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Segeberg Zum Quaaler Hof: Straße und Kanal teils völlig marode
Lokales Segeberg Zum Quaaler Hof: Straße und Kanal teils völlig marode
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20:21 19.02.2016
Auflösungserscheinungen in der Wohnstraße Zum Quaaler Hof in Rohlstorf. „Untertage“ im Straßenkörper sieht es teilweise noch schlimmer aus. Denn auch die Kanalisation muss hier erneuert werden. Quelle: Glombik
Die Straße „Zum Quaaler Hof“ beginnt sich aufzulösen. Die Anwohner seien schon „ziemlich angefressen“, redete Bürgermeister Dirk Johannsen Klartext im Rohlstorfer Bauausschuss. Doch als die beiden Bauexperten von der Ingenieurgesellschaft mit ihrem Vortrag loslegten, war schnell klar, dass nicht nur die teilweise extrem dünne Fahrbahndecke das Problem ist, nein „untertage“ sieht es noch schlimmer aus: Der Zustand der Kanalisation im Quaaler Hof, im älteren Teil des Baugebietes, vermutlich aus den siebziger Jahren, sei „bedenklich“, zeige „gravierende Mängel“, die nur durch einen kompletten Ersatz der Kanalisation behoben werden können.

„Wenn man schon die Straße aufmacht, sollte man komplett alles neu verlegen.“

Jens Weimar, Ingenieur

Der nördliche, jüngere Teil der Straße zeige zwar auch Schäden, die könnten aber ohne Baugrube, im geschlossenen Verfahren durch „Inliner“ behoben werden. Hier reiche es auch aus, die Straßendecke wenige Zentimeter abzufräsen und neu zu asphaltieren. Im südlichen Teil der Straße Zum Quaaler Hof müsste die Straße komplett neu aufgebaut werden. Bautechnikerin Margarethe Rohwedder: „Das sieht sehr marode aus.“ Totalschaden. „Und wenn man hier schon die Straße aufmacht, sollte man auch komplett alles neu verlegen“, erklärte Ingenieur Jens Weimar. Ein Unikum ist, dass er bei Erkundungen sogar vier parallel verlaufende Rohrleitungen vorfand. Weimar verwundert: „Da hätten auch zwei gereicht.“ Pfusch gab es damals reichlich: Die Schnappschüsse der Videofahrten aus dem Quaaler Untergrund ließen die Zuschauer in der Alten Schule gruseln. Stromkabel durch die Kanalisation, angebrochene Rohre, einwachsende Baumwurzeln, Risse und stümperhaft gelegte Anschlüsse. Das sei ja „haarsträubend“, empörte sich auch Anlieger Otto Rohweder. Das müsse der damals beauftragten Firma passiert sein, nie seien das Anlieger gewesen. Für Weimar sind einige Kanäle einsturzgefährdet. Er plädiere dazu, die alten Kanalisationrohre zu „verdämmen“, damit sich nicht Ungeziefer breitmache.

Die Kosten für den Straßenausbau betragen rund 200 000 Euro, die Kanalsanierung kostet 176 000 Euro. Die etwa 46 Anlieger können sich freuen. Laut Gemeindesatzung trägt Rohlstorf die Kosten dafür allein. Andernorts würde man die Anlieger per Straßenausbaubeitrag mit je 3500 Euro zur Kasse bitten, rechnete einer flugs aus. Trotzdem kommen schwere Zeiten. Vollsperrung! „Mit vier bis sechs Monate Bauzeit müssen Sie rechnen“, stellte Weimar klar. Wenn die Gemeindevertretung dem Paket zustimme, die Ausschreibung erfolge, könnte es im Juni losgehen. Ach ja, eine Entscheidung steht noch aus: Auf Anregung eines Anliegers soll geprüft werden, ob man die Straße nicht auch pflastern könne. Preislich würde sich das nichts nehmen. „Da können wir ja noch einige Nächte drüber schlafen“, sagte Gemeindevertreter Andreas Bauer.

Wolfgang Glombik

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