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266 Kinder regieren in Reinbek

Reinbek 266 Kinder regieren in Reinbek

Es gibt ein Parlament, ein Arbeitsamt, eine Bank, ein Finanzamt, eine eigene Währung und richtig coole Jobs: 266 Kinder proben derzeit das Erwachsenenleben in der Kinderstadt Stormini, die seit Sonntag in Reinbek zu Gast ist.

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Hier sind die Robotechniker am Werk: Mads Krohn von der TU Hamburg zeigt den Kindern, wie man Roboter programmiert.

Quelle: Fotos: B. Matzen

Reinbek. Zum zehnten Mal veranstaltet der Kreisjugendring Stormarn das Planspiel. Anlässlich des Jubiläums waren gestern beim VIP-Tag zahlreiche Bürgermeister und Abgeordnete zu Besuch. „Herzlich willkommen.

LN-Bild

Stormini noch bis Sonntag – gestern VIP-Tag in der Kinderstadt mit hohem Besuch.

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Wir sind die Bürgermeister von Stormini. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass alle Bürger glücklich gemacht werden“, stellten sich Verwaltungschef Noah (13) und seine Stellvertreterin Joy (12) vor, die aus 20 Bewerbern für den Posten demokratisch gewählt wurden. Björn Warmer, erfahrener Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Reinbek, hatte die Kandidaten für diesen Job sogar extra noch gecoacht.

„Wir haben einen Briefkasten für die Wünsche der Bürger eingerichtet“, berichtet Noah. Dass alle mehr Geld haben, sei eines der Begehren gewesen. „Aber das lässt sich leider nicht machen. Wir müssen Steuern einnehmen, um den heutigen VIP-Tag und das Abschlussfest zu finanzieren.“ Jeder Gast bekam gestern zehn Stormark in die Hand gedrückt, damit er sich Popcorn, Waffeln oder Cocktails kaufen konnte. Für jede Stormark hatten die Kinder gearbeitet.

„Jedes Kind jobbt vormittags zwei und nachmittags zwei Stunden“, erläutert die stellvertretende Bürgermeisterin das Alltagsleben in der Kinderstadt. Ein Bäcker verdient 18 Stormark für zwei Stunden, davon muss er acht Stormark an das Finanzamt abführen. Die Angestellten bei der Sparkasse verdienen mehr, weil sie oft Überstunden leisten müssen. Sie bekommen 28 Stormark für eine Schicht, müssen dafür aber auch mehr ans Finanzamt zahlen, nämlich zwölf Stormark. „Wir vom Finanzamt kassieren das Geld ab“, sagt Kjeld lachend, der gerade Celine zur Kasse bittet.

„Das Schöne ist, dass alle Kinder alle Jobs ausprobieren können. Man bewirbt sich jeden Tag neu“, sagt Maren Lohse von der Agentur für Arbeit. Heute sei eine ganz besondere Stelle frei: „Masseur gesucht“ steht auf einem Schild an der Eingangstür zur Jobbörse. „Heute ist der Tag der Selbstständigen. Zwei Kinder haben einem mobilen Massagebetrieb gegründet und auch gleich drei Arbeitnehmer eingestellt“, so Lohse. Abwechslung in Sachen Job ist in Stormini jedenfalls garantiert. Man kann als Zuckerbäcker arbeiten, als Gärtner, Schneider, Klempner, Tischler, Schmuckschmied, TV-Moderator oder Blogger, beim Finanzamt, bei der Sparkasse, im Theater oder in der Fahrradwerkstatt. Die große Vielfalt. „Wir haben auch einen Job außerhalb der Tore von Stormini. Das Hotel Haidhus Reinbek bietet einen Außenarbeitsplatz als Hotelfachmann an. Die Kinder kommen immer ganz glücklich wieder und berichten davon, wie sie Schränke sauber gemacht haben“, sagt Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings.

„Ich finde es richtig super hier. Zum fünften und leider letzten Mal bin ich bei Stormini dabei. Mir gefällt am besten, dass man Jobs ausprobieren kann und die Zusammenarbeit mit den Kindern“, sagt Madeleine (13). Roland Lüders, Obermeister der Sanitär-, Heizungs- und Klima-Innung im Kreis ist im vierten Jahr bei Stormini dabei. „Ich nehme immer Urlaub, weil es mir so einen Spaß bringt. Ich kann den Kindern zeigen, dass der Beruf des Klempners nicht nur mit Toiletten und Schmutz zu tun hat, sondern dass man ganz tolle Dinge bauen kann, wenn man kreativ ist.“ Wenn man ein Rohr übrig habe, könne man daraus einen Vogel oder eine Blume entstehen lassen. Lüders ist einer der 170 Ehrenamtler, ohne die Stormini nicht funktionieren würde.

„Ich bin bedingungslos begeistert“, schwärmt Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer. „Wie die Kinder hier Demokratie und Wirtschaft lernen, ist einfach beeindruckend“, so Landtagsabgeordneter Tobias Koch (CDU). Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann freut sich schon auf 2018. „Dann wird Stormini bei uns eröffnet.“

 Britta Matzen

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