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Segeberg Zwischen Watt und Sand: Der Boden unter unseren Füßen
Lokales Segeberg Zwischen Watt und Sand: Der Boden unter unseren Füßen
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09:58 17.08.2017
Jesper (10) an der ersten Station, die vom Nordseewatt bis zum Ostseesand Schleswig-Holsteins Boden abbildet.

Zugegeben, die Welt im Boden ist nicht bunt wie ein Schmetterling. Und ist die Erde nass, scheut selbst manches Kind den Kontakt ob der matschigen, modrigen Konsistenz. Doch der Boden unter unseren Füßen ist ein Mikrokosmos, der es in sich hat. Darauf wollen der Erlebniswald Trappenkamp und das Landesamt für Landwirtschaft und Ländliche Räume (LLUR) aufmerksam machen: Auf einem Pfad soll dieser Kosmos mit dem gewohnt pädagogischem Ansatz erlebbar werden.

Im Erlebniswald Trappenkamp lädt ein neuer Pfad zum Entdecken ein.

Zwar gibt es den Bodenerlebnispfad schon seit 2005, doch bisher führte er ein Schattendasein: Nur jeder 50. von den rund 150 000 Besuchern jährlich hat ihn bewusst besucht. „Die Leute haben ihn nicht so wahrgenommen. Boden ist für viele nicht so griffig und spektakulär wie andere Themen“, bedauert Erlebniswald-Leiter Stephan Mense. Das solle sich nun – nach einigen Wochen der Aufbereitung, Wiederherstellung und Ergänzung – ändern, hoffen er und Nicole Bädjer vom LLUR. „Oskar Assel“, das gezeichnete Maskottchen, begleitet in kindgerechten Erklärungen dabei die jüngsten Entdecker.

„Boden ist einer unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. In einer Hand voller Erde ist mehr Leben als es Menschen auf der ganzen Erde gibt.“ Wenn Mense über die unterschiedliche Beschaffenheit und die Entstehung unter dem Einfluss von Klima und Mensch spricht, dann schwärmt er geradezu. „Und er ist extrem gefährdet“, mahnt er.

Täglich werden laut Umweltministerium etwa 66 Hektar Boden in Deutschland als Siedlungs- und Verkehrsflächen „verbraucht“. Das entspricht über 90 Fußballfeldern. Doch Boden ist endlich. Selbst im Umweltministerium räumt man ein, dass der Verbrauch der Ressource Boden ein so schleichender ist, dass er selbst von politischen Entscheidungsträgern kaum wahrgenommen wird. Daher mangelt es oft am nötigen Problembewusstsein.

So ist der Naturschutz der beste Grund, für den es sich lohnt, den Boden unter den Füßen als Quelle alles irdischen Lebens genauer kennenzulernen. Im Erlebniswald Trappenkamp geht dies an verschiedenen Stationen. Da finden sich Findlinge, die mit der Eiszeit „gereist“ sind, ein Bodenprofil, das Einblick in die einzelnen Schichten gewährt, eine großes Schüttelsieb, ein Bodenrätsel und vieles mehr, das jeweils einen bestimmten Bereich im wahrsten Sinne begreifbar macht und mit Erläuterungen ergänzt ist. Den Start machen große Beton-Bottiche mit Boden, der einen Querschnitt durch Schleswig-Holstein zeigt – vom weißen Sand der Ostküste, der Geest, dem Wald und Torf bis zum Watt von der Westküste.

 Heike Hiltrop

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