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Stormarn 2018 will Reinfeld finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen
Lokales Stormarn 2018 will Reinfeld finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen
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18:13 29.12.2017
Reinfeld

In zwei Tagen steht das sehnlichst erwartete Ende der ein Jahr dauernden Interimswirtschaft an. Reinfeld durfte wegen der bisher fehlenden Eröffnungsbilanz nur Pflichtaufgaben erfüllen, Investitionen waren weitgehend auf Eis gelegt. Kein Wunder, dass Bürgervorsteher Gerd Herrmann und Bürgermeister Heiko Gerstmann mit großem Optimismus auf die kommenden zwölf Monate blicken. „Wir sind bei der Verabschiedung des neuen Haushaltes vernünftig gewesen“, unterstreicht der Bürgervorsteher. Während einer internen Beratung sowie im Rahmen einer Klausurtagung seien von den Stadtverordneten „die größten Dinge geradegezogen“ worden: „Da sind allerdings auch Worte gefallen, die etwas härter waren.“

Optimismus neben dem Tannenbaum vor dem Rathaus: Gerd Herrmann (l.) und Heiko Gerstmann. Quelle: Foto: Thormählen

Auch der Bürgermeister bezeichnet den Etat mit seiner schwarzen Null durchaus als ein Erfolgspapier – auch wenn dabei nicht alle Wünsche der Verwaltung in Erfüllung gegangen seien. Heiko Gerstmann erinnert an das einhellige Votum der Fraktionen, die im kommenden Jahr geforderten 43000 Euro für die Beschäftigung eines Mitarbeiters im EDV-Bereich zu streichen: „Wir sind aber die einzige Kommune in Stormarn, die für diese Aufgabe kein Personal hat.“ Gerd Herrmann zeigt einen möglichen Weg auf: Die Stadt könne Arbeiten in diesem Bereich „eventuell auch nach draußen vergeben“.

Handlungsfähig – aber nur mit Zustimmung durch die Kommunalaufsicht des Kreises: So stellt sich Reinfelds Spielraum bei den Investitionen dar. Und die sind, so erläutert der Bürgermeister, abhängig von den bisher fehlenden Jahresabschlüssen: „Unser Ziel ist, drei Jahresabschlüsse zu schaffen.“ Und dann könnte vom Kreis grünes Licht für drei wichtige Vorhaben gegeben werden. An erster Stelle stehen Planung und Bau des neuen Rettungszentrums an der Ahrensböker Straße. Der vordere Gebäudetrakt, in dem sich bis Mai 2019 noch die Polizeistation befindet, soll erhalten und saniert werden. Die Hallen für die Einsatzfahrzeuge der freiwilligen Feuerwehr müssen abgerissen und ersetzt werden, auch die sanitären Anlagen.

An zweiter Stelle der Prioritätenliste rangiert die Planung der Eisenbahnquerung für Autos, die später von der Holländerkoppel bis an das Bahnhofsgebäude fahren sollen. „Da darf es keine Verzögerung geben wegen der erhofften Fördermittel“, so der Bürgermeister. Und als drittes Projekt steht auf der Agenda 2018 die Fortsetzung der bereits laufenden Sanierung der Matthias-Claudius-Schule.

„Es geht bei diesen Projekten nur um notwendige Aufgaben“, betont der Bürgervorsteher. Für weitere Vorhaben gebe es dagegen kaum noch Spielraum. „Ich sehe auch keine Chancen, dass wir schon im kommenden Jahr mit der Sanierung des Sportgeländes am Bischofsteicher Weg beginnen können“, stellt Heiko Gerstmann klar. Und dies sei im übrigen schon mit dem Sportverein – dem SV Preußen – kommuniziert worden.

Auf eine „rechtzeitige Kommunikation“ setzt Gerd Herrmann beim Thema Steuererhöhung, das vor kurzem an Aktualität gewann: „Wir sollten das in aller Ruhe besprechen und die Initiative dafür nicht aus den Augen verlieren.“ Sicher sei, dass darüber erst nach den nächsten Kommunalwahlen, die am 6. Mai stattfinden, diskutiert werden könne. „Unser Haushalt ist immer auf Kante genäht. Es gibt in einzelnen Bereichen eine Unterdeckung. Wir sollten fairerweise auch die Einnahmesituation verbessern, ohne einen Komfort erzeugen zu wollen“, lauten die Vorstellungen des Bürgervorstehers.

Der Bürgermeister erinnert an die aktuelle Situation bei der Gewerbesteuer: Hier befinde sich Reinfeld bei den Hebesätzen im Vergleich mit den anderen Kommunen in Stormarn im unteren Drittel. „Auch die Verwaltung muss in Zukunft handlungsfähig bleiben“, fordert Heiko Gerstmann.

Junge Leute und Familien

Als „kommunale Daseinsvorsorge“ bezeichnet Bürgervorsteher Gerd Herrmann die Einrichtung eines Jugendtreffs und Familienzentrums unter dem Dach der Erich-Kästner- Schule. Wenn alles glatt laufe, könnte das Gebäude dafür genutzt werden. Auch junge Leute sollten an den Planungen beteiligt werden. Räume der nahen Immanuel-Kant-Schule sollen die Kästner-Schule ab Sommer nutzen. Dann wäre ihr bisheriges Schulgebäude frei.

Michael Thormählen

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