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Abriss der Kleingärten ist vom Tisch

Reinfeld Abriss der Kleingärten ist vom Tisch

Der Kleingartenverein Reinfeld darf auf seinem von der Stadt gepachteten Grundstück bleiben. Das beschloss jetzt der Haupt- und Finanzausschuss, dem der Vorsitzende des Vereins Wilfried Lemke ebenfalls angehört, einstimmig, und er bekam bei der Ergebnisbekanntgabe sogar Applaus.

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Gerätewart Dirk Siemer, GruppenführerAxel Lindner, Bürgermeister Heiko Gerstmann, Protokollführerin Barbara Lemke und ihr Mann Wilfried, 1. Vorsitzender des Vereins (v.l.), freuen sich über die Einigung.

Quelle: Foto: Freundt

Reinfeld. „Ich bin erleichtert“, sagte Vereinsvorsitzender Wilfried Lemke nach der Abstimmung. Heute möchte er das für den Verein positive Ergebnis den Vereinsmitgliedern bei der Gemeinschaftsarbeit gleich mitteilen. Knapp vier Monate hatten die 61 Mitglieder des Kleingartenvereins bangen müssen, ob sie ihre Parzellen behalten dürfen. Die Unsicherheit war aufgetreten, als im Sommer Überlegungen aufkamen, das 35 000 Quadratmeter große Gebiet, das bereits seit 1970/71 am Randes eines Reinfelder Gewerbegebiets liegt, ebenfalls als Gewerbegebiet zu nutzen. Den Laubenpiepern sollten die 2019 und 2020 auslaufenden Pachtverträge nicht verlängert werden. „Das hat uns schon belastet“, betonte Lemke. Schließlich habe niemand eine Parzelle neu bewirtschaften wollen, wenn er diese schon nach einem Jahr wieder abgeben müsse. Und es gebe viele Interessenten auf die derzeit nur zwei freien Parzellen.

67 Jahre alt

1950 wurde der Verein gegründet und er hatte seinen Platz zunächst an der Holländerkoppel. Der Umzug auf das Gelände an der Weddernkoppel erfolgte 1971, der Bau des Vereinshauses wurde 1984 in Angriff genommen und 1985 fertiggestellt. Heute hat der Verein 61 Mitglieder.

„Tatsächlich haben wir festgestellt, dass es befristete Verträge nach dem Bundeskleingartengesetz aus dem Jahr 1983 gar nicht geben darf“, sagte Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann. Zudem hätte man bei einer Kündigung den Kleingärtnern ein alternatives Areal stellen müssen. „Eine Ersatzfläche ist aber nicht greifbar, man müsste suchen und diese dann teuer kaufen“, erklärte der Bürgermeister. Ein Unterfangen, das in seinen Augen unrealistisch ist. Gerstmann machte mit diesen Erkenntnissen die Überlegungen zur anderweitigen Nutzung des Gebietes zunichte und ebnete damit den Weg zu der nun getroffenen Entscheidung, die jetzt alle Parteien zufriedenstellt. Die bestehenden Pachtverträge gelten nun unbefristet.

Das bis dato gute Verhältnis zwischen Stadt und Kleingartenverein ist wieder ungetrübt. Die Kleingärtner haben jetzt sechs Monate Zeit, sich zu überlegen, ob alles so weiterlaufen soll – oder ob man die einzelnen Vereinbarungen zu einer einzigen unbefristeten zusammenfasst. „Dazu besteht allerdings keine Eile, die Stadt drängt uns nicht, so dass wir das in Ruhe überdenken können“, erklärte Lemke, dem die Angst vor einer Kündigung immer noch im Nacken sitzt. Schließlich seien ja auch unbefristete Dokumente kündbar. „Die Entscheidung gibt uns aber schon eine gewisse Sicherheit – und wir haben ja auch mit der Stadt immer ein sehr gutes Verhältnis gehabt.“

Die Mitglieder des Kleingartenvereins in Reinfeld nehmen nun schon bestehende, aber zuletzt auf Eis gelegte Pläne in Angriff: „Wir wollen den Kinderhorten Reinfelds Land zur Verfügung stellen, damit die Vier- bis Sechsjährigen dieses dann bewirtschaften können. So erleben die Kinder selbst, wo Obst und Gemüse wirklich herkommen. Der erste Teil dafür wird in diesem Jahr schon vorbereitet, der Rest, unter anderem der Bau einer Holzhütte, folgt 2018“, erklärte Vereinschef Wilfried Lemke. Auch für Imker solle eine Fläche geschaffen werden, auf der Bienenstöcke aufgebaut werden können. Durch die Entscheidung der Stadt, die Laubenpieper von ihrer Anlage nicht zu vertreiben, sei dies nun alles wieder möglich.

 Sandra Freundt

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