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Segeberg Zwei Austritte: Seedorfs Kommunale Fraktion schrumpft
Lokales Segeberg Zwei Austritte: Seedorfs Kommunale Fraktion schrumpft
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21:15 28.04.2016

Es brodelt in der Seedorfer Gemeindepolitik: Erst 2010, mitten in der laufenden Legislaturperiode, hatte sich aus Sozialdemokraten und Grünen die Kommunale Fraktion Seedorf (KFS) gegründet, um als größere Fraktion mehr Gewicht neben der CDU-Mehrheit zu haben. Gehörten damals noch acht Gemeindevertreter zur KFS, waren es 2013 nur noch fünf. So hoffnungsvoll die KFS auch gestartet war, kann von gemeinsamen Zielen derzeit keine Rede mehr sein: Kai Fischer und sein Schwiegervater Heinrich Buthmann haben ihren Austritt aus der KFS erklärt. Ihr Mandat in der Gemeindevertretung aber werden beide weiter ausüben.

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Zwist um den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters — Nur noch drei Gemeindevertreter — Kai Fischer will Nachfolger von Bürgermeister Lentföhr werden.

Die Lage ist verzwickt: In einer Faktionssitzung im März waren mehrere Mitglieder gefragt worden, ob sich sich vorstellen könnten, das Amt von Lutz Frank als stellvertretender Bürgermeister ausüben zu können. Frank hat sich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. „Alle außer mir haben dankend abgelehnt, auch Kai Fischer“, berichtet Jürgen Kaldewey, der einst als Grüner in den Gemeinderat eingezogen war. Weil niemand anderes darauf erpicht war, habe sich die KFS folglich darauf geeinigt, ihn als stellvertretenden Bürgermeister zu benennen.

Nur einen Monat später, während der nächsten Fraktionssitzung, warf jedoch auch Kai Fischer seinen Hut in den Ring, um stellvertretender Bürgermeister zu werden. „Ich bin von verschiedenen Seiten gebeten worden, das Amt zu übernehmen — nicht zuletzt deshalb, um bereits jetzt einen Einblick in die Aufgaben zu bekommen und nach dem Ausscheiden von Gerd Lentföhr dessen Bürgermeisteramt zu übernehmen“, sagt Kai Fischer. Das sei ihm als beste Lösung erschienen, denn als pensionierter Marinesoldat habe er die nötige Zeit und auch das Interesse, Lentföhrs Aufgaben zu übernehmen. Dass ihm die CDU-Vertreter ihre Stimme versagen könnten, davon geht Kai Fischer nicht aus: „Wer soll es denn sonst machen? Alle anderen Gemeindevertreter haben doch dafür gar keine Zeit.“

Die Mitglieder der KFS sahen das offenbar anders. Nur zwei stimmten während der Fraktionssitzung für Kai Fischer, sechs für Jürgen Kaldewey. Aber die Vorbehalte der CDU gegenüber Jürgen Kaldewey als stellvertretenden Bürgermeister wurden kürzlich in der Gemeindevertretung deutlich, nachdem Heinrich Buthmann als Nachrücker für Lutz Frank vereidigt worden war. Von den elf anwesenden Gemeindevertretern stimmten nur vier für Kaldewey, der Rest enthielt sich.

„Er ist sauer, weil er in der Fraktionssitzung nicht die nötigen Stimmen bekommen hat“, glaubt Jürgen Kaldewey als Ursache für den Austritt von Kai Fischer und Heinrich Buthmann. Das jedoch bestreitet Kai Fischer: „Ich habe Mails voller Beschuldigungen gesehen, die schon beleidigend waren. Eine Zusammenarbeit kommt deshalb nicht mehr infrage“, so Fischer. Er und Buthmann wollen bis zur nächsten Kommunalwahl fraktionslos in der Gemeindevertretung mitarbeiten. Was danach kommt, werde sich zeigen. Kai Fischer: „Lust und genügend Zeit für das Amt des Bürgermeisters habe ich immer noch.“ Der amtierende Bürgermeister Gerd Lentföhr (CDU) mochte sich zu der Situation überhaupt nicht äußern: „Das ist Sache der KFS. Ich mische mich da nicht ein.“

Von Petra Dreu

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