Urbschat dagegen kann mit der Großzahl an Werbeschildern gut leben: „Das erinnert mich an Australien. Dort ist das gang und gäbe. Werbung bestimmt nun mal unser Leben“. Mich stören die ganzen Wahlplakate viel mehr“, ergänzt seine Frau Jahne. Auch Renate Hansen hat nichts gegen den Werbeauftritt: „Mich stört das nicht. Ich wunder mich nur, dass dort so viele Angestellte sind.“

„Ich bin schon gefragt worden, ob das eine Partnervermittlung ist“, verriet eine Groß Rönnauerin, die tagtäglich an dem kleinen Park am Plöner Eck und einem Banner mit mehr als 20 hübschen, jungen Frauen vorbeikommt. Heiratswillige Mädels sind das aber nicht, sondern allesamt Mitarbeiterinnen des Finanzdienstleisters Rainer Cordts. Für den Bankfachmann sind sie das Aushängeschild seines Unternehmens. Sie seien ein Zeichen dafür, dass im Finanzhaus alles anders sei.

In der Branche seien von 600 Mitarbeitern 580 Männer und 20 Frauen.„Bei uns ist es umgekehrt. Wir haben 24 Mitarbeiterinnen und nur drei Männer. Und alle sind fest angestellt“, erzählt Firmenchef Rainer Cordts stolz. „Rennlisten“, wie die Provisionsbeteiligungen auch genannt werden, gebe es bei ihm nicht. Jeder Kunde werde umsorgt, damit er finanziell nicht erkranke. Es solle ihm gut gehen, dazu solle auch die Bürogemeinschaft mit Yvonne Schumacher und ihrem „Entspannung- und Schönheitsstudio“ beitragen. „Sie möchte, dass die Menschen entspannt, schön, ausgeglichen und glücklich sind.

Das möchten wir auch“, so Cordts.

Er glaubt, dass nur ältere Einwohner Schwierigkeiten mit seinem Werbeauftritt hätten. „Unsere Kunden sind zwischen 25 und 40 Jahren alt. Sie finden die Werbung gut. Sie ist locker, peppig, easy und hat Leichtigkeit. Sonst hätten wir nicht so einen großen Zulauf. Wir sind eine eigene Marke. Man kann nur gut sein, wenn man anders ist“, so Cordts. Auch die täglichen Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr seien ein Service, der sonst nirgends zu finden sei. Nach eigenem Bekunden werde das Finanzhaus in diesem Jahr Finanzierungen von über 40 Millionen Euro abwickeln.

Dass nicht alle Einwohner seine Werbung gut finden, kann er verstehen. „Alle sind eingeladen, bei einer Tasse Kaffee darüber mit uns zu reden“, so Cordts. Erreichbar ist er unter der Telefonnummer 0 45 51/838 30.

Petra Dreu

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