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630 Millionen Euro: S 4 rasen Kosten davon

Ahrensburg/Bad Oldesloe 630 Millionen Euro: S 4 rasen Kosten davon

Verkehrsminister aus Schleswig-Holstein und Hamburg erläutern aktuelle Planungen.

Minister Reinhard Meyer (l.) und Senator Frank Horch stellten den Stand der Planung vor.

Quelle: Foto: ba

Ahrensburg. Die Kosten für die geplante S-Bahnlinie 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe liegen nach einer ersten Schätzung weit höher als ursprünglich gedacht. „Nach dem heutigen Arbeitsstand der Vorentwurfsplanung schätzen die von Hamburg und Schleswig-Holstein beauftragten Planer die Gesamtkosten auf rund 630 Millionen Euro.“ Das teilten Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) und Hamburgs Frank Horch (parteilos), Senator der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gestern in Ahrensburg mit.

Die Summe entstehe nicht nur direkt durch die S-Bahn, auch dem Fern- und Güterverkehr sei ein relevanter Teil der Kosten zuzurechnen. In einer ersten Machbarkeitsstudie waren die Kosten mit 350 Millionen Euro beziffert worden.

„Erst auf der Grundlage der Genehmigungsplanung, die 2016 abgeschlossen sein soll, werden wir eine Entscheidung über die Realisierung des Projekts treffen können“, so Horch weiter. Eine Kosten-Nutzen-Analyse müsse zeigen, ob das Projekt darstellbar sei. Damit werde das Hamburger Konzept „Kostenstabiles Bauen“ berücksichtigt, um Entwicklungen wie bei der Elbphilharmonie zu vermeiden.

„Die 630 Millionen sind auch nicht feststehend“, sagte Meyer, „aber dicht dran an der Wahrheit.“

Gleichzeitig betonten beide Politiker, dass es sich bei dem Bau der S 4 um ein wichtiges Projekt für beide Länder handele. „Am 10. September gibt es eine gemeinsame Kabinettssitzung von Schleswig-Holstein und Hamburg“, so Meyer, „beide Länder wollen das Projekt und alle Schritte dafür tun.“ Auch Horch bestätigte, dass man sich deutlich zu dem Ausbau als Gemeinschaftsprojekt bekannt habe. „In den vergangenen zehn Jahren sind die Fahrgastzahlen zwischen Hamburg und Lübeck um 50 Prozent gestiegen.“ Auch für die nächste Dekade sei ein Wachstum von weiteren zwei Prozent prognostiziert. „Nach dem Bau der U 4 ist die S 4 das zweitwichtigste Verkehrsprojekt in Hamburg und hat höchste Priorität“, erklärte Horch.

Wegen der hohen Kosten sei eine ausführliche Vorplanung notwendig. „Die Machbarkeitsstudie ist veraltet und berücksichtigt heutige Standards nicht“, so Meyer. „Unsere erste Schätzung liegt erst jetzt vor.“ Eine Summe, ab der das Projekt nicht mehr wirtschaftlich wäre, könne man nicht nennen. „Darüber wird die Kosten-Nutzen-Abwägung entscheiden.“ Alleine die Planungskosten werden mit 30 Millionen Euro beziffert.

Minister und Senator waren sich einig, dass höchstmögliche Transparenz bei diesem Verkehrsprojekt nötig sei. „Die Anwohner-Sorgen vor Lärm sind verständlich“, erklärte Horch, „aber die Erweiterung der Strecke wird durch Lärmschutzmaßnahmen begleitet.“ Die Strecke an sich gebe es ohnehin schon. Dazu kämen vier bis sechs neue Haltepunkte, auch Delingsdorf sei im Gespräch. Die Vorentwurfsplanung soll im Oktober im Internet veröffentlicht werden.

„Über die Finanzierung des Vorhabens werden sich die Länder mit dem Bund und der Europäischen Union verständigen, sobald die Nutzen-Kosten-Analyse vorliegt“, fuhr Meyer fort. Die S 4 sei Teil eines transnationalen Verkehrsnetzes. Ein Modell zur Aufteilung der Kosten könne so aussehen, dass der Bund 60 Prozent trage, Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen 40 Prozent über zehn Jahre.

Sollte das Projekt verwirklicht werden, sei 2018 mit einem Baubeginn zu rechnen, fertig soll die S 4 dann 2024/25 sein.

Direkt nach Bad Oldesloe
Mit der S 4 sollen der Hamburger Hauptbahnhof, der laut Verkehrssenator Frank Horch der am stärksten frequentierte Bahnhof in Deutschland ist, entlastet und die gesamte Metropolregion besser an Hamburg angebunden werden. Zudem sollen damit zusätzliche Kapazitäten für den Fern- und Güterverkehr geschaffen werden. Die S-Bahnen werden dann im Zehn-Minuten-Takt fahren, zudem wird Bad Oldesloe dadurch direkt an die Hamburger Innenstadt angebunden.

Bettina Albrod

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