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Zum Ende des Werkausschusses gab’s nur noch die Gasrechnung

Bad Segeberg Zum Ende des Werkausschusses gab’s nur noch die Gasrechnung

Bei einer Enthaltung stimmten Ausschussmitglieder für die Begleichung von fast 190 000 Euro – In der Verwaltung waren schon 2011 extrem niedrige Energiekosten aufgefallen.

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Nur eine halbe Stunde dauerte die letzte Sitzung im Werkausschuss: Danach löste sich das Gremium per Abstimmung selbst auf.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg. Sekt gab es nicht, schon wegen der Gasrechnung. Punkt 19 Uhr war es soweit. Das Aus für den Bad Segeberger Werkausschuss. Einstimmig beendeten die Mitglieder eine Ära. Es war keine schöne. Denn die Stadt leidet heute noch finanziell an den verfehlten Umbau-Planungen beim früher noch städtischen Alten- und Pflegeheim Christiansfelde. Der Werkausschuss war mitverantwortlich. „Ein historischer Moment“, merkte Ausschussvorsitzender Dr. Henning Vollert deshalb etwas leise an. Immerhin existiert dieses Gremium seit 1997. Damals hatte die Stadt den Eigenbetrieb „Betreuung und Ausbildung“, zuständig für das Pflegeheim und den städtischen Kindergarten, gegründet. Die Kita wurde aus dem Betrieb herausgelöst, das Pflegeheim schon 2013 verkauft. – Übrig bleibt jetzt nur noch eine unbezahlte Gasrechnung von 189 598 Euro für sechs Jahre, die der Energieversorger Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH (EWS) die Chuzpe hat, jetzt nachzureichen.

Wie berichtet, war zwischen 2007 und 2013 ein Gaszähler im Alten- und Pflegeheim nicht abgelesen worden. Kein schöner Abschluss für den Ausschuss, der sich mit dieser Schlamperei beschäftigen musste. „Ist da kein Controlling gemacht worden?“ – „Fiel das nicht der Buchhaltung auf?“ Immerhin gab es derart kritische Fragen an den jetzigen Werkleiter Karsten Immanns, der aber meist auf die Verantwortung der EWS verweisen konnte. Mit einer Enthaltung von Günter Winter (CDU) gab der Ausschuss die Empfehlung aus, die Gasrechnung zu bezahlen.

Woran lag es? Vollert verweist auf die vielen „personellen Umbrüche“. Das sei wohl „damals durchgerutscht“. Aufgefallen war aber wohl doch etwas: Die LN schrieben am 2. November 2011, dass die Verwaltung über die niedrige Energierechnung im Pflegeheim rätsele. Gerechnet hatte man mit 100 000 Euro Energiekosten. „Jetzt sollen es nur 28 000 Euro sein“, wunderte sich damals Bürgermeister Dieter Schönfeld. Er hatte mit der Managerin Susanne Jahn eine Saniererin geholt, die im teuren städtischen Heim organisatorisch aufräumen sollte. Doch der extrem niedrigen Energierechnung war sie offenbar auch nicht auf den Grund gegangen.

Das dicke Ende kommt zum Schluss des Werkausschusses. Heino Pfeiffer (BBS): „Wir sind zu keinem Ergebnis gekommen, wir müssen die 190 000 Euro zahlen. Schlimm.“ Annelie Eick (Grüne) sah wenigstens keinen wirtschaftlichen Schaden. Winter (CDU): „Ich hätte gerne inhaltlich mehr darüber gehört.“ Hinter vorgehaltener Hand hörte man, dass es gar nicht so schlecht sei, dass die Stadt jetzt erst die dicke Gasrechnung begleichen muss. Denn Schuldenmachen heißt für eine Konsolidierungskommune, die praktisch pleite ist, dass sie mehr Fehlbedarfszuweisungen vom Land bekommt. . .

Bewegte Zeiten im Werkausschuss: Bittere Bilanz zum Abschluss

Thomas Vorbeck (CDU) ist seit 20 Jahren Stadtvertreter, viele Jahre war er Vorsitzender im Werkausschuss. Es waren „bewegte Zeiten“, sagt Vorbeck rückblickend. Der damalige Werkleiter sei mit der Verwaltung der rapide wachsenden Kita und dem großangelegten Umbau des Pflegeheims überfordert gewesen. Eine Kontrolle durch den Werkausschuss sei schwierig gewesen. Vorbeck: „Wir als Kommunalpolitiker mussten uns damals auf die Aussagen von Fachleuten verlassen können.“ Der verstorbene damalige Werkleiter sei Fachmann im Sozialbereich gewesen, ein feiner Mensch, dem man aber wohl zu viel an Aufgaben aufgebürdet hatte. Da stapelten sich die Aktenberge im Büro, „ich wäre da nie durchgestiegen“, bekennt Vorbeck.

Die Finanzkrise beim Alten- und Pflegeheim wurde schonungslos offengelegt, als Bürgermeister Dieter Schönfeld sein Amt antrat. Im November 2009 jagte eine Krisensitzung die nächste. Das Heim machte 700 000 Euro Miese im Jahr. Vorbeck, damals Vorsitzender im Ausschuss, klagte, dass man die Politiker in den Jahren zuvor über die wahren Verhältnisse im Unklaren gelassen hatte.

Wolfgang Glombik

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