Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Abschied: In St. Josef wechselt die Pädagogische Leitung
Lokales Stormarn Abschied: In St. Josef wechselt die Pädagogische Leitung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:15 29.01.2016
Carsten Reichentrog (3.v.l.) zeigt ein Erinnerungsfoto von Mitarbeitern des Kreisjugendamts, hier mit seinem Nachfolger Stefan Götting (4.v.l.) sowie Kader, Jan, Jason und Niklas vom Jugendbeirat (v.l.). Quelle: Fotos: von Dahlen

„Er hatte immer ein offenes Ohr für uns“, sagte Jan (15) und die 14-jährige Kader merkte an: „Man konnte gut mit ihm reden.“ Diese lobenden Worte dürften für Carsten Reichentrog (39) gestern wie ein Ritterschlag gewesen sein. Denn das Lob aus dem Munde seiner Schützlinge dokumentiert, welch gute Arbeit er als Pädagogischer Leiter des Kinder- und Jugendhauses St. Josef geleistet hat.

Nun wechselt Reichentrog auf die andere Seite des Schreibtischs. Ab dem 1. Februar tritt er die Stelle des Fachbereichsleiters Jugendamt in Norderstedt an. Gestern übergab er den Staffelstab an seinen Nachfolger Stefan Götting weiter. Letzterer war bisher Bereichsleiter für Betreutes Wohnen und Schultraining Zum Festakt im Kinder- und Jugendhaus waren Vertreter aus den örtlichen Behörden von Stadt, Kreis und Schulen sowie viele Wegbegleiter erschienen. Kirstin Schwarz-Klatt von der Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werks etwa oder Mohsen Vedadi, der das Kinder- und Jugendhaus als Dolmetscher unterstützt, wünschten Reichentrog alles Gute für den Neubeginn.

In Gleichnisse verpackte Dr. Thomas Willmann vom Erzbischöflichen Generalvikariat Hamburg, dem Träger der Einrichtung, seine Wertschätzung für den scheidenden Mitarbeiter. Seine Kreativität und sein Mut zur Veränderung hätten das Kinder- und Jugendhaus zu dem gemacht, was es heute sei. „Er ist begeistert und begeisternd, erschöpfend und unermüdlich, voller Präsenz und völlig abgehoben“, schloss Willmann seine Laudatio.

16 Jahre lang engagierte sich Reichentrog für die Belange der Kinder und Jugendlichen in St. Josef. Seine Leistung würdigte gestern auch der neue Amtsträger Stefan Götting. „Er hat das Haus von einer schwesterngeführten Institution zu einer modernen Jugendhilfe-Einrichtung gemacht“, sagte er im Gespräch mit den LN. Statt die Bewohner des Hauses in ein starres Regelwerk zu zwängen, habe er sehr viel Flexibilität bewiesen und sich an ihren persönlichen Bedürfnissen orientiert. Daraus seien viele gute Projekte entstanden wie der flexible Wohnverbund, die Erziehungsstelle, in der Erzieher mit ihren Schützlingen wie in einer Familie zusammenwohnen und vieles andere mehr.

„Es wird ein fließender Prozess sein, große Veränderungen liegen jetzt gar nicht an. Wir befinden uns in einer Phase des Nachreifens“, sagte Götting auf die Frage, welche neuen Aufgaben er anpacken will. Ein sehr wichtiges Thema sei allerdings die Integration der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen, die St. Josef derzeit betreue. Als Bereichsleiter sei er auch zuvor schon für das Schultraining verantwortlich gewesen, das den Minderjährigen, die aus welchem Grund auch immer aus ihren Familien gerissen wurden, helfen soll, sich wieder in den Unterricht einzugliedern. Bei den jungen Flüchtlingen bedürfe dies im Übrigen keines Motivationsschubs von außen wie bei vielen anderen Jugendlichen. „Sie sind ganz versessen darauf zu lernen. Es macht richtig Freude, das zu beobachten“, sagt Götting. Umso schöner sei es, dass sich viele Ehrenamtliche bereit erklärt haben, ihnen Sprachunterricht und Nachhilfe zu erteilen.

„Letztlich steht bei uns die Tradition St. Josefs im Vordergrund, der Gedanke, die uns Anvertrauten zu beschützen“, sagte der Pädagogische Leiter. „Und dieser Auftrag wird von den Kollegen des Hauses von Herzen erfüllt.“ Auf die Frage, welchen privaten Hobbys er nachgeht, musste Götting lachen. Als Vater von drei Mädchen und drei Jungen bleibe ihm dafür recht wenig Zeit. „Wenn ich mal träumen dürfte, würde ich wieder Kung Fu trainieren oder Angeln. Aber das kann ich im Alter immer noch“, fügte er grinsend hinzu.

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über 4400 Bargteheider ab 60 Jahre dürfen jetzt ihre Interessenvertreter neu wählen.

29.01.2016

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg will die Flüchtlingshilfe mit zwei Projekten unterstützen.

29.01.2016

Der neue Landrat für den Kreis Stormarn heißt Dr. Henning Görtz (49, CDU). Mit einer breiten Mehrheit wurde der Bargteheider Bürgermeister von den Kreistagsabgeordneten gewählt. Görtz bekam 42 Ja-Stimmen, drei stimmten dagegen.

29.01.2016
Anzeige