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Zukunftsprojekt: Nahe ersteigert Reiterhof

Nahe Zukunftsprojekt: Nahe ersteigert Reiterhof

Die Gemeinde hat jetzt jede Menge Platz: Der Bauhof zieht demnächst ein, andere Pläne liegen in der Schublade.

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Hier soll der Bauhof der Gemeinde Nahe einziehen. Bürgermeister Holger Fischer träumt von einem gemeinsamen Bauhof mit den Gemeinden Itzstedt und Kayhude.

Quelle: Fotos: Domann

Nahe. Dicht gedrängt stehen zwei Traktoren und ein Multicar in der Halle des Naher Bauhofs. „Wer hier arbeitet, muss gut balancieren können und gelenkig sein“, sagt Bauhofmitarbeiter Andreas Pryszc. Doch nicht mehr lange ist solche Körperbeherrschung nötig, die Gemeinde hat den Reiterhof der Familie Blum für 1,1 Millionen Euro ersteigert. Neun Hektar Fläche, zwei große Reithallen mit etwa 100 Boxen, ein größerer Gebäudekomplex und ein etwa 300 Quadratmeter großes Wohnhaus gehören nun der Gemeinde. Der Kaufvertrag ist unterschrieben, die Übergabe findet am 1. Oktober statt.

LN-Bild

Die Gemeinde hat jetzt jede Menge Platz: Der Bauhof zieht demnächst ein, andere Pläne liegen in der Schublade.

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„Es gab nur eine Enthaltung.“ Holger Fischer, Bürgermeister

Pryszc und seine beiden Kollegen freuen sich auf den Umzug. Denn die alte Scheune eines ehemaligen Bauernhofes ist zu klein für den Bauhof der Gemeinde geworden. In der Garage ist kein Platz für ein weiteres Fahrzeug, doch die Gemeinde benötigt Salzstreuer und Mini-Bagger. Streuaufsatz, Gullydeckel und Beleuchtungsmasten sind beim Klärwerk ausgelagert, die gemeindeeigene Schneeräumschaufel lagert beim Lohnunternehmer, der den Schneedienst in Nahe erledigt. Auch in der Werkstatt nebenan ist nicht viel Platz. Eine angefangene Arbeit über Nacht stehen zu lassen, ist kaum möglich, alles muss penibel zurückgeräumt werden. Ein eigener Sozialraum für die Gemeindearbeiter ist nicht vorhanden, auch eine Dusche oder ein extra Waschbecken gibt es nicht. Auf dem Dachboden, über zwei Ebenen verteilt, lagern weitere Materialien wie Verkehrsschilder und die alten Türen des Dörphus.

Doch die Scheune beherbergt nicht nur den Bauhof, sondern auch das Dorf-Archiv und seit einem Jahr eine Gruppe der Betreuten Grundschule. Außerdem proben im ersten Stock Musiker, eine Töpfer-Gruppe werkelt mit Ton und einen Raum hat eine Bürgerin für Nähprojekte angemietet.

„Seit einigen Jahren denken wir über einen neuen Bauhof nach“, sagt Bürgermeister Holger Fischer. Eine Idee sei ein Neubau am Klärwerk gewesen, eine Halle hätte etwa 300000 Euro gekostet. Weitere Gebäude hätten zur Diskussion gestanden, letztlich habe sich die Gemeindevertretung für den Reiterhof am Ortseingang (Richtung Norden) entschieden. „Das war die kürzeste Gemeindevertretersitzung überhaupt. Der Finanzausschuss hatte alles vorbereitet, es gab nur eine Enthaltung“, berichtet Fischer. Kredite seien gerade günstig, die Gemeinde stehe finanziell nicht ganz schlecht da und die Lage des Reiterhofes sei optimal, alles gute Gründe für den Kauf der Anlage. 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde jetzt als Kredit aufgenommen.

Der Gebäudekomplex auf dem Gelände soll der Bauhof der Gemeinde werden. Die übrigen Reithallen bleiben erst einmal erhalten. „Wir müssen nichts über das Knie brechen, der Reiterhof ist ein Zukunftsprojekt“, betont der Bürgermeister. Vielleicht ein Indoor-Klettergarten oder „urban farming“, den Möglichkeiten seien keine Grenzen gesetzt. Außerdem soll ein Stück der neun Hektar als Gewerbefläche für klein- und mittelständische Betriebe ausgewiesen werden. An Interessenten für das Wohnhaus mangele es ebenfalls nicht, und über eine Verlängerung des Pachtvertrages mit den Betreibern der Reitanlage wird nachgedacht. „Außerdem haben wir noch den Traum, einmal einen gemeinsamen Bauhof mit den Nachbargemeinden Itzstedt und Kayhude zu haben“, so Fischer. Gespräche darüber liefen bereits.

Silvie Domann

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