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16-jähriger Großhansdorfer mischt in der Politik mit

Großhansdorf 16-jähriger Großhansdorfer mischt in der Politik mit

Schüler Glenn Depta engagiert sich für die Grünen – Er ist Mitglied im Vorstand.

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Politik muss nicht öde sein. „Ich finde es toll, wenn ich mitreden darf“, sagt der 16-jährige Großhansdorfer Glenn Depta.

Quelle: Foto: Britta Matzen

Großhansdorf. Er ist erst 16 Jahre alt, aber schon schwer in Sachen Politik unterwegs: Glenn Depta aus Großhansdorf ist Mitglied des Kreisvorstands der Grünen in Stormarn. Seit November 2015 engagiert sich der Schüler für die Partei. „Damals war ich in der neunten Klasse und habe ein Praktikum bei den Grünen gemacht“, berichtet der Jugendliche. Politik habe ihn schon immer interessiert, nur war er noch unschlüssig, welche Partei seine Interessen am besten vertritt.

Dann habe er ein Plakat der Grünen entdeckt, das auf ein Doppelkopf-Turnier aufmerksam machte. „Das fand ich gut, dass die Grünen so etwas organisieren – auch außerhalb des Wahlkampfes.“ Depta rief beim Pressesprecher an und ergatterte damit einen Praktikumsplatz. „Zwei Wochen habe ich den Pressesprecher auf Veranstaltungen und Ausschüssen begleitet – super interessant war das.“

Kurze Zeit später wurde Glenn Depta Mitglied der Partei, seit März 2017 gehört er als Beisitzer dem Vorstand an und verbringt einen großen Teil seiner Freizeit in politischen Sitzungen, bei Wahlkampfveranstaltungen oder beim Beantworten von E-Mails, die den Vorstand betreffen. „Jeden Samstag bin ich zum Beispiel von neun bis 13 Uhr auf dem Rondeel in Ahrensburg und verteile Broschüren.“

Warum ausgerechnet Parteileben als Freizeitvergnügen? „Ich finde es schade, dass man als Jugendlicher vieles kritisiert, aber nur selten was verändern kann. Das möchte ich anders machen. Ich will etwas verändern, und deshalb engagiere ich mich in der Politik.“

Dass Bündnis 90/Die Grünen die Partei ist, die am besten zu ihm passt, stellte der Großhansdorfer schnell fest. „Ich bin unbedingt dafür, E-Mobilität auszubauen. Dafür zu sorgen, dass der Anteil von elektrischen Autos steigt, die nicht die Umwelt verpesten.“ Das sei auch Ziel seiner Partei.

Depta begrüßt auch den Ausbau der S 4 wie auch seine Parteikollegen. „In Großhansdorf fährt nur einmal pro Stunde ein Bus. Das ist zu wenig. Das Netz muss ausgebaut werden, damit die Leute nicht mehr mit dem Auto fahren müssen.“ Zudem treten die Grünen für den Ausbau des Radwegenetzes ein. „Das ist in Großhansdorf auch dringend nötig. Dort haben wir gar keine richtigen Fahrradwege, sondern wir müssen auf der Straße fahren, was ziemlich gefährlich ist.“

Positiv findet Depta auch, dass grüne Politiker dafür sind, Schulen weiter zu unterstützen. „Der WiPo- Unterricht müsste zum Beispiel intensiviert werden. Manche Sachen werden einfach viel zu kurz behandelt. Wie Politik funktioniert, haben wir gar nicht im Unterricht gelernt.“ Als die Landtagswahl im Mai stattfand, hätte sich der Schüler gewünscht, die Ziele der einzelnen Parteien in der Schule zu behandeln. „Die AfD haben wir durchgesprochen, aber nicht die Programme der anderen Parteien.“

Wie Grüne Gleichstellung fördern – auch das beeindruckt den Jugendlichen. „Wir haben mehr Männer in der Partei. Wenn Frau und Mann sich zu einem Thema zu Wort melden, wird die Frau bevorzugt. Dadurch entsteht wieder Gleichheit. Ich finde sowieso, dass Frauen noch viel gleichberechtigter in unserer Gesellschaft behandelt werden müssen.“ Bei den Grünen hätten sie aus dem Grund auch eine Doppelspitze.

Das nächste Ziel, das Glenn Depta anpeilt, ist Kommunalpolitik. „Ich möchte als Kandidat auf die Liste für die nächste Kommunalwahl 2018.“ In Großhansdorf möchte er sich einsetzen. Zum Beispiel dafür, dass bei der U-Bahn-Station Kiekut ein Behindertenlift installiert wird. Die anderen Stationen hätten diesen schon längst. Auch das Fällen der Bäume, so wie jetzt gerade an der Großhansdorfer U-Bahn-Station geschehen, würde er künftig möglichst verhindern wollen.

An der Friedrich-Junge-Schule, wo er bis zu den Sommerferien Schüler war, hat Depta schon ordentlich die Werbetrommel für die Grünen gerührt. „Jetzt komme ich auf die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Bargteheide. Da werde ich versuchen, neue Mitstreiter für die Grünen zu finden.“

Grundsätzlich fällt Depta auf, dass Politiker sich zu wenig um junge Leute kümmern. Deshalb sei es auch so schwer, Jugendliche für die Politik zu begeistern. „Dadurch, dass ich jetzt aktiv bin, kann ich Vorschläge machen, was die Jugend will. Das finde ich super.“

Große Politik zu machen – das sei sicherlich keine leichte Aufgabe. „Mich beschäftigt auch die Flüchtlingsthematik. Aber ich kann Leute nicht verstehen, die Angela Merkel für alles verantwortlich machen. Ich glaube, sie hat da oben einen echt anstrengenden Beruf, der nicht einfach zu machen ist.“ Glenn Depta ist der Ansicht, dass die Kanzlerin einen guten Job macht. Wobei er in Sachen Flüchtlingspolitik zunächst die Waffenexporte stoppen würde. „Denn das sind die Waffen, die die Terroristen in die Hände bekommen.“

Was er selbst werden möchte, weiß der 16-Jährige auch schon genau: „Ich möchte Rechtswissenschaften studieren und Jurist werden.“ Sachbücher zum Thema Recht habe er schon einige gelesen. „Ich schaue gern die Serie Kanzlei WBS.“ Ansonsten liest Depta gern Bücher über Flugzeuge, spielt leidenschaftlich Schach und geht regelmäßig joggen.

Britta Matzen

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