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24 Stunden im Sattel über Berg und Tal

Bad Oldesloe 24 Stunden im Sattel über Berg und Tal

Der Oldesloer Ingmar Koschnick startet am 30. Juli beim berühmten Rad-am-Ring-Rennen auf dem Nürburgring.

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Der 47-jährige Ingmar Koschnick startet beim 24-Stunden-Rennen am 30. Juli auf dem Nürburgring in der Eifel. Das Tag- und Nachtrennen auf der legendären Formel-1-Strecke gehört zu den spektakulärsten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland.

Quelle: Dorothe von Dahlen

Bad Oldesloe. Sommerzeit – Radelzeit. So mancher Stormarner verzichtet dieser Tage gern aufs Auto und schwingt sich in den Sattel. Was Ingmar Koschnick aus Bad Oldesloe vorhat, sprengt aber selbst den Rahmen ambitionierter Ausflugstouren um Längen. Der 47-Jährige startet beim 24-Stunden-Rennen am 30. Juli auf dem Nürburgring in der Eifel. Das Tag- und Nachtrennen auf der legendären Formel-1-Strecke gehört zu den spektakulärsten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland.

„Es ist für mich in der Tat eine große Herausforderung“, sagt Koschnick, der mit seinem Gefährt schon Probe auf der prominenten Piste gefahren ist. 26 Kilometer ist eine Runde lang, was aber noch nichts über die Strapazen aussagt, denen Radler unterwegs ausgesetzt sind. Die „Grüne Hölle“, wie Formel-1-Koryphäe Jacky Steward die Strecke einst nannte, wartet mit besonderen Tücken auf. 80 Kurven gilt es zu umrunden und 500 Höhenmeter zu überwinden. Wer den als „Hohe Acht“ benannten Abschnitt bewältigen will, hat über 15<TH>Kilometer hinweg mit einer Steigung von 17 Prozent zu kämpfen, während die Kurve „Wehrseifen“ die Rennmaschinen auf 70 Stundenkilometer beschleunigt.

„Bremsen wird man da nicht mehr können. Beim Probefahren habe ich mich dort beinahe hingelegt“, sagt Koschnick, Inhaber eines Fahrradladens in Bad Oldesloe. Er hofft, dass nicht zu viele langsame Fahrer die Abfahrtsstrecke blockieren. Denn an ihren beiden Scheitelpunkten ist die Kurve nicht richtig einsehbar, ein Ausweichen deshalb im Vorfeld nicht möglich. Die kritischste Phase kommt nach den Erfahrungen des passionierten Radsportlers aber gleich zu Beginn, wenn sich 487 Einzelstarter und alle Teams, die im Staffelbetrieb mitfahren, in Gang setzen und das Fahrerfeld noch dicht ist.

20 Runden will Koschnick in den vorgegebenen 24 Stunden schaffen. Dazu muss er seine Kräfte gut einteilen. „Am Anfang werde ich nur langsam Gas geben. Den 140er Puls versuche ich nicht zu überschreiten“, beschreibt er seine Taktik. Wie ihre Kollegen mit den vierrädrigen Rennmaschinen können auch die Radler an den Formel-1-Boxen Halt machen und sich kurz mit trockener Kleidung sowie Nahrung und Getränken versorgen. Allzu lange darf die Pause aber nicht dauern. „Sonst kommt man nicht mehr rein ins Tempo und verliert Strecke“, weiß der Rennsportler zu berichten.

Denn der gebürtige Oldesloer hat schon in jungen Jahren an Wettbewerben teilgenommen, beim Rad-Marathon über 200 Kilometer und späterhin auch bei Radrennen auf Lizenzbasis. „Das ist schon ein hartes Brot. Denn die Konkurrenz ist riesengroß. Mindestens viermal die Woche muss man trainieren, um mithalten zu können“, erzählt Koschnick und fügt achselzuckend hinzu: „Ja, die Zeiten von Rudi Altig sind vorbei.“

Und damit hat er in doppelter Hinsicht recht. Nicht nur, dass Radsportler heutzutage einem weitaus größeren Druck ausgesetzt sind als Rudi Altig damals in den 1960er Jahren. Die Radfahrlegende lebt nicht mehr. Altig verstarb im Juni dieses Jahres, kurz nachdem die Veranstalter von Rad-am-Ring ihn zum diesjährigen Schirmherren ernannt hatten. Mit ein Grund für die Nominierung war, dass Altig vor genau 50 Jahren auf dem Nürburgring seinen ersten und einzigen Weltmeistertitel im Straßenrennen erradelte. Freilich wird dieser Spitzenleistung während der Sportveranstaltung besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Nach Pokalen und Auszeichnungen strebt Ingmar Koschnick nicht. Er hofft, dass er seine 520 Kilometer durch Berg und Tal möglichst gut hinter sich bringt, zumal er einige Bedingungen nicht beeinflussen kann. Die persönliche Leistung und Körperkraft ist das eine, das Wetter in der Eifel das andere. „Dort schlagen die Temperaturen manchmal ganz schöne Kapriolen. Man muss alles dabei haben – selbst Winterhandschuhe“, sagt Koschnick. Im Vorjahr musste der Beginn wegen starker Böen um Stunden verschoben werden.

Von Dorothea von Dahlen

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