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Stormarn Ab Mai 2019 rollen Lastwagen unter Strom über die A 1
Lokales Stormarn Ab Mai 2019 rollen Lastwagen unter Strom über die A 1
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09:41 27.08.2018
Der Verkehr rollt an neuartigen Oberleitungsmasten vorbei – wie hier an der Autobahn 5. Quelle: Fotos: Dpa/*malzahn
Reinfeld

Auf einer Strecke von 10,2 Kilometern sollen große Masten aufgestellt werden, die später die Lkw mit Strom versorgen. Im Juli seien an der Strecke die geplanten Maststandorte durch Vermessungsingenieure markiert und anschließend durch ein Tiefbauunternehmen manuelle Suchschachtungen vorgenommen worden, erläutert der Sprecher des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, Harald Haase. An insgesamt mehr als 200 Gründungen werde damit die Hindernisfreiheit insbesondere mit Blick auf vorhandene Kabel- und Rohrleitungen überprüft.

Gute Nachrichten von der Autobahn 1: Die Vorbereitungen für den Bau des neuen E-Highways liegen im Zeitplan. Im Oktober sollen die Arbeiten anlaufen, damit der Testbetrieb zwischen Reinfeld und dem Kreuz Lübeck mit Hybrid-Lastwagen im Mai 2019 starten kann.

„Diese Arbeiten werden mit einer Wanderbaustelle vom Standstreifen aus durchgeführt, um den Verkehrsfluss in der Reisezeit aufrechterhalten zu können“, erklärt Harald Haase. Es habe somit nur wenige Einschränkungen auf der viel befahrenen Strecke gegeben. Die Arbeiten in Fahrtrichtung Hamburg seien mittlerweile beendet, in Richtung Lübeck dauerten sie noch an. 

Baustelle wird im Oktober eingerichtet

Im Oktober soll eine Baustelle eingerichtet werden, die längere Zeit bestehen wird – und das wird dann auch für Autofahrer deutlicher zu spüren sein: „Die Zahl der Fahrstreifen wird von drei auf zwei reduziert“, erläutert der Ministeriumssprecher. Die technische Anlage soll bis Februar an der A 1 errichtet werden. Dazu gehören neben den Tiefbauarbeiten auch der Bau von sogenannten Gleichrichter-Unterwerken und Masten sowie die Montage der Fahrleitungen. Im Mai des kommenden Jahres wird die Technik abgenommen, anschließend soll dann der Testbetrieb starten.

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Auf diesen Termin ist auch die Spedition Bode vorbereitet, die mit Hybrid-Fahrzeugen zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck auf dem neuen E-Highway unterwegs sein wird. „Auch wir werden dann starten können“, sagt der Geschäftsführer Nils Grube. Das Reinfelder Unternehmen werde zwei bis fünf Lastwagen einsetzen. Bei diesen Sattelzugmaschinen handele es sich um Neufahrzeuge, die zurzeit noch in der Produktion seien. Noch nicht geklärt sei, ob die Spedition Bode die Fahrzeuge kaufen oder leasen werde, sagte der Geschäftsführer.

LKW haben drei Antriebsmöglichkeiten

Die modernen Lastwagen zapfen ihre Energie aus den Oberleitungen, wenn sie auf dem E-Highway rollen. Darüber hinaus verfügen sie über Batterien, die auch außerhalb der Teststrecke für eine Weiterfahrt garantieren. Die Batterien, so Nils Grube, können an Bord der Hybrid-Fahrzeuge im Stand oder auch während der Tour über den E-Highway aufgeladen werden. Als dritte Antriebsart sind die Lkw zusätzlich mit Dieselmotoren ausgestattet.

Vorgesehen ist eine Schulung der Fahrer. Dies soll vor Ort geschehen, wenn die neuen Hybrid-Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Außerdem könnte das Training der Bode-Mitarbeiter auf einer Testrecke bei Berlin ablaufen, sagt der Geschäftsführer.

A1 gilt als repräsentativ für vielbefahrene Autobahnen

Das Bundesumweltministerium hat nach Angaben des Kieler Verkehrsministeriums vor kurzem grünes Licht für eine Projektskizze gegeben, die für den Betrieb notwendig ist. Denn die Kosten in Höhe von insgesamt 19,1 Millionen Euro trägt der Bund. Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine Teststrecke für Elektro-Lastwagen bekommt. Eine dritte Teststrecke wird derzeit in Baden-Württemberg geplant.

Drei Jahre lang soll der Betrieb der A-1-Anlage wissenschaftlich begleitet werden. Die Teststrecke ist Teil eines bundesweiten Pilotprojekts, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts im Norden liegt beim Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel.

Die A 1 zwischen Lübeck und Hamburg ist eine der meistgenutzten Lkw-Verkehrsachsen in Schleswig-Holstein. Mit 60 000 Kraftfahrzeugen pro Tag gilt die Strecke als repräsentativ für vielbefahrene Autobahnen in Deutschland – 9000 davon sind Schwerlastwagen. Dank des E-Highways soll der Einsatz erneuerbarer Energien erprobt werden, um Immissionen zu reduzieren und angestrebte Klimaschutzziele zu erreichen.

Von Michael Thormählen

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