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Segeberg Sanierung des Schwimmbads: Hat der BBS noch ein Ass im Ärmel?
Lokales Segeberg Sanierung des Schwimmbads: Hat der BBS noch ein Ass im Ärmel?
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18:08 25.10.2018
Wie geht es weiter mit der Schwimmhalle in Bad Segeberg? Die Wählergemeinschaft lässt dazu gerade eine Geheimvariante prüfen.  Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Von „Geheimniskrämerei“ ist die Rede: Denn Bauausschussvorsitzender (BBS) Wolfgang Tödt, der sich sonst oft und gerne für Offenheit und Bürgerinformation stark macht, wollte nicht mit der Sprache heraus, welche neue Möglichkeit er den Stadtpolitikern in vier Wochen für Neubau oder Sanierung des Bad Segeberger Hallenbads vorstellen will. Er bat um diese Frist, um Geduld. Denn eigentlich sollte am Mittwoch die Empfehlung des Bauausschusses erfolgen, welche der bisher bekannten fünf Varianten nun weiterverfolgt werden soll. Die hatte nach mehrmonatiger Arbeit die Schwimmbad-Expertin Dr. Nicole Riedle in einer detaillierten Expertise herausgefiltert. Nun kommt Tödt mit einer sechsten Variante um die Ecke, die er jetzt aber nicht erläutert, nicht einmal andeutet. Unter strengster Geheimhaltung werde diese gerade durchgerechnet und geplant. Klar ist, dass Wolfgang Tödt sich immer für einen Neubau ausgesprochen hatte.

In BBS-Kreisen ist die Rede von einer „Win-Win-Situation“, um eine neue „Form von Neubau“, die weitere Entscheidungsmöglichkeiten eröffne. Es gibt auch Beobachter, die hier Verhandlungen mit einer Investoren/Betreiber-Gruppe vermuten. Die Rede ist auch mal von „Profis“, die nicht öffentlich genannt werden möchten. Tödt macht es jedenfalls spannend: „Wir sind auf eine sechste Variante gestoßen, dafür wird gerade eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Für die brauchen wir noch vier Wochen.“ Er möchte „ein Maximum erreichen mit einem Minimum an Aufwand“. Er habe sich aber verpflichtet, Stillschweigen zu wahren.

Die anderen Stadtpolitiker reagierten skeptisch. Denn die von der Stadt beauftragte Expertin Nicole Riedle hatte in monatelanger Arbeit fünf Möglichkeiten nebst Kostenaufstellung präsentiert, wie man mit dem maroden Schwimmbad weiter verfahren sollte. Eine Überlegung sei es, den „jüngeren“ Anbau der Halle mit Kinder- und Nichtschwimmerbecken abzureißen und das Bad auf ein Vereins- und Schulbad mit einem 25-Meter-Becken zu reduzieren. Sanierung und Anbau würden dann „nur“ noch 3,6 Millionen Euro kosten. Und ein Neubau draußen im Gewerbegebiet Burgfelde, nur mit 25-Meter-Becken für Schulen und Vereine, würde rund zehn Millionen Euro kosten. Und würde man ein Bad in der Größenordnung wie das bestehende mit Kinder-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken, 4400 Quadratmeter groß, mit Erdgeschoss und Untergeschoss neu bauen, sei man bei 17 Millionen Euro, hatte Riedle vorgerechnet. So galt ihr Vorschlag, das jetzige Schwimmbad in Etappen über Jahre zu sanieren, ohne den Badebetrieb lange unterbrechen zu müssen, als Favorit. Diese Variante würde 5,6 Millionen Euro kosten.

Ob da noch, trotz der Sanierung, später in den technischen Anlagen Folgekosten zu erwarten seien, fragte jemand nach. Die Schwimmhallen-Expertin: „Da kann ich Ihnen keine Prognose geben, da habe ich den falschen Beruf.“ Sie meinte Wahrsagerin. Beim BBS setzt man schon wegen dieser Unsicherheit weiter auf eine Neubau-Variante. Zumal ja so ein Schwimmbad auch in das städtische Vermögen einfließe. Anders als die teure Sanierung eines alten Bades, das ohnehin schon längst abgeschrieben sei, erfuhren die LN. Joachim Wilken-Kebeck (SPD) mahnte, dass das Geld so oder so für das Schwimmhallen-Projekt unbedingt in den kommenden Hauhalt gesteckt werden müsse. Arthur Wagemann vom Jugendbeirat: „Wenn sich mit der sechsten Variante für die Stadt eine Haufen Geld sparen lässt, ist das doch eine gute Sache. Auch die CDU sprach sich dafür aus, dem BBS die vier Wochen Frist einzuräumen. Tödt selbst betonte, dass er mit der neuen Möglichkeit fast „euphorisch geworden“ sei. Mit großer Mehrheit wurde die Entscheidung zur Schwimmhalle verschoben. Der Bad-Krimi geht weiter.

Wolfgang Glombik

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