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18:12 28.10.2017
Bürgermeister Dieter Schönfeld (l.) und Bürgervorsteherin Ingrid Altner gratulierten Detlef Kuhnke zum gewonnenen Stadtpokal.

Gleich bei der Begrüßung der Gäste im Schützenhof bewies Cochanski Humor: „Ich sehe erwartungsvolle Gesichter. Erwartungsvoll, was wahrscheinlich das Essen angeht.“ Die Gilde sei nicht nur ein Sport-, sondern auch ein Traditionsverein. Für ihn sei die Gilde aber auch ein Freundeskreis. „Bei jeder Feier, zu der meine Frau und ich eingeladen werden, ist die Hälfte der Gäste in der Gilde“, so Cochanski, der dabei auch mit einem Vorurteil aufzuräumen versuchte. „Die Gilde ist kein Saufklub. Bei uns wird mehr Tomatensaft getrunken als im Ferienflieger nach Mallorca.“

Drei herausragende Ereignisse gibt es im Leben eines Schützenkönigs: das Vogelschießen selbst, das Königsessen und der Königsball. Zum Königsessen hatte Friedrich W. Cochanski, amtierender König der Stadtvogelschützengilde, am Freitag seine Getreuen eingeladen.

Erstmals war Landrat Jan Peter Schröder unter den Gästen, der prompt die Hartnäckigkeit der Schützen hervorhob, die ihn immer wieder eingeladen hatten. Für das Königsessen hatte sich der Landrat extra eine Schützen-Krawatte zugelegt. Der Jubel der Stadtvogelschützengilde aber blieb aus. „,Falsche Farbe’ habe ich hier zu hören bekommen. Wir tragen hier die schwarzen Krawatten“, ulkte der Landrat. Aber er lobte das Engagement der Schützen: „Wir Hauptamtler können so gut sein, wie wir wollen, wir brauchen das Ehrenamt.“

Bad Segebergs Bürgermeister und Gildebruder Dieter Schönfeld konnte sich eine Bemerkung in Richtung Landrat nicht verkneifen, nachdem dieser erst kürzlich mit dem damaligen Hauptausschuss-Vorsitzenden heftig aneinandergeraten war: „Wenn Sie im Kreis zu ruppig behandelt werden, denken Sie darüber nach, ob Sie nicht doch besser die Freundschaft der Gilde suchen sollten.“

Bernd Jorkisch, Honorarkonsul von Finnland, hob den Zusammenhalt der Stadtvogelschützengilde hervor. „Finnland feiert am 4. Dezember 100 Jahre Unabhängigkeit. Wenn ich dann die Stadtvogelschützengilde von 1595 sehe, zeigt das, wie gut Zusammenhalt ist“, so Jorkisch, der wie Mark Zielinski, Chef der Bad Segeberger Feuerwehr, den Schützen gleichwohl alles Gute wünschte.

Für Bürgervorsteherin Ingrid Altner war die Teilnahme am Königsessen wahrscheinlich die letzte, denn zur nächsten Kommunalwahl im nächsten Jahr will sie nicht erneut für die Stadtvertretung kandidieren. Wenn es um offizielle Termine bei den Schützen ging, war sie immer mit an Bord. Für so viel Treue bedankten sich die Schützen mit einem dicken Blumenstrauß bei ihr. Einen solchen gab es auch für Erika Dill, die die Schützen seit mehr als 50 Jahren zum Königsessen mit Kasseler, Sauerkraut, Erbspüree und Kartoffeln bewirtet.

Keine Blumen, dafür aber einen Stadtpokal, der unter den Schützenkönigen und Königsschützen der letzten zwei Jahre ausgeschossen wird, überreichten sie und Dieter Schönfeld an Detlef Kuhnke. Der Schackendorfer konnte sich als Schütze mit den meisten Punkten gegen Friedrich W. Cochanski, Alexander Richter und Kurt Blunk durchsetzen. Kurt Blunk hatte zuvor den letzten Rest vom Schützenfest überreicht bekommen: Den Teil des Holzvogels, der zuletzt abgeschossen wurde, kann sich der Königsmacher nun daheim auf den Kaminsims stellen.

Geehrte Schützen

Für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Gilde haben König Friedrich W. Cochanski und 1. Ältermann Dieter Abel folgende Schützen geehrt: Hans Siebke (20 Jahre), Gerhard Schoch, Erich Bauer, Ulf-D. Saul, Rolf Götzke (25 Jahre), Dieter Holst, Klaus Kock, Günter Raabe, Ulrich Eck (30 Jahre), Ekhard Ladwig (40 Jahre). Jochen Michalowski ist zwar erst seit zehn Jahren Mitglied der Stadtvogelschützengilde, dafür aber seit 40 Jahren Mitglied des Deutschen Schützenbundes, der ihn mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet hat.

Petra Dreu

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