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Segeberg Zur Bernsteinjagd ins Barker Kieswerk
Lokales Segeberg Zur Bernsteinjagd ins Barker Kieswerk
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21:21 29.08.2016
Die „Bernsteinjagd“ ist eröffnet. Rund 40 Teilnehmer machen die geologische Exkursion im Barker Kieswerk mit. Quelle: Fotos: Domann

Kaum hat Franziska Burmeister das Startzeichen zum Suchen gegeben, flitzen die Kinder den Kieshügel hinauf. Einige von ihnen haben eine Schutzbrille auf, die meisten einen Hammer dabei. Aufgeregt wühlen sie auf der Hügelspitze herum, suchen nach Bernstein und Fossilien.

Knapp 40 Teilnehmer waren bei der letzten Ferienveranstaltung des Geoparks Nordisches Steinreich und suchten nach Fossilien.

Geologische Exkursionen

Der GeoPark Nordisches Steinreich mit Sitz in Kehrsen bietet geologische Exkursionen an der Ostsee und in Cemex-Kieswerken in Schleswig-Holstein an. Für Schulen gibt es eine Vielzahl an Angeboten. Auch mehrtägige geologische Entdeckerreisen innerhalb Deutschlands und nach England sind möglich. Weitere Infos unter www. GeoPark-Nordisches-Steinreich.de. sd

Mit knapp 40 Teilnehmern ist die Diplom-Geologin auf dem Gelände des Barker Cemex-Kieswerks unterwegs. Im Rahmen der geologischen Veranstaltungen des Geoparks Nordisches Steinreich bietet sie eine Exkursion im Kies an. Bernsteine und Fossilien wie Korallen und Schwämme können hier gefunden werden. Denn vor 30 Millionen Jahren war der Kreis Segeberg noch ein flaches Meer. Die 29-Jährige geht kurz auf die drei Klassen der Gesteinsfamilien ein: Tiefen-, Umwandlungs- und Sedimentgestein. „Wir haben hier Sedimentgestein, das meiste ist während der Eiszeit aus Skandinavien bis hierher geschleppt worden“, erklärt sie. Einheimisch sei dagegen der Raseneisenstein, die bräunlichen Klumpen, die ein paar Kinder gesammelt haben und gerade als Malstift im Gesicht nutzen.

Die Erwachsenen hocken eher am Bergfuß. Zum Beispiel Carina Ohlsen (37) aus Ruhwinkel; sie kniet konzentriert im Schotter, zieht langsam den Hammer durch die Steinchen und trägt so die oberste Schicht ab. „Ich bin vorsichtig, ich weiß nicht, was ich finde“, sagt Ohlsen. Sie suche nach schönen Steinen bisher nur am Strand. „Die Exkursion ist interessant, ich bekomme mehr Input.“ Am Ende der Exkursion wird sie auch einen Bernstein gefunden haben.

Ein gutes Auge ist für die Suche nach dem „Gold der Ostsee“ nötig. Im Kieshaufen ist zwar reichlich Bernstein versteckt, jedoch sind die Splitter klein wie Fingerkuppen. So ist es kaum verwunderlich, dass vor allem die Mädchen und Jungen erfolgreiche Steinesammler sind. Zum Beispiel Emma (6) aus Großenaspe, die in kurzer Zeit zwei Bröckchen versteinertes Harz findet, ein dunkles und ein helles.

Die kommen in die Schatztruhe.

Die unterschiedlichen Farbnuancen der pflanzlichen Versteinerung verwirren, eh ist der Bernstein leicht mit Flintstückchen zu verwechseln. Deshalb gibt die Geologin ein paar Tipps. Bernstein ist leichter als Feuerstein und schwimmt auf Salzwasser. Deshalb hat Franziska Burmeister ein Glas dabei, Steinchen über Steinchen werfen die Bernsteinjäger hinein, einige schwimmen, viele sinken auf den Boden. Andere folgen dem Vorschlag, den vermutlichen Bernstein gegen die Zähne zu klopfen. „Bernstein erzeugt keinen Klang ist dumpf, Feierstein klingt“, so die Geologin.

Doch auch versteinerte Schwämme und Korallen gehören zu den Schätzen, die die Teilnehmer finden. Luke (10) aus Geesthacht hat beides gefunden und freut sich über den besonderen Ferientag. Auch Max, Fynn und Stella aus Bark genießen das Buddeln im Kies. Stella (8) ist begeistert über ihren Fund, sie hat als Einzige einen weißen Bernstein gefunden.

Silvie Domann

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