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Stormarn 1000 Unterschriften für Erhalt des Kinos
Lokales Stormarn 1000 Unterschriften für Erhalt des Kinos
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14:58 29.11.2018
Hans-Peter Jansen übergab rund 1000 Unterschriften für den Erhalt seines Kinos an Birte Kruse-Gobrecht. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Hans-Peter Jansen, Betreiber des Kinos „Cinema Paradiso“ im Kleinen Theater in Bargteheide, hat am Donnerstag rund 1000 Unterschriften, die er für den Erhalt seines Kinos gesammelt hat, an Bargteheides Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht übergeben. Seit 20. November bleibt die Leinwand leer, nachdem Jansen nach Vertragsstreitigkeiten das Ende angekündigt hatte. Nachdem die Stadt eine Neustrukturierung im Kleinen Theater anstrebt, möchte Jansen weiter Kino machen. Allerdings muss er dafür in einem Bewerbungsverfahren gegen mögliche andere Interessenten antreten.

„Der Hauptausschuss hat jetzt die Rahmenbedingungen für die Bewerbung festgelegt“, erklärte die Bürgermeisterin. Angelegt ist ein Fortbestehen des Kinos zunächst für zwei Jahre, dann laufen alle Pachtverträge im Haus aus. Das Kino solle nach einem Umbau im Januar ab Februar wieder öffnen. „Wir hoffen und freuen uns, wenn auch Sie eine Bewerbung abgeben“, erklärte Birte Kruse-Gobrecht gegenüber Jansen. Ein Vertrag würde mit dem Betreiber, der den Zuschlag bekommt, neu vereinbart. Die Bewerbung um das Kino im Kleinen Theater werde in den Fachblättern veröffentlicht. „Anfang Januar soll die Entscheidung fallen.“

80 Stühle gehören Jansen

Das bringt Jansen in eine schwierige Lage, denn 80 Stühle, der Tresen, die Wandbespannung und die Projektions- und Tontechnik gehören ihm. „Ich muss das Haus bis Ende Dezember räumen“, sagte er. Wenn er Technik, Tresen und Stühle ausbaue, mache es finanziell für ihn keinen Sinn, falls er den Zuschlag bekomme, die Sachen im Januar alle wieder einzubauen. Zudem habe sich die Stadt bislang nicht zu ihrem Vorkaufsrecht für Gestühl und Wandbespannung geäußert. Die Bürgermeisterin sagte Jansen zu, sich in der nächsten Woche deshalb mit ihm zusammen zu setzen. „Projektor und Tontechnik sind das Herzstück des Kinos“, betonte Jansen.

Hans-Peter Jansen hat das Kino vom Projektor zum digitalen Kino gewandelt. Foto: Bettina Albrod

Er bekomme viel Ermutigung von den Besuchern. Einige hätten erklärt, falls er weggehe, würden sie künftig sein Kino „Koralle“ in Volksdorf besuchen. „Hier werde ich einen dritten Kinosaal bauen.“ Jansen würde aber auch gerne bis 2020 in Bargteheide weitermachen. „Das Kino ist ein Juwel im Haus“, so Jansen. Er sehe mit Wehmut, dass die Anzeigetafel vor dem Haus jetzt leer sei. Auch falle mit dem Januar der lukrativste Kinomonat des Jahres aus. Seine Aussicht auf einen Weiterbetrieb sieht er skeptisch. „Es sind zu viele Gräben entstanden. Seit zwölf Jahren hat die Stadt nur zugesehen, aber nichts gemacht.“ Der kulturelle Niedergang habe mit dem Tod von Kirsten Martensen begonnen, die das Haus einst alleine geführt hatte. Mit Manfred Kutsche vom Kulturring sei ein weiterer großer Mann der Kultur gegangen. „Seine Leistung war exorbitant hoch.“

Streit um die Vorherrschaft

Seit 2016 koordiniert ein Trägerverein als verlängerter Arm der Stadt die Saalbelegung im Kleinen Theater, bucht aber auch selber Auftritte und Veranstaltungen. Jansen wirft dem Verein Vertragsbruch vor, der wiederum hält Jansen in einem offenen Brief vor, dass er seit Jahren versuche, mit der Drohung, alles hinzuwerfen, seine Interessen durchzusetzen. Mittlerweile hat auch der Trägerverein sein Interesse am Kinobetrieb angemeldet. Dafür könne ein auswärtiger Betreiber ins Boot geholt werden.

„Wir machen keine europaweite Ausschreibung“, betonte Birte Kruse-Gobrecht, „wir bringen ein Bewerbungsverfahren für den Betrieb des Kinos im Kleinen Theater in Bargteheide auf den Weg. Wir sind interessiert daran, den Kinobetrieb ab 1. Februar weitergehen zu lassen.“ Jansen will sich am 18. Dezember um 20 Uhr mit einer Vorführung des Films „Cinema Paradiso“ verabschieden, der Eintritt ist frei. Ob er 2019 weitermachen kann, ist offen.

Bettina Albrod

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