Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn 6334 Unfälle im Kreis Stormarn
Lokales Stormarn 6334 Unfälle im Kreis Stormarn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:56 08.03.2018
Ein 76-jähriger Motorradfahrer erlag im Mai 2017 nach einem Unfall auf der Bundesstraße 208 bei Ahrensfelde seinen tödlichen Verletzungen. Quelle: Foto: Burmester
Bad Oldesloe

Betrachtet man die Zahlen aber genauer, so gehen diese auf einen massiven Anstieg der aufnahmefreien Unfälle zurück. Hier stieg die Zahl um 185 Fälle oder 3,9 Prozent auf 4965. Auch die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen ist um 40 oder 5,0 Prozent auf nun 835 angestiegen. „Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer bei den aufnahmefreien Unfällen noch deutlich höher ist“, erklärte der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg, Polizeidirektor Holger Meincke, bei der Vorstellung der Unfallstatistik.

Die Unfallzahlen im Kreis Stormarn sind auch im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Um 3,5 Prozent. „6334 Unfälle bedeuten für den Kreis einen neuen Höchstwert innerhalb der vergangenen zehn Jahre“, erklärte der neue Sachgebietsleiter Verkehr der Polizeidirektion Ratzeburg, Polizeihauptkommissar André Lutz.

Durch die Zunahme der Unfälle mit Personenschaden hat sich natürlich auch die Zahl der Verletzten deutlich erhöht. 6,1 Prozent mehr Verletzte lässt die Zahl erstmals seit 2014 wieder auf über 1000 ansteigen. Leider ist die Zahl der Verkehrstoten mit acht (Vorjahr neun) nahezu gleich geblieben, darunter drei Kradfahrer.

Einen deutlichen Rückgang verzeichneten die Ordnungshüter im Kreis Stormarn bei Unfällen unter Alkoholeinfluss. Waren es im Vorjahr noch 98 Unfälle, so zählte die Polizei in 2017 nur noch 63.

„Disco-Unfälle, wie es sie früher gegeben hat, gibt es heute so nicht mehr. Immerhin gilt für junge Fahrer bis zum 21.Lebensjahr eine Grenze von 0,0 Promille. Und auch das begleitete Fahren ab 17 Jahren hat sich positiv bemerkbar gemacht“, so Meincke. Sowohl die Null-Promille-Grenze als auch das begleitete Fahren bezeichnete er als Erfolg. Ob man das Alter für begleitetes Fahren sogar auf 16 Jahre heruntersetzen sollte, wollte Meincke weder bejahen noch verneinen.

iframe id="datawrapper-chart-6XueN" src="//datawrapper.dwcdn.net/6XueN/1/" scrolling="no" frameborder="0" allowtransparency="true" style="width: 0; min-width: 100% !important;" height="400">iframe>
iframe id="datawrapper-chart-CRmac" src="//datawrapper.dwcdn.net/CRmac/1/" scrolling="no" frameborder="0" allowtransparency="true" style="width: 0; min-width: 100% !important;" height="400">iframe>

Leider, so Verkehrsexperte André Lutz, habe sich die Anzahl der Kinderunfälle (um neun Prozent), die Gesamtzahl der beteiligten Kinder (um 15 Prozent) und die Zahl der dabei verletzten Kinder (um 22 Prozent) erhöht. Am häufigsten seien die verletzten Kinder als Radfahrer beteiligt. „Zum Glück ist kein Kind dabei ums Leben gekommen“, sagte Lutz.

Die Polizei wird in diesem Jahr den Kontrolldruck noch einmal erhöhen. Dabei gehe es unter anderem um die Handynutzung am Steuer, die Kindersicherung im Auto und die allgemeine Gurtpflicht. „Gerade die Nutzung eines Handys am Steuer ist im vergangenen Jahr 659 mal festgestellt worden. Aber die Dunkelziffer ist hier sehr hoch“, erklärte Polizeidirektor Holger Meincke. Allerdings sei das schwer zu kontrollieren, und so bleibe der Polizei zunächst nur der Aufruf an alle Verkehrsteilnehmer: „Lasst es einfach bleiben!“

Eine hohe Zahl an verbotenen Überholvorgängen sei besonders auf der B 404 festgestellt worden und gleich 43529 mal wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten und durch die Messung der ESO-Anlage dokumentiert. Die „Sicherung von Personen“, wie es im Polizeideutsch heißt, wurde gleich 1265 mal zur Anzeige gebracht. Im Vorjahr waren es „nur“ 848 Verstöße. „Gerade hier werden wir noch deutlich mehr kontrollieren und auch immer wieder in unseren Präventionsveranstaltungen darauf hinweisen“, machte Meincke deutlich.

Sowohl bei jungen Fahrern als auch bei Senioren kam es zu Steigerungen bei den von den jeweiligen Gruppen verursachten Verkehrsunfällen. Sowohl junge Fahrer als auch Senioren seien eine Risikogruppe. „Wenn man die eine Gruppe so bezeichnen will, muss man die andere Gruppe auch so bezeichnen oder eben beide Gruppierungen nicht“, so Meincke.

Jens Burmester

Immer mehr Lkw beteiligt

Betrachtet man die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Autobahnen (A 1, 20, 21, 24, 25) im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg, so sind diese auch im Jahr 2017 wieder ein Stück weit angestiegen. Trotz der erhöhten Unfallzahlen ist die Anzahl der verletzten Personen mit 364 gleich geblieben.

Auch die Zahl der Unfalltoten auf den Autobahnen hat sich erhöht. War es im Jahr 2016 nur ein toter Verkehrsteilnehmer, so waren es im vergangenen Jahr sogar fünf Tote. „Vermutlich werden wir diese Zahl in diesem Jahr noch toppen, denn wir haben bislang schon drei Tote auf den Autobahnen gezählt“, erklärte der stellvertretende Polizeidirektor Holger Meincke.

Einen deutlichen Anstieg um 32 Prozent verzeichneten die Ordnungshüter bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung. Auf die Gesamtzahlen der Unfälle auf den Autobahnen betrachtet waren Lkw an 15 Prozent aller Unfälle beteiligt. Alkohol und Drogen spielen auf der Autobahn kaum eine Rolle. Vielmehr wurde oftmals nicht mit der den Straßen- und Witterungsbedingungen angepassten Geschwindigkeit gefahren. Ein größerer Teil der Unfälle ist laut der Statistik auch auf zu geringe Sicherheitsabstände zurückzuführen.

 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!