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Segeberg Zwölf Jahre Haft gefordert
Lokales Segeberg Zwölf Jahre Haft gefordert
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20:10 23.03.2016
Kiel/Norderstedt

Zwölf Jahre Haft wegen Totschlags beantragte Staatsanwalt Timo Beck gegen Jack A.. Der 57-Jährige hatte in Norderstedt am 30. Juli seine Partnerin im Streit mit einem Messer tödlich verletzt. Von 13 Stichen ging einer ins Herz von Anny Q. (alle abgekürzten Namen geändert). Dass A. der Täter ist, ist unstrittig. „Ich habe die Kontrolle verloren. Es war ein Unfall“, hatte der Angeklagte vor dem Landgericht Kiel ausgesagt. Anny habe ein Messer in die Hand genommen und er Angst bekommen. Eigentlich habe er ihr das Messer nur abnehmen wollen. Es sei zu einem Kampf gekommen. Am Ende war Q. tot. An die Stiche könne er sich nicht erinnern, so A. weiter.

Eine Version, die der Staatsanwalt nicht plausibel findet. Die Beziehung der beiden ist angespannt gewesen. Wenige Monate zuvor hatte Q. ihren Verlobten ausgeschlossen und erst nach Intervention ihrer afrikanischen Kirchengemeinde wieder in die Wohnung gelassen. Aber ohne Schlüssel. Am Tag nach der Tat wollte Q. in den Urlaub fahren. A. hatte keine Bleibe für diese Zeit. Dass der Angeklagte Angst bekommen haben will, als Q. das Messer in die Hand nahm, glaube er ihm nicht, so Beck. Selbst wenn es eine Notsituation gegeben hätte, wäre diese vorbei gewesen, als A. ihr das Messer abgenommen hatte.

Fünf bis 15 Jahre Haft stehen auf Totschlag. Einen minderschweren Fall sieht der Staatsanwalt nicht, da keine überdurchschnittliche Affektlage vorgelegen habe, die den Grad einer Bewusstseinsstörung erreicht hätte. In Bezugnahme auf die Einschätzung des psychologischen Gutachters verwies der Staatsanwalt unter anderem darauf, dass der Streit für den Angeklagten nicht existenziell bedrohlich war.

A. war als illegaler Migrant abhängig von Q., doch trotz aller Differenzen habe sie A. immer noch heiraten wollen. Das bestätigte auch eine Heiratsplanerin, die eine Stellvertreterhochzeit für die beiden in Portugal plante. Fazit für Beck: Es gibt keine Hinweise auf eine verminderte Schuldfähigkeit. Der Angeklagte habe nicht „blindwütig“ gehandelt und hätte entsprechend reagieren können in der Situation.

A.s Verteidiger Sönke Frischmuth betonte, dass sein Mandant bisher strafrechtlich unauffällig war und die Tat gestanden habe. Zudem habe sich A. doch in einer depressiven Stimmung befunden. In der Streitsituation und dem Kampf um das Messer hätten „seine Sicherungen versagt“. A. sei zuvor nie gewaltauffällig gewesen. Der Rechtsanwalt hält acht Jahre Freiheitsstrafe für angemessen.

Das Urteil kündigte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann für nächsten Donnerstag an.

Von nam

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