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Segeberg Zwischen Ultrakurzwelle und Relaisstation
Lokales Segeberg Zwischen Ultrakurzwelle und Relaisstation
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20:12 15.04.2017
Günther Cords (69) aus Neuengörs in seiner Funkstation unterm Dach. Er gehört zum DARC-Ortsverband Bad Segeberg, kurz M14, in dem 27 Amateurfunker und zwei „SWL“ (Kurzwellenhörer) aktiv sind. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

„CQ DK 6 HO, Delta Kilo Sechs Hotel Oscar.“ Mit einer Hand an der Sprachvorrichtung wiederholt Günther Cords seine Kennung in der Hoffnung auf Antwort. Immerhin wissen Millionen Menschen, was der Amateurfunker meint. Übersetzt: „Hallo, hier ist Günther Cords.“

Am 18. April ist der Weltamateurfunktag – Vom Kreis Segeberg aus senden die Mitglieder von „Mexiko 14“.

Amateurfunker plaudern nicht, sie „arbeiten Stationen“. Dafür gibt es sogar Weltmeisterschaften und Diplome. „Es werden oft nur die Signalraports und der Name genannt“, bestätigt Cords. Wie 27 weitere Aktive und zwei „ SWL“– Kurzwellenhörer – gehört er zum Funker-Ortsverband Bad Segeberg „M14“, Mexiko 14. Für das sogenannte Fledermaus-Diplom von M14 müssen beispielsweise 60 Kontakt-Punkte gesammelt werden. Am 18. April ist nun Weltamateurfunktag. 1925 wurde an diesem Tag die International Amateur Radio Union (IARU) in Paris gegründet und auch beim Deutschen- Amateur-Radio-Club

, steht der Tag im Terminkalender.

Die DARC-Mitglieder von M14 kommen jeden ersten Donnerstag im Monat in Wahlstedt zusammen und sie betreiben eine Relaisstation mit Antenne auf einem der höchsten Gebäude Bad Segebergs. „Ein dünner Besenstiel“, scherzt Funkkollege „Delta Charlie Eins Lima Foxtrott“, Bernd Höppner. Immerhin sorgt der aber dafür, dass auch für kleine Geräte guten Funkbedingungen zwischen Hamburg, Kiel und Lübeck herrschen.

Seit seinem 14. Lebensjahr ist Günther Cords Amateurfunker. Dafür hat er eine erforderliche Prüfung abgelegt und eine Lizenz mit Kennung bekommen. 30 Jahre lang sei er jedoch „nicht QRV“, wie der 69-Jährige sagt. Eine der vielen Abkürzungen. Diese meint, er sei nicht auf Empfang gewesen. Des Jobs wegen, wie der Radio- und Fernsehtechniker aus Neuengörs erklärt. Als Rentner habe er nun aber wieder Zeit dafür. „Das Schöne an diesem Hobby ist, dass du von hier aus Kontakt zu Menschen aus der ganzen Welt haben kannst.“

Ein Packen Postkarten dokumentiert das. QSL-Karten. Zur Bestätigung des Kontakts geht es bei Hobby-Funkern über den Postweg. Aus Tokio, dem Tschad, aus Israel, den USA und anderswo kommen die Postkarten. Amateurfunker hätten auch schon den Kontakt nach schweren Unwettern in Katastrophengebiete aufrecht erhalten und so wichtige Hilfe geleistet – trotz moderner anderer Medien heutzutage, ist Cords stolz Weltoffen sind Amateurfunker also und technikbegeistert, wie Günther Cords Station beweist: Kästen mit Knöpfen, Schaltern und Anzeigen – Kurzwellen-Transceiver mit Milliamperemeter und allerlei anderem. Einiges ist gekauft, anderes selbst gebaut.

Bekannt kommt dem Laien nur die kleine nostalgisch anmutende Konstruktion aus einer Art Bügel mit einem Miniknauf und einem länglichen Metallfuß vor. Ein Morsegerät, wie aus der Telegrafenstation eines Wild-West-Films. „Die Seefunk-Ausbildung habe ich auch gemacht“, sagt der Amateurfunker, lacht und greift wieder zum Funkgerät: „CQ DK 6 HO, Delta Kilo Sechs Hotel Oscar. . .“

Heike Hiltrop

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