Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn 120 neue Fahrrad-Parkplätze am Oldesloer Bahnhof
Lokales Stormarn 120 neue Fahrrad-Parkplätze am Oldesloer Bahnhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:53 27.06.2017
120 neue Abstellbügel für Fahrräder wurden am Bahnhof installiert. Einige wurden in einer zweiten Reihe von Radständern geschaffen. Quelle: Fotos: Bma
Anzeige
Bad Oldesloe

„Huch, wir haben ja neue Radbügel!“ Am Bahnhof von Bad Oldesloe gibt es für die Pendler Grund zur Freude. 120 nagelneue Abstellbügel für Fahrräder sind im Parkhaus zusätzlich aufgestellt worden. „Die Stellplätze wurden durch das Aufstellen einer zweiten Reihe von Fahrradständern im Bereich des Dachüberstandes geschaffen“, teilte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Dieser Bauabschnitt wurde seitens des Landes (Nah.SH) zu 75 Prozent gefördert. Die Investitionskosten belaufen sich auf 15 000 Euro. Weitere 120 Stellplätze für Fahrräder seien zwischen den Gleisen drei und vier geplant. Damit ist das viel diskutierte automatisierte Radhaus beziehungsweise die Einhausung von Fahrradständern mit Zutrittsberechtigung gemeint.

 

„Die Radbügel sollten vor drei Jahren installiert werden.Maria Herrmann SPD
„Ich nutze seit zehn Jahren eine Box.Holger Goldammer Pendler

Gut die Hälfte der neuen Fahrradbügel wird schon fleißig genutzt. An fast jedem Bügel ist ein Bike angeschlossen. Doch die rund 50 Fahrradbügel, die vor den Pkw-Stellplätzen im Parkhaus angebracht wurden, werden bislang noch ignoriert. „Vermutlich haben die meisten Radfahrer diese noch nicht entdeckt. Es wäre deshalb hilfreich, ein Hinweisschild aufzustellen“, regt Joachim Körner an, der regelmäßig zwischen Hamburg und Bad Oldesloe pendelt.

Holger Goldammer findet es gut, dass es endlich mehr Fahrradständer am Bahnhof gibt. „Allerdings nutze ich seit gut zehn Jahren eine Box. So ein Fahrrad hat schließlich auch einen Wert, und ich möchte nicht, dass es gestohlen oder beschädigt wird.“ Die Warteliste für die Radboxen sei lang, weiß der Oldesloer. „Meine Tochter würde ihr Fahrrad auch lieber in einer Box unterstellen, aber es gibt keine mehr“, so Goldammer. Viele Pendler würden bedauern, dass etliche der Boxen leer stünden, weil die Leute ihre Schlüssel dafür verloren hätten. „Vielleicht kann man das ja mal überprüfen.

Viele Oldesloer kommen mit ihren E-Bikes und wissen gar nicht, wo sie sie abstellen sollen.“ Ganz ungefährlich sei das nicht, denn viele Räder seien schon geklaut worden.

„Dass wir jetzt neue Fahrradbügel am Bahnhof haben, ist ja toll. Aber das hätte eigentlich schon längst umgesetzt werden müssen. Der Beschluss ist drei Jahre alt – aus dem Jahr 2014“, so der Hinweis der Bau- und Planungsausschuss-Vorsitzenden Maria Herrmann (SPD). Warum die Umsetzung so lange gedauert habe, wisse sie auch nicht. „Bauamtsleiter Thilo Scheuber hat uns damals noch gesagt, dass die Fahrradbügel bis Ende des Jahres 2014 installiert würden. Er hat wohl die Abwicklung etwas unterschätzt.“

Zumindest sei die Radbügel-Maßnahme in der Politik unumstritten gewesen, so Herrmann. Um das geplante Radhaus wird hingegen seit Jahren gerungen. „Da drehen wir uns im Kreis. Alles wird fünfmal durchgekaut“, ärgert sich Herrmann. Es sei doch kein Wunder, dass man irgendwann die Lust verliere, wenn man immer wieder von vorn anfangen müsse. „Für ein Projekt wie das Radhaus braucht man eine starke Verwaltung, die Fördermöglichkeiten zeitnah abfragt“, so Herrmann. Das sei hier nicht der Fall gewesen. „Der Knackpunkt ist, dass die Verwaltung nicht zügig Aussagen zur Förderung getroffen hat.“ Deshalb hätten sich die Fraktionen in punkto Radhaus nicht einigen können und den Sperrvermerk nicht aufgehoben.

Das automatisierte Radhaus sieht Maria Herrmann nach wie vor als Leuchtturmprojekt. „Gerade die Förderung vom Radverkehr hat einen positiven Einfluss auf die Stadtentwicklung. Hätten wir uns früher für das Radhaus entschieden, wäre es sicherlich auch noch günstiger geworden.“ Aktuell sind mehr als 600000 Euro im Gespräch. Der Nahverkehrsbund Nah.SH favorisiert eine günstigere Variante – eine Einhausung mit Einlasskontrolle. „Ich bezweifle, dass diese Version billiger wird“, so Herrmann. Zum einen werde ein Modul nicht ausreichen. Zum anderen garantiere dieses Modell in der einfachen Version keine Sicherheit. „Am Eingang gibt es eine Kontrolle, aber nicht am Ausgang. Das heißt, ich kann mit jedem Fahrrad rausfahren.“

Doch egal, für welche Lösung die Politiker sich letztendlich entscheiden: Die Zeit drängt. Herrmann: „Bei der Förderung gibt es zwar kein Zeitlimit, soweit ich weiß. Aber wir sind mit Sicherheit nicht die einzigen, die Mittel beantragen wollen. Irgendwann wird der Fördertopf aufgebraucht sein, und dann werden wir leer ausgehen.“

 Britta Matzen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige