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Segeberg Zum ersten Mal „Unter einem Dach“
Lokales Segeberg Zum ersten Mal „Unter einem Dach“
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22:24 31.10.2013
Großformatige Acrylbilder von Renate Holz und Holzschnitte von Manfred Holz, die erste gemeinsame Ausstellung. Quelle: Kullack
Bad Segeberg

Sie waren beide Kunsterzieher, malen seit über fünf Jahrzehnten, sind beide um die 80 Jahre alt — und doch ist es die erste gemeinsame Ausstellung des Künstlerehepaares Renate und Manfred Holz, die diesen Sonntag um 11.30 Uhr in der Villa Flath eröffnet wird. „Unter einem Dach“ ist der treffende Titel.

Wieso kommt es erst jetzt zur ersten gemeinsamen Ausstellung? „Wir leben unter einem Dach, essen an einem Tisch . . . aber wir haben doch getrennte Ateliers“, sagt Manfred Holz. „Und das ist auch angenehmer“, ergänzt seine Frau. So rede man sich nicht in die Arbeit hinein, frage nur, wenn man Rat brauche. „Zum Beispiel: Ist dieses Bild fertig?“, sei dann eine typische Frage, sagt Manfred Holz.

Anfangs, als die vier Kinder noch klein waren, hatte man dieselben Motive, die man malte. „Doch dann, als wir mehr Zeit, auch für die eigene Arbeit hatten, haben wir uns doch auseinander und hoffentlich weiterentwickelt“, sagt Renate Holz. So ist es auch durchaus unterschiedlich, was am Sonntag „Unter einem Dach“ zu sehen ist. Renate Holz malt — im Vergleich zu ihrer jüngsten Einzelausstellung vor fünf Jahren — relativ gegenständlich. Typisch für sie: Die großformatigen Acrylbilder sind aus collagehaften einzelnen Versatzstücken komponiert. Und in der Tat bereitet sie die großen Bilder mit kleineren, oft nur handtellergroßen Collagen vor. So im Bild „Elektronikschrott“ zum Beispiel: kaputte Handys, Fernbedienungen, Computerteile aller Art liegen da im Wasser — gleich nebenan zwei tote Fische, darunter weitere Flossenträger, die noch überlegen könnten. Wenn sie Glück haben.

Ebenfalls aus diesem Jahr: „Herbstliche Rhapsodie“ mit einem Violinencorpus, viel Laub und viel Stimmung sowie „Interieur mit Pflanzen“; auch bei diesem Bild überzeugt die Zusammenfügung gegenständlicher Themen mit graphischen Elementen.

„Seit wir nicht mehr bei Auge mitmachen, finde ich erst richtig Zeit, unbeschwert zu malen“, sagt Renate Holz. Der Zwang, einmal im Jahr Bilder bei der Jahresschau präsentieren zu müssen, habe ihr doch Kreativität und Zeit genommen, so die Malerin. „Da haben wir uns pensioniert“, erklärt Manfred Holz, der lange Zeit Sprecher der Segeberger Künstlergemeinschaft und deren Mitgründer war.

Seine eigenen Druckgrafiken für die gemeinsame Schau sind ausnahmslos Farbholzschnitte im Mehrfachdruck. Bis zu sechs, sieben Platten sind für seine aufwendige Serie mit Stadtansichten nötig: Raben vor dem Großen See, Boule-Spieler auf dem Marktplatz: „Da gleicht kein Druck dem anderen.Der Standpunkt oder das Vordergrundmotiv können variiert werden“, sagt Holz. Zwei weitere Serien zeigen Bilder mit Tanz-Motiven („Südsee-Techno“) und Ansichten aus dem Inneren eines Ateliers.

Insgesamt sind bei dieser ersten gemeinsamen Ausstellung des Ehepaars 30 Bilder zu sehen. Zur Eröffnung spricht die Berliner Kunsthistorikerin Anna Laug.

„Unter einem Dach“, Renate und Manfred Holz, 3. bis 24. November in der Villa Flath, Bismarckallee 5; freitags bis sonntags 11 bis 18 Uhr; Eintritt frei; Bilder zwischen 200 und 2000 Euro.

Lothar Hermann Kullack

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