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Segeberg Zwei neue ÖPNV-Angebote für Glasauer und Schlamersdorfer
Lokales Segeberg Zwei neue ÖPNV-Angebote für Glasauer und Schlamersdorfer
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12:49 04.03.2017
„Wir haben uns eine sparsame Lösung ausgedacht.Claudius Mozer, SVG Südholstein
Schlamersdorf/Trappenkamp/Bad Segeberg

 Und die Glasauer können sich auch freuen. Sie sind nicht mehr abgehängt, wenn sie den Öffentlichen Nahverkehr gen Bad Segeberg nutzen wollen. Hier sollen ab dem 24. April Anrufsammeltaxis zum Dorf Berlin fahren, mit Umsteigemöglichkeit in den Bus nach Bad Segeberg. Das wurde kürzlich im Kreis-Umweltausschuss mitgeteilt und auch so beschlossen.

 

Glasau gehört zwar zum Kreis Segeberg, hat aber zum Leidwesen der Bewohner nur gute Busverbindungen nach Eutin und Ahrensbök, also in den Nachbarkreis Ostholstein. Nicht angebunden sind bisher die Kreisstadt Bad Segeberg mit ihren Verwaltungen, Geschäften und vor allem den Arztpraxen.

„Wir haben uns eine sparsame Lösung des Problems ausgedacht“, erklärte Claudius Mozer von der SVG-Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft den Politikern. Mit Anrufsammeltaxis (AST) soll man demnächst von Glasau nach Dorf Berlin fahren, um von dort die relativ gute Busverbindungen nach Bad Segeberg nutzen zu können. Drei Fahrten von Glasau nach Berlin und drei zurück, jeweils mit Umstieg in die Buslinie 7700 sind geplant. Die Aufenthaltsdauer in Bad Segeberg reicht dabei von 1,22 Stunden bis hin zu 8,16 Stunden. Finanziert wird das neue Angebot durch Einsparungen auf den Buslinien nach Hutzfeld.

Für die andere ÖPNV-Verbesserung greift der Schulverband Schlamersdorf mit 9000 Euro tief in die Tasche: Zwar ist die Richard-Hallmann-Schule mit Oberstufe in Trappenkamp

weit über die Gemeindegrenze beliebt und kann sich Jahr für Jahr vor neuen Anmeldungen kaum retten, doch über die mangelhaften Busverbindungen wird hier immer geklagt. Hier haben sich Mozer und seinen Kollegen von der SVG-Südwestholstein einen Kniff ausgedacht. Sie machen Schlamersdorf zu einer Art Drehkreuz der Schülerbusfahrten. Die Gemeinschaftsschule Hutzfeld sei von der Gemeinschaftsschule zur Grundschule heruntergestuft worden, mit der Folge, dass dort weniger Schüler hin wollen. „Hier werden jetzt nicht mehr zwei Busse benötigt“, stellte Mozer klar. Dafür gebe es steigende Schülerzahlen zur Gemeinschaftsschule Trappenkamp, die immerhin auch das G-9-Abitur anbietet. Hier sei der Bedarf groß, mit dem Bus nach Trappenkamp zu fahren. Schülerverkehr nach Schlamersdorf und Hutzfeld soll künftig auf die Buslinien 7720 und 7722 konzentriert werden.

Drei Busse sammeln sich also wie bisher auch zur ersten Stunde in Schlamersdorf. Nur noch ein Bus befördert von dort aus Schüler nach Hutzfeld, ein weiterer Bus fährt dann auf der neuen Linie 7725 die Schüler nach Trappenkamp. Eine Hinfahrt und zwei Rückfahrten seien werktags geplant, das entspreche dem derzeitigen Bedarf der Schüler, erklärte Mozer. Die dritte Linie, die 7700, fährt wie gewohnt nach Bad Segeberg, um die Schüler auf die Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen dort zu bringen. Auch hier soll die Umsetzung für das neue Trappenkamp-Angebot nach den Osterferien ab dem 24.

April erfolgen. Die neue attraktive Busverbindung ruft jetzt schon andere Gemeinden auf den Plan. Auch Damsdorf soll Interesse haben, sich mit einem Haltepunkt anzuschließen, warf ein Kreispolitiker ein. Mit der neuen Ost-West-Verbindung im Kreis wird offenbar ein völlig neues Terrain für den Öffentlichen Nahverkehr gewonnen.

 Wolfgang Glombik

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