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Zwei Kirchen auf zwei Kontinenten

Warder/Columbus Zwei Kirchen auf zwei Kontinenten

Die evangelische Gemeinde in Warder will eine Partnerschaft mit der US-Gemeinde St. Luke im Bundesstaat Ohio schließen. Der große Traum der deutschen Jugendband: Im amerikanischen Gottesdienst auftreten.

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Unterschiede – nicht nur in der Optik der Kirche zu Warder zu der in Columbus – machen den Reiz einer Partnerschaft zwischen beiden Kirchen aus, findet Pastor Scheel.

Warder/Columbus. Einmal mit dem Gospelchor in Amerika auftreten. „Das ist ein Traum von mir“, sagt Warders Pastor Roland Scheel, der selbst noch nie in den USA gewesen ist. Es ist ein Traum, der aber schon bald in Erfüllung gehen könnte. Denn die Kirchengemeinde will eine Partnerschaft mit der St. Luke Lutheran Church in der US-Stadt Columbus eingehen. So hat es der Kirchengemeinderat einstimmig beschlossen. Und nicht nur Scheel ist Feuer und Flamme für das Projekt: „Die Jugendband hat bereits gefragt, ob sie dann auch in den USA im Gottesdienst spielen darf.“

LN-Bild

Evangelische Gemeinde in Warder will Partnerschaft mit US-Gemeinde St. Luke im Bundesstaat Ohio schließen.

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Bereits vor eineinhalb Jahren habe er signalisiert, dass in Warder Interesse an einer Partnerschaft in die USA besteht, sagt Scheel. „Ursprünglich kommt das vom mecklenburgischen Teil der Nordkirche“, erklärt er. Dort bestehen seit den 1980er Jahren Kontakte zur lutherischen Kirche im US-Bundesstaat Ohio. Zwischen mehreren Kirchengemeinden wurden offizielle Partnerschaften geschlossen. 13 sind es derzeit.

Zum 500. Jahrestag der Reformation im nächsten Jahr habe nun die St. Luke Gemeinde in Columbus eine Partnergemeinde in Deutschland gesucht, erzählt der Pastor. Eine Mitarbeiterin der Nordkirche habe sich beide Gemeinden angesehen. „Wir sind kompatibel“, nennt Scheel das Ergebnis. „Wir haben einige Gemeinsamkeiten.“ Die Gemeinde im US-Bundesstaat Ohio habe knapp 1400 Mitglieder, in Warder seien es 1700. Auf beiden Seiten der Partnerschaft, die jetzt nur noch mit einem offiziellen Vertrag besiegelt werden muss, gibt es eine Jugendband. „Wobei die Jugendarbeit in Warder ausgeprägter ist“, so Scheel. Dafür leisteten die Amerikaner mehr Arbeit für die Erwachsenen: Bibelstudium für Frauen, Life-Groups, in denen über den Alltag und Gott diskutiert wird, Quilting-Workshops, Männerfrühstück, Chorproben – im Kalender der Gemeinde stehen fast jeden Tag mehrere Angebote.

„Es sind vor allem die Unterschiede, die so eine Partnerschaft reizvoll machen“, findet Scheel. Die fangen schon beim Kirchengebäude an: norddeutscher Backstein in Warder trifft auf hell getünchte Holzfassade mit Spitzdächern in Columbus. Einen strukturellen Unterschied gebe es in der Finanzierung beider Kirchen. „Während wir ein steuerfinanziertes System haben, muss die St. Luke Gemeinde ausschließlich mit Spenden auskommen“, so Scheel.

Auch in der inhaltlichen Gestaltung der Gottesdienste heben sich beide Gemeinden ab. „In Ohio gibt es zwei Räume für den Gottesdienst. Einen für den klassischen Gottesdienst und einen für den contemporary Service, den weltlicheren Gottesdienst.“ Außerdem seien in Ohio sogenannte Hauskreise verbreitet, private Treffen von Kirchengruppen. Da könne man mal über den Horizont hinausblicken und sicher auch noch was lernen. Etwa dabei, um den Gottesdienst nach draußen zu tragen und die neuen Medien einzusetzen: Gottesdienst im Livestream, Predigten „on demand“ auf Youtube, Beamer in der Kirche – medientechnisch kann die Kirchengemeinde in Warder noch einiges lernen von den Amerikanern.

Und Scheel freut sich drauf. Sobald der Partnerschaftsvertrag geschlossen ist, hofft er, dass sich eine Gruppe bildet, die die Kooperation in den kommenden fünf Jahren trägt. Die sich überlegt, wie ein Programm aussehen könnte, wenn die Amerikaner herkommen. „Das soll keine One-Man-Show werden“, sagt Scheel. Auch Projekte auf beiden Kontinenten wären möglich, vielleicht ein paralleler Gottesdienst zum Reformationsjubiläum. . . In der Gemeinde sei die Begeisterung groß über das Projekt, mit dem auch ein Besuch in den USA verbunden ist – bei dem vielleicht auch der Gospelchor im Land des Gospels auftreten darf.

 Nadine Materne

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