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Stormarn 100 Kilometer über den Herrenteich
Lokales Stormarn 100 Kilometer über den Herrenteich
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10:53 03.04.2016
Runde um Runde dem Ziel näher: Steuermann Udo Ehmke (Segeberger RC, v. l.) mit Anke Roch und Thomas Haarhoff, beide Reinfelder Rudergemeinschaft. Quelle: Fotos: Verena Bosslet

„Jetzt nochmal richtig durchziehen. Gebt alles“, schallt es vom Ufer hinaus auf den Reinfelder Herrenteich. Jens Greuling (50), Florian Bagdahn (32) und Christian Brüß (33) können die Rufe gut vernehmen. Sie passieren die Badestelle und das Bootshaus der Reinfelder Rudergemeinschaft (RRG) in ihrem Boot „Stormarnia“ dicht am Steg, auf dem einige aus ihrem zwölfköpfigen Staffelteam stehen und sie lautstark anfeuern. Eine Runde haben die drei Männer noch zu absolvieren. Etwa 20 Minuten später wird die Crew gewechselt.

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27 Sportler machten gestern bei der Ausdauer-Ruder-Regatta der Reinfelder Rudergemeinschaft mit.

„Der Rundkurs ist gut drei Kilometer lang, muss also 33 Mal zurückgelegt werden“, erklärt Klaus Dolling von der RRG, die die Ausdauer-Regatta bereits zum fünften Mal mit dem Schleswig-Holsteinischen Regatta-Verein veranstaltet. Gestartet wird in zwei Klassen, der Elefanten- und der Staffel-Klasse. „In der Elefanten-Klasse rudern drei Sportler die gesamte Strecke und dürfen nur die Positionen im Boot wechseln. Verpflegung haben sie dabei“, sagt Dolling. „Das sind die ganz schnellen, die wollen es wissen.“ In gut 17 Minuten schaffen die Ambitionierten die Runde, im Schnitt aber sind die Ruderer etwa 20 Minuten unterwegs.

„Wir haben nicht den Ehrgeiz, Rekorde zu brechen. Wir wollen es einfach nur schaffen“, sagt Horst Gösch. Der 64-Jährige wartet mit Ehefrau Gabriele (63) und Rainer Boeder am Steg auf die „Stormarnia“. Das Staffelteam der RRG soll einmal mehr wechseln. Einen Törn à drei Runden haben die drei Reinfelder bereits absolviert, jetzt steht die letzte Etappe für sie an, noch einmal drei Runden. Gabriele Gösch wird steuern, die Herrn legen sich in die Riemen.

„Rudern ist sehr meditativ“, schwärmt Horst Gösch von seinem Sport, den er erst vor drei Jahren gemeinsam mit seiner Frau entdeckt hat. „Viele sagen, der Herrenteich sei klein und langweilig. Aber das stimmt nicht. Er gibt jedes Mal ein anderes Bild ab. Heute Morgen haben wie sogar einen Seeadler gesehen“, sagt Gösch. Rainer Boeder hat mit dem Rudern gar erst vor einem Jahr begonnen. „Ich war beim Tag der offenen Tür der RRG, konnte einen Crashkurs machen und bin hängengeblieben“, erzählt der 68-Jährige. „Rudern kann jeder, egal wie alt oder wie fit er ist.“

Das Wetter gestern war nahezu perfekt für die Sportler. Blauer Himmel, Sonne und angenehme Temperaturen machten die Regatta zum Vergnügen. „Der Wind hat ein wenig aufgefrischt, aber das macht nichts“, sagt Klaus Dolling. Im vergangenen Jahr habe man gar Sturm gehabt. „Und im dichten Nebel sind wir auch schon gestartet. Da konnten wir die Bojen nicht mal mehr sehen“, berichtet er. „Wir rudern auch im Winter“, sagt Horst Gösch. „Man muss sich eben richtig anziehen.“

Warm wird einem beim Rudern so oder so. Jedenfalls haben Jens Greuling, Florian Bagdahn und Christian Brüß deutliche Schweißperlen auf der Stirn, als sie mit der „Stormarnia“ routiniert am Steg anlegen. Fix steigt das ausgeruhte Team ein und macht sich auf den Weg. Die drei Männer indes atmen tief durch, strecken die Beine. „Wir sind zufrieden“, sagt Greuling. „Wir haben alles gegeben.“

Lust auf die Elefanten-Klasse? „Bloß nicht“, sagt er. „Dann bräuchte ich jetzt ein Sauerstoffzelt.“

Start in die Saison

Für Sonntag, 17. April, ruft der Schleswig-Holsteinische Ruderverband zum Anrudern auf, dem offiziellen Auftakt der Rudersaison. Auch in Reinfeld am Herrenteich kann dann jeder Ruderinteressierte ab 10 Uhr diesen gesunden Sport kennenlernen, der bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann. Auf dem Ergometer und im Boot kann man selbst erste Ruder-Erfahrungen machen. Wie immer gibt es im Bootshaus hinter der Badeanstalt auch etwas zu essen und zu trinken.

• Mehr Informationen und die Ergebnisse der Regatta gibt es unter www.reinfelder-rudergemeinschaft.de.

Von Verena Bosslet

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