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Stormarn Acht Abgeordnete vertreten Stormarn
Lokales Stormarn Acht Abgeordnete vertreten Stormarn
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22:07 25.09.2017
Party im eigenen Garten: Das CDU-Wahlkampfteam von Gero Storjohann mit Kevin Ruhbaum (l.). Quelle: Foto: Kullack
Bad Oldesloe

Der Niedergang der SPD lässt sich auch gut an einzelnen Wahlkreisen ablesen. Im Wahlkreis 8 (Segeberg/Stormarn-Mitte) zum Beispiel verfehlte der Bewerber erstmals nach vielen Jahren den Einzug in den Bundestag. Listenplatz sieben reichte nicht für Alexander Wagner (30), der SPD-Urgestein Franz Thönnes nachfolgen wollte. Das Direktmandat holte zum vierten Mal in Folge Gero Storjohann von der CDU.

Die Direktmandate in den drei Wahlkreisen mit Stormarner Beteiligung gingen bei der Bundestagswahl wieder an die CDU. Für die SPD ziehen diesmal nur zwei Abgeordnete ins Parlament – ebenso viele erstmals für die AfD. Achter im Bunde ist der Grüne Konstantin von Notz.

Auch in den Wahlkreisen 9 (Ostholstein/Stormarn-Nord) und 10 (Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd) waren mit Ingo Gädechens und Norbert Brackmann die CDU-Titelverteidiger mit jeweils großem Vorsprung erfolgreich. Die SPD-Bewerberinnen Bettina Hagedorn und Nina Scheer waren jedoch mit sehr guten Listenplätzen (eins und drei) abgesichert und gehören dem Bundestag weiter an; ebenso wie der Grüne Konstantin von Notz aus Mölln.

Erstmals in Berlin vertreten sind zwei AfD-Politiker: Bruno Hollnagel aus Hoisdorf und Axel Gehrke aus Grönwohld ziehen als schleswig-holsteinisches Spitzenduo in den Bundestag ein. „Ich bin natürlich sehr erfreut, dass wir so ungeheuer viel mehr Stimmen bekommen haben als letztes Mal“, sagte Spitzenkandidat Hollnagel. „Gleichzeitig bin ich überrascht über die hohen Verluste der großen Parteien.“ Er sei nicht rechtsradikal und wolle in Berlin konstruktive Politik machen.

„Ich bin ziemlich überrascht, dass die AfD noch stärker abgeschnitten hat als befürchtet, und keiner hat mit so großen CDU-Verlusten gerechnet“, sagte noch am Wahlabend Stormarns Landrat Henning Görtz. „Das zeigt zum einen, dass die Meinungsumfragen ziemlich daneben gelegen haben, und zum anderen, dass der Wähler selbstbewusst ist und sich unabhängig von den Umfragen entscheidet.“ Görtz weiter: „Sehr bedauerlich finde ich, dass die SPD sich sofort für die Opposition entschieden hat, das ist eine zu schnelle Entscheidung gleich nach der Wahl.“

Ähnlich sieht es Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU), ebenfalls aus Bargteheide. Er sagte: „Die Prognose hat mich etwas schockiert, das sind doch dramatische Verluste bei den großen Parteien, und die AfD ist zu stark. Enttäuschend ist auch das sehr schnelle Signal, dass die SPD nicht mehr mitmacht und in die Opposition will. Das wird langwierige Prozesse der Regierungsbildung geben.“

Im Landeshaus in Kiel frohlockte dagegen Anita Klahn, FDP-Landtagsabgeordnete aus Bad Oldesloe und Stormarns Kreisvorsitzende. „Wir sind sehr zufrieden mit dem zweistelligen Ergebnis. Das ist ein deutliches Votum und klarer Auftrag.“ Beim Koalitionspoker setzt sie auf das Verhandlungsgeschick von Wolfgang Kubicki – wenngleich eine Jamaika-Koalition im Bund wohl schwieriger umzusetzen sei als in Kiel.

Das sieht auch Benjamin Stukenberg so, Kreisvorsitzender der Stormarner Grünen. In erster Linie freut er sich jedoch über das überraschend gute Ergebnis der Grünen im Bund und auch auf lokaler Ebene.

In Ahrensburg landeten die Grünen am Ende sogar bei 15 Prozent. „Ein Super-Ergebnis für uns und sogar noch besser als beim letzten Mal“, sagte Stukenberg auf der Wahlparty im Bargteheider Bahnhof.

Ein großer Wermutstropfen sei jedoch der Einzug der AfD mit so vielen Abgeordneten.“

Für die SPD läuft es indes nach Ende der Großen Koalition auf die Opposition hinaus. „Die Staatsräson verlangt, dass die AfD nicht Oppositionsführer wird“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat aus Reinbek, der auf der Wahlparty der Bundestagsabgeordneten Nina Scheer in Geesthacht weilte. Aber er gehe jede Wette ein, dass die AfD am Ende der Legislaturperiode nicht mehr mit dem gleichen Personal im Bundestag vertreten ist wie zu Beginn. Das Ergebnis der eigenen Partei sei natürlich besorgniserregend. An Martin Schulz habe es nicht gelegen, schließlich habe die SPD mit ihm an der Spitze viele neue Mitglieder gewonnen.

Zufriedenheit herrschte dagegen bei den Linken, die auch in Stormarn fast überall ihr Ergebnis verbessern konnten. Große Freude brach zudem in der Nacht im Hause Beutin in Köthel aus. Denn Lorenz Gösta Beutin, in Kiel wohnender Sohn von Stormarns Kreistagspolitikerin Heidi Beutin, zog auf Platz zwei der Landesliste durch die vielen Überhangmandate in den Bundestag ein. Mehr Infos auf www.ln-online.de

 mc/ba

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