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Segeberg deocheck.com: Segeberger sagen Herstellern den Kampf an
Lokales Segeberg deocheck.com: Segeberger sagen Herstellern den Kampf an
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22:15 13.05.2014
Mike Holey (links) und Arne Heddinga haben die Datenbank „deocheck.com“ ins Internet gestellt. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Die jüngsten Diskussionen über die gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen von Aluminiumsalzen in Deodorants haben zwei junge Männer in Bad Segeberg dazu veranlasst, eine Datenbank zu erstellen. In ihr haben die beiden Jungunternehmer Mike Holey (19) und Arne Heddinga (23) bislang mehr als 80 handelsübliche Deodorants aufgelistet und deklariert, ob sie Aluminium enthalten oder nicht. Auf ihre Datenbank, die unter www.deocheck.com aufgerufen werden kann, wurde bereits eine Verbraucherschutzorganisation aufmerksam, die den Link dorthin auf ihrer Seite übernommen hat.

„Ich hatte einen Bericht im Fernsehen über die Gefahr gesehen, die von Aluminumsalzen in Deos ausgeht. Weil es kaum entsprechende Datenbanken dazu gab, haben wir selbst eine erstellt“, erzählt Mike Holey, der bereits als 16-jähriger Schüler des Städtischen Gymnasiums Bad Segeberg damit begonnen hat, Webseiten zu entwickeln. Von der Schule aus wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit, um sein eigener Chef zu sein. Gemeinsam mit Arne Heddinga betreibt er seit wenigen Wochen die Web- und Werbeagentur „eProjekt“ an der Kirchstraße 45.

Wer selbst auf den Deodorants nachsehen möchte, ob in seiner bevorzugten Marke Aluminiumchlorid vorhanden ist, wird schnell merken, dass das ein schwieriges Unterfangen ist. Meistens sind die Inhaltsstoffe so klein aufgedruckt, dass eine Lupe erforderlich ist, um die Minischrift entziffern zu können. „Solange diese Hinweise so schwer zu finden sind, möchten wir die Verbraucher ganz einfach unterstützen“, sagt Arne Heddinga.

Ihr Portal, für das die beiden Segeberger bereits mehr als 80 Deodorants fotografiert und auf den Hinweis des Inhaltsstoffs „Aluminumchlorid“ untersucht haben, ist übersichtlich gestaltet. „Wir möchten damit einfach und schnell die Frage der Menschen beantworten, ob Aluminium in ihrem Deo ist, oder nicht“, führt Mike Holey aus. Um die Datenbank schnellstmöglich wachsen zu lassen, sind die Verbraucher zudem aufgefordert, ihr eigenes Deo zu fotografieren, hochzuladen und zu deklarieren. Erst nach entsprechender Kontrolle ist auch dieses Deo dann online zu finden.

Die Ziele, die die beiden Jungunternehmer verfolgen, sind ehrgeizig. „Wir möchten die größte Datenbank für aluminiumhaltige und aluminiumfreie Deos von Verbrauchern für Verbraucher aufbauen“, so Mike Holey, der sich davon eine Reaktion der Hersteller erhofft. Viele Studien hätten bereits auf den Risikofaktor hingewiesen, viele Hersteller aber hätten ihre Ohren bislang auf Durchzug gestellt. „Weil das so ist, soll der Verbaucher selbst entscheiden können, ob er sich dem Risiko, an Alzheimer oder Brustkrebs zu erkranken, aussetzen will“, ergänzt sein Geschäftspartner.

Gunda Lauckenmann vom Verein „Verbraucherschutz“ begrüßt das Engagement der beiden Segeberger, deren Deocheck-Portal sie bereits mit der Vereinsseite verlinkt hat. „Das neue Portal aus Bad Segeberg sensibilisiert die Verbraucher — und das ist gut“, sagt Lauckenmann, die bereits in mehreren Talkshows zu Gast war. Der Link auf der Seite www.verbraucherschutz.de ist gleichzeitig eine Chance für die beiden Jungunternehmer, denn das Verbraucherschutzportal werde immerhin 10 000 Mal am Tag angeklickt.

Aluminiumchlorid — Auslöser für Krebs und Alzheimer?
Fenster, Folie, Wasserfilter, das Leichtmetall Aluminium ist in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu finden. Als Aluminiumchlorid wird es in Deos seit mehr als 50 Jahren verwendet, um Schweißbildung zu hemmen. Doch seit Jahren gerät Aluminium auch immer wieder in die Schlagzeilen. Aluminiumchlorid wird für Krebs und Alzheimer mit verantwortlich gemacht, es gibt widerstreitende Studien.



• Ausführliche Infos gibt es im Internet beim Bundesinstitut für Risikobewertung unter www.bfr.bund.de/cm/
343/fragen-und-antworten-zu-aluminium-in-lebensmitteln-undverbrauchernahen-produkten.pdf.

Petra Dreu

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