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Stormarn Adam greift wieder nach dem Apfel
Lokales Stormarn Adam greift wieder nach dem Apfel
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00:00 16.10.2012
Erich Adam (r.) arbeitet seit 45 Jahren bei den Lienaus. Als er geboren wurde, pflanzte der Urgroßvater der Familie die ersten Apfelbäume.
Stormarn

Schon in jungen Jahren musste er sich die Geschichte mit dem Paradies anhören – vom Gag mit dem Adamsapfel ganz zu schweigen. Inzwischen ist der Apfel längst zum Brötchengeber für Erich Adam (63) geworden. Seit nunmehr 45 Jahren arbeitet er im Obsthof der Familie Lienau in Neritz. Keine Frage, dass Adam auch jetzt bei der Apfelernte mithilft. Vier Wochen am Stück – ohne freie Sonn- und Feiertage – herrscht Hochbetrieb auf den Plantagen der Lienaus. Immerhin gilt es, in dieser Zeit dreieinhalb Hektar abzuernten. Kinder, Eltern, Schwiegereltern, vier Festangestellte und sieben Saisonkräfte – alle packen an, damit das Obst zum Konsumenten findet.20 verschiedene Apfelsorten stehen in der Neritzer Plantage, angefangen von der rotbackigen Alkmene über den Holsteiner Cox bis hin zu Gala und Rubinette. „Dieses Jahr ist es eine merkwürdige Ernte“, erzählt er. „Im Sommer dachten wir, die Bäume haben einen guten Behang. Dann war es zu trocken, wir hatten Sorge, die Früchte bleiben klein. Aber jetzt entwickelt sich alles zum Guten.“ Lienau schätzt, dass so 30 Tonnen Äpfel pro Hektar Anbaufläche zusammenkommen. In sehr guten Jahren könnten es schon mal 40 Tonnen sein. Aber mit dem diesjährigen Ergebnis sei er schon zufrieden. Die Kunst bestehe darin, den richtigen Zeitpunkt der Ernte abzupassen, so dass die Äpfel schon einen akzeptablen Reifegrad erreicht haben, aber noch nicht zu schnell verschrumpeln, sagt der Obstspezialist. Die Großanbauern nähmen darauf keine Rücksicht. Sie ernteten in einem frühen Stadium und begasten das Obst mit CO2, um die Reife zu verzögern. „Es gibt keine Beweise, dass die Methode schädlich ist, aber wir in Neritz verzichten darauf“, sagt Lienau. Im Hofladen, den die Familie an der B 75 betreibt, stellt er schon seit längerem fest, dass die Verbraucher ohnehin nicht erwarten, dass ständig alle Obstsorten verfügbar sind. „Erdbeeren, die im Winter aus Ägypten eingeflogen werden müssen, will gar keiner“, sagt Lienau. Dennoch versucht auch er seinen Kunden Abwechslung zu bieten. Derzeit testet der Betrieb den Anbau dreier ausländischer Sorten. Dem Braeburn-Apfel, eigentlich in Neuseeland beheimatet, scheint indes das Wetter im Norden nicht zu behagen. Nur wenige Früchte gelangten zur Reife. Im Testanbau befindet sich auch der chinesische Fuji. „Er sieht hübsch aus, wäre mir aber zu süß“, urteilt Lienau. Der Wellant, eine niederländische Züchtung, schmecke zwar wegen seiner Würze sehr gut, seine Schale sei aber fast so empfindlich wie ein Pfirsich. „Da braucht man einen Handschuh, um zu ernten“, sagt der Obstbauer. Überhaupt ist das Apfelpflücken nicht so einfach, wie der Laie denken mag. Wer unsachgemäß vorgeht, kann ganz schönen Schaden anrichten. Auf keinen Fall sollte an der Frucht gezogen werden. „Wenn der Apfel in einer Traube hängt, riskiert man, dass die anderen auch abfallen, auch wenn sie noch nicht reif sind“, erklärt Lienau. Außerdem reiße man den Stiel ab, so dass der Apfel an dieser Stelle anfangen, zu faulen. Richtig sei dagegen, den Apfel in einer Drehbewegung nach oben hin vom Baum zu lösen. Wer mag, kann dies selbst ausprobieren. In den nächsten zwei Wochen noch dürfen Selbstpflücker in der Apfelplantage ernten. Für Hobbygärtner hat Lienau noch einen Tipp auf Lager: Fallobst sollte möglichst weggeräumt werden, um Mäuse fernzuhalten. Denn die Nager knabbern im Winter gern die Wurzeln der Apfelbäume an. Und das führe dazu, dass die Bäume eingehen.

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